Karriere im Kaiserreich - DER SPIEGEL
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Karriere im Kaiserreich Scheefers Stündchen

Mit maßlosem Ehrgeiz durchlief der Beamte Max Scheefer zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine beispiellose Karriere - bis ihn Reichskanzler Bülow sogar zu seinem Privatsekretär machte. Seinen Aufstieg verdankte er einer Dienstleistung, von der im wilhelminischen Reich niemand wissen durfte.
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Karikatur des Reichskanzlers: Zeichnung aus dem "Kladderadatsch" (circa 1904), die Reichskanzler Bernhard von Bülow modisch adrett zurechtgemacht in einem Friseursalon zeigt. Die anderen männlichen Kunden schauen ihm hinterher.

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Ehepaar Bülow: Reichskanzler Bernhard von Bülow mit seiner Gattin Maria 1905 auf Norderney.

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Seebad Norderney: Badekarren um 1900 am Strand von Norderney, wo Bernhard von Bülow gemeinsam mit seiner Frau die Sommer verbrachte.

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Strandleben: Norderney war während der Belle Époque ein beliebtes Ferienziel. Auch Reichskanzler Bernhard von Bülow erholte sich auf der Nordseeinsel.

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Max Scheefer: Seit 1895 arbeitete Max Scheefer als Privatsekretär für den Reichskanzler Bernhard von Bülow. Die beiden Männer verband eine intensive homoerotische Beziehung. Das Foto von Scheefer, eines der wenigen existierenden, wurde im Februar 1909 in der "Illustrirten Zeitung" veröffentlicht.

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Ausflug zu Pferd: Bernhard Fürst von Bülow, links, in Begleitung von Hauptmann Emil von Schwartzkoppen bei einem Ausritt im Berliner Tiergarten.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1979-003-00A

Foto: Das Bundesarchiv/Gebrüder Haeckel
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"Der elastische Bülow": Oben links Otto von Bismarck als "Eiserner Kanzler" in Rüstung, daneben Bernhard von Bülow als "Kanzler von Gummi". "Der Kanzler von Eisen in früherer Zeit - Der ließ sich nicht biegen noch brechen - Doch besser dürfte dem Zustand von heut' - Der Kanzler von Gummi entsprechen!", steht unter den Zeichnungen geschrieben. Die Karikatur, die auf Bülows Kompromissbereitschaft in der Außenpolitik anspielt, erschien 1901 in der Satirezeitschrift "Lustige Blätter".

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Kunstbibliothek, SMB
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Eulenburg-Prozess: Der Diplomat Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld wurde der Homosexualität bezichtigt, die nach Strafparagraf 175 verboten war. Die Karikatur, erschienen 1906 in der Satirezeitschrift "Kladderadatsch", zeigt die Rolle des Journalisten Maximilian Harden im Prozess gegen Eulenburg auf. Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow wurde in die Affäre hineingezogen, als er beschuldigt wurde, intime Kontakte zu seinem Privatsekretär Max Scheefer gehabt zu haben.

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Fürst zu Eulenburg und Hertefeld: Der preußische Diplomat Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld (Foto von 1898) war ein enger Vertrauter des Deutschen Kaisers Wilhelm II. 1906 warf der Publizist Maximilian Harden Eulenburg in mehreren Artikeln Homosexualität vor. Die Harden-Eulenburg-Affäre war einer der größten Skandale des Deutschen Kaiserreichs.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?