Kapitalismus-Studie Wem geht's gut? Wem fehlt Mut?
Rund um den Globus sorgen sich Bürger um den Zustand ihrer Volkswirtschaft, ergibt eine neue globale Umfrage des renommierten Pew Research Center in Washington. Rund 26.000 Menschen in 21 Staaten wurden befragt - mit überraschenden Ergebnissen.
Wie schätzen Sie den Zustand Ihrer Wirtschaft ein? Die meisten Befragten eher düster: Nur zwei Prozent antworteten etwa in Griechenland mit "gut" oder "relativ gut". Kaum besser war es in Italien und Spanien (jeweils sechs) oder Japan (sieben). Nur vier Nationen scheren aus, allen voran China (83 Prozent Zufriedenheit) und Deutschland (73). Auch in Brasilien (65 Prozent) und der Türkei (57) herrscht Optimismus vor.
Geht es den Menschen im Kapitalismus besser? Diese Frage beantwortet in nur 13 von 21 Ländern mehr als die Hälfte der Befragten mit Ja. Brasilien (75 Prozent), China (74) und Deutschland (69) liegen an der Spitze. Dagegen sind in Mexiko (34 Prozent) und Japan (38) deutlich weniger Menschen für einen freien Markt. Überraschend: Die USA liegen mit 67 Prozent nur auf Platz vier.
Wer ist schuld an der Misere? Auch hier ergibt sich ein ungleiches Bild. So gaben 95 Prozent der Menschen in Pakistan der Regierung die Verantwortung - aber nur 59 Prozent der Spanier. Die Hauptschuldigen für viele: Banken und Finanzfirmen. 78 Prozent der Spanier sowie 74 Prozent der Franzosen und Deutschen klagen sie an.
Zahlt sich harte Arbeit in Erfolg aus? Das glauben fast 80 Prozent der US-Amerikaner, aber kaum jeder dritte befragte Russe. Optimistisch zeigen sich auch die Inder (67 Prozent), Brasilianer (69) und Pakistaner (81). In Deutschland ist die Meinung zu dieser Frage nahezu geteilt.
Wie geht es dem Staat, wie geht es mir? Bei diesen Fragen geht das Meinungsbild weit auseinander. Ein Extrembeispiel ist Spanien. Dort bewerten nur sechs Prozent der Befragten wirtschaftliche Lage positiv. Bei der eigenen wirtschaftlichen Lage sind es dagegen 57 Prozent. In Deutschland ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen (73 zu 74 Prozent). Am anderen Ende der Skala liegt China. Dort glauben 83 Prozent der Bürger, dass es dem Staat gutgeht. Die eigene wirtschaftliche Lage bewerten aber nur 69 Prozent mit "gut".