Frauen in Führungspositionen Tipps für den Nachwuchs
Eine Frau, 39 Männer: Tanja Wielgoß, 39, ist Partnerin bei A.T. Kearney - und die einzige Frau an der Spitze der großen Unternehmensberatung. Der Karrieresprung gelang ihr sechs Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes - trotz Teilzeitstelle. "Ich habe die Leistung erbracht, die von einem Partner verlangt wird, ich konnte das dokumentieren - und habe meine Ansprüche angemeldet", sagt Wielgoß. Ihr Tipp an junge Frauen: "Selber wissen, was man will und sich genau überlegen, wie man das erreichen kann - ohne Barrieren zu antizipieren. Wer sich ständig fragt, was im Wege stehen könnte, macht sich selbst zum Opfer." Während ihrer zweiten Schwangerschaft musste sich Wielgoß blöde Sprüche anhören - sie ließ sich davon nicht beirren. mehr...
60-Prozent-Stelle: Mareike Steingröver, 37, ist bei der Unternehmensberatung Bain & Company die erste Frau, die mit einer Teilzeitstelle Partnerin wurde. Für die amerikanischen Kolleginnen ist das nichts Besonderes: Die wichtigste US-Niederlassung von Bain & Company in Boston wird von einer dreifachen Mutter geleitet - auch sie arbeitet Teilzeit. "Man muss wissen, was man will: Welches Arbeitszeitmodell passt zu mir und warum?", so Steingröver. "Und man sollte seine Wünsche offen kommunizieren - nur so werden sie auch erfüllt."
E-Mails checken, wenn die Tochter schläft: Sonja Unterlechner, 36, hat sich in sieben Jahren bei der Boston Consulting Group bis zum Principal hochgearbeitet, der zweithöchsten Hierarchiestufe. Seit der Geburt ihrer Tochter arbeitet sie nur noch vier Tage die Woche. Ganz arbeitsfrei ist der Familientag aber nicht: Wenn die Tochter schläft, checkt Unterlechner ihre E-Mails oder telefoniert mit Kollegen. Bewerberinnen rät sie, nicht zu zögerlich und skeptisch gegenüber den eigenen Leistungen zu sein: "Traut euch das einfach und versucht es. Denkt nicht ständig darüber nach, was nicht passt."