Stalins verbrecherischer Besiedlungsplan Die Insel der Kannibalen
Gulag-Überbleibsel: In der Sowjetunion wurde unter Stalin ein umfangreiches Netz aus Zwangsarbeits- und Straflagern sowie Gefängnissen aufgebaut. Das System diente der Repression. Nachdem der Plan der "Besiedelung" unwirtlicher Gebiete gescheitert war, wurden Gefangene in Lagern interniert. Das Bild zeigt ein Lager in Dolinka.
Sowjetisches Gefängnis: Das Arbeitslager von Birobidschan, Sibirien, im Jahr 1954. Die Lager und Gefängnisse wurden streng bewacht, in der Eckhütte waren die mit Maschinengewehren bewaffneten Aufseher untergebracht.
Asyl in Moskau: In den Städten wurden die Probleme durch Armut und Hunger durch die Flüchtlingsströme vom Land noch größer. Für Stalin waren diese Flüchtlinge eindeutig "Revolutionsgegner", brachten sie doch sein Projekt der zentralisierten Volksernährung in Gefahr. Für den Diktator stand fest: Die Städte mussten von diesen "schädlichen Elementen" befreit werden.
Im Schoß der Kolchose: Bauern und Landarbeiter übergeben ihre schriftlichen Anträge auf Beitritt in einen Kolchos im Jahr 1928. Die ersten Kollektive wurden nach der Oktoberrevolution 1917 noch freiwillig gegründet, doch ab etwa 1929 wurden sie staatlich erzwungen. Sie hatten ein Produktionssoll zu erfüllen und mussten es zu staatlich festgesetzten Preisen abliefern. Das führte ab 1930 zu einer großen Hungersnot, die die Landbevölkerung in die Städte trieb.
Arbeiterschicksal: In den zahlreichen Straf- und Arbeitslagern mussten Gefangene in der Sowjetunion unter härtesten Bedingungen arbeiten. Diese Aufnahme entstand um das Jahr 1936. Zwischen 1930 und 1960 starben Millionen Menschen in diesen Lagern an Hunger, Erschöpfung und Krankheiten.
Ort des Grauens: Die sibirische Insel Nasino im Fluss Ob. Das Bild stammt aus dem Dokumentarfilm "Die Kannibaleninsel" (Originaltitel: "L'île aux cannibales") des französischen Filmemachers Cédric Condom.
Gemeinsame Ernte: Mit Musik und Transparenten leiten sowjetische Bauern 1933 die Ernte in einer Kolchose ein. Tatsächlich jedoch hatten die Zwangskollektive wenig zu feiern. Denn sie mussten einen Großteil ihrer Produktion an staatliche Stellen abgeben.
Grausamer Diktator: Der sowjetische Machthaber Josef Stalin im April 1932. Sein "großartiger Plan", wie er ihn nannte, unwirtliche Gebiete des riesigen Landes von Gefangenen urbar machen zu lassen, scheiterte kläglich. Die Geschichte der Kannibaleninsel Nasino zeigt die Irrwitzigkeit dieses Vorhabens.
JAMES ABBE/ AP