Kaschmir Die Wut der Aufständigen
Die Aufständischen demonstrieren gegen die indische Regierung, hier greifen sie Polizeiwachen und Militäreinrichtungen mit Steinen an.
Im Juli waren Proteste ausgebrochen, nachdem der islamistische Rebellenführer Burhan Muzaffar Wani von indischen Soldaten getötet worden war.
Die jungen Männer fordern die Unabhängigkeit von Indien. Die Antwort der indischen Sicherheitskräfte ist oft brutal.
Mindestens 70 Menschen kamen bislang ums Leben. Verwandte trauern am 22. August um in Srinagar einen getöteten jungen Mann.
In die Krankenhäuser werden jeden Tag neue Verletzte eingeliefert. Die Soldaten feuern mit Streumunition auf die Protestierenden.
Mit den Waffen mit den millimetergroßen großen Projektilen sollen eigentlich nur unterhalb der Knie geschossen werden, doch oft werden die Aufständischen auch im Oberkörper und Kopf getroffen.
Der indische Arzt Farooq Ahmed Kalloo koordiniert die medizinische Versorgung der Protestierenden durch ehrenamtliche Organisationen vor Ort. Er hat viele solcher Fälle gesehen.
An ein baldiges Ende der Gewalt in Kaschmir glaubt er nicht: "Die letzten Aufstände haben drei Monate gedauert. Ich bin mir sicher, dass die Proteste hier auch weitergehen werden."
Soldaten patrouillieren in den Straßen, es gilt eine Ausgangssperre. Geschäfte, Schulen, Behörden und Büros sind geschlossen, der Verkehr wird mit Stacheldraht aufgehalten.