Kampfsport: Gedopte Boxer - DER SPIEGEL
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Kampfsport Gedopte Boxer

Der Boxsport hat ein Dopingproblem. Das ist nicht erst seit dem Fall Manuel Charr bekannt. Der Schwergewichts-Weltmeister wurde positiv auf zwei anabole Steroide getestet.
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Schwergewichts-Weltmeister Manuel Charr wurde bei einer freiwilligen Trainingskontrolle positiv auf die anabolen Steroide Epitrenbolon und Drostanolon getestet. Das gab sein Promoter im September 2018 neun Tage vor der geplanten ersten Titelverteidigung gegen den Puerto-Ricaner Fres Oquendo bekannt. Der Kampf wurde abgesagt, nur wegen eines Formfehlers bei der B-Probe durfte Charr seinen WM-Titel behalten.

Foto: Roland Weihrauch/ dpa
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Charr ist bei Weitem nicht der einzige prominente Boxer, der in den vergangenen Jahren des Dopings überführt wurde. Schwergewichtler Alexander Powetkin wurde insgesamt dreimal positiv getestet, unter anderem auf Meldonium und Ostarin.

Foto: ANDREW COULDRIDGE/ REUTERS
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Von 2011 bis 2013 hielt Powetkin den Titel, den später Charr gewinnen sollte. Er war WBA-Weltmeister im Schwergewicht, bis er in Moskau zur Titelvereinigung gegen Wladimir Klitschko antrat und einstimmig nach Punkten verlor.

Foto: Gero Breloer/ AP
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Obwohl er mehrfach des Dopings überführt wurde, boxt Powetkin weiter. Am 22. September 2018 forderte er in London Vierfach-Weltmeister Anthony Joshua heraus - und verlor durch technischen K.o. in der siebten Runde.

Foto: Frank Augstein/ AP
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Ein weiterer prominenter Dopingsünder ist der Mexikaner Saúl "Canelo" Álvarez, der seit dem Rücktritt von Floyd Mayweather jr. als größter Star der Szene gilt. Im April 2018 wurde Álvarez bei zwei separaten Kontrollen positiv auf das verbotene Asthmamittel Clenbuterol getestet.

Foto: John Gurzinski / AFP
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Keine sechs Monate später stand "Canelo" wieder im Ring, besiegte den bis dahin ungeschlagenen Gennady Golovkin und krönte sich zum Weltmeister im Mittelgewicht. Der offizielle Grund für die milde Strafe: Clenbuterol wird in Mexiko in der Rindermast eingesetzt. Álvarez sagte, er habe nicht gedopt, stattdessen seien die erhöhten Werte durch kontaminiertes Fleisch zu erklären. Die Sperre wurde verkürzt, um den Kampf gegen Golovkin nicht zu gefährden, bei dem ein dreistelliger Millionenbetrag umgesetzt wurde.

Foto: Isaac Brekken / AP
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Auch Ex-Weltmeister Felix Sturm wurde Doping nachgewiesen. Im Rahmen seines WM-Kampfes gegen den Russen Fjodor Tschudinow wurde der Mittelgewichtler positiv auf das anabole Steroid Hydroxy-Stanozolol getestet. Daraufhin beendete Sturm seine Karriere und tauchte ab. Inzwischen sitzt er wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis. Zusätzlich droht ihm ein Strafverfahren wegen Dopings. Weil er unter Einfluss leistungssteigernder Mittel geboxt hat, wird ihm unter anderem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Foto: Dennis Grombkowski / Getty Images
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Der aktuellste Dopingfall in den USA betrifft wieder mal das Schwergewicht. "Big Baby" Jarrell Miller hätte eigentlich am 1. Juni in New York Weltmeister Joshua herausfordern sollen. Doch bei zwei Trainingskontrollen wurden insgesamt drei verbotene Substanzen festgestellt, darunter das anabole Steroid Endurobol. Miller, der zunächst noch alles abgestritten hatte, hat seine Vergehen inzwischen eingeräumt.

Foto: Andrew Couldridge / Action Images via Reuters
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Absurderweise könnte Millers positiver Befund und die damit verbundene Sperre zur Chance für Manuel Charr werden. Der Wahl-Kölner ist einer von fünf möglichen Ersatzkandidaten, die nun auf einen Kampf gegen Joshua hoffen. Der britische Champion will auf jeden Fall am 1. Juni in New York in den Ring steigen - egal, gegen wen.

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Guido Kirchner/ dpa

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