Eisfischer in Kasachstan Ich bin dann mal weg!
Eiskalte Tradition: Kasachische Fischer hoffen auf dem zugefrorenen Ishim-Fluss auf Beute.
Viele Stunden hocken unter zusammengeklebten Plastikplanen und Reisverpackungen, um sich vor der klirrenden Kälte zu schützen.
Was man auf diesen Bildern nicht sieht: Der Ishim-Fluss fließt mitten durch die kasachische Hauptstadt Astana - eine boomende Metropole. Hier hat der Fotograf Aleksey Kondratyev auch die Männer auf dem Eis entdeckt.
Astana, im Norden Kasachstans, gehört zu den kältesten Regionen der Erde. Die Temperaturen können hier auf bis zu 52 Grad minus sinken.
Kondratyev ging von Plastik zu Plastik und klopfte an, um um Fotoerlaubnis zu bitten. Die Eisfischer sind oft ältere Männer. "Mit diesem Projekt wollte ich die Überreste einer nomadischen Lebensform zeigen, während das Land selbst in den Armen der Moderne gefangen ist", sagt der Fotograf über seine eisigen Arbeiten.
Der Fotograf stammt selbst aus Zentralasien. Er wurde 1993 in Kirgisistan geboren, lebt mittlerweile jedoch in den USA.
Zu dritt fischt man weniger alleine.
Ein paar Nähte und ein bisschen Klebeband halten die mobilen "Schutzhütten" zusammen.
Genauso wichtig wie eine Angel und der Kälteschutz: handbetriebene Eisbohrer, mit denen die Fischer ihre Löcher bearbeiten.
Als hätte jemand mitten im Schnee einen Sack abgestellt und vergessen.
Völlig reglos sitzen die Eisfischer auf dem Fluss und hoffen auf Barsche, Rotkarpfen und Brassen.
Der Eindruck des Fotografen: Natürlich geht es den Männern in erster Linie darum zu fischen, das Knieen auf dem Eis schien für viele aber auch ein meditativer Zeitvertreib zu sein.