Karbon in Großserie: Neuer Werkstoff im Autobau - DER SPIEGEL
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Karbon in Großserie Neuer Werkstoff im Autobau

Zu teuer, zu aufwändig: Noch bis vor kurzem galt in der Autoindustrie Karbon als exotischer Werkstoff für ebenso exotische Fahrzeuge. Das ändert sich rasant. Mit zahlreichen neuen Partnern aus der Materialwirtschaft starten die Autohersteller ins Kohlefaserzeitalter.
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Karbon-Karosserie: Das Bild zeigt den Karbon-Rohbau der Karosserie des neuen Supersportwagens von Lamborghini namens Aventador. Bei Autos dieser Art ist der Einsatz des teuren und noch immer aufwändig zu verarbeitenden Werkstoffs Karbon durchaus üblich - schließlich kostet das Modell Aventador mindestens 255.000 Euro netto.

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Gewichtsersparnis: Auch ein Kind kann beispielsweise den Stoßfängerträger aus Karbon - in diesem Fall ist es der des BMW M6 - hochheben. Mit dem identischen Bauteil aus Metall wäre das wohl nicht möglich. Und Gewichtsersparnis ist ein großes Ziel der Autoindustrie, zumal für kommende Elektrofahrzeuge, die ja schon vergleichsweise schwere Batterien an Bord haben werden.

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Kohlefaserfaden: Der Ausgangspunkt für kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK) sind dünne Kohlefaserfäden, die zu Matten verwoben werden. Sodann werden sie mit Harz getränkt und unter hohem Druck in speziellen Öfen, so genannten Autoklaven, gebacken.

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Viel Handarbeit: Bislang war bei der Herstellung und Verarbeitung von Karbon noch reichlich Handarbeit nötig - das Bild etwa zeigt den Karbonbau bei Lamborghini. Die Autoindustrie arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, die Karbonbearbeitung zu automatisieren, um sie für die Großserienfertigung tauglich zu machen.

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Mattenzuschnitt: Die aus Karbonfasern gewobenen Matten werden zugeschnitten und je nach späterer Anforderung in mehreren Lagen übereinander gelegt und miteinander verklebt.

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Dachproduktion: Diese Maschine steht im BMW-Werk in Landshut und webt die Matten für das Karbon-Dach des aktuellen BMW M3.

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Erfreuliches Gewebe: Karbon ist nicht nur deutlich stabiler als Metall, sondern auch sehr viel leichter. Gegenüber Stahl spart man 50 und gegenüber dem Leichtmetall Aluminium immerhin 30 Prozent an Gewicht bei gleichen Bauteilen.

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Aluminium-Leichtbau: Vor rund zwanzig Jahren war Leichtbau schon einmal ein großes Thema in der Autoindustrie, der damals neue Werkstoff war Aluminium und Audi einer der Vorreiter bei der Verwendung des Leichtmetalls. Das Bild zeigt den Prototypen Audi ASF - aus dem später der A8 hervorging - mit einer Karosserie komplett aus Alu.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?