Katana: Stählerne Schönheiten - DER SPIEGEL
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Katana Stählerne Schönheiten

Sie sind das Höchste, was menschliche Schmiedekunst je hervorgebracht hat: Katana, die Langschwerter der japanischen Samurai-Ritter. Noch heute stellen Schmiedemeister sie nach jahrhundertealter Tradition her. SPIEGEL ONLINE hat einen von ihnen getroffen.
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Daisho: Langschwert Katana und Kurzschwert Wakizashi. Beides trugen die Samurai, die Kombination beider nennt man Daisho.

Foto: K.H. Peuker
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Neues Katana: Katana von Meister Kunimasa Matsuba in bester Qualität. Die Scheide ist mit Rochenhaut überzogen und wurde dann noch aufwändig lackiert.

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Neues Katana: Rund 18.000 Euro kostet dieses von Meister Matsuba gefertigte Katana.

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Saneyuki: Dieses Katana stammt aus dem Besitz des "letzten Samurai" Saigo Takamori. Die Samurai wurden 1867 vom Kaiser entmachtet. Takamori beging 1877 nach einem missglücktem Aufstand Seppuku - den rituellen Selbstmord mit dem Schwert.

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Antike Schwerter: Das obere Schwert wurde um 1390 geschmiedet und wurde später zu einem Wakizashi gekürzt. Das untere Wakizashi wurde etwa um 1690 geschmiedet.

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Katana mit Scheide: Gut zu sehen ist der wellenförmige Hamon, der sich über die ganze Klinge zieht (unteres Bild).

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Hamon: Der Hamon ist die Trennlinie zwischen der speziell gehärteten Schneide und dem Klingenkörper. Er bestimmt die Schönheit einer Klinge ganz entscheidend und er ist das Kennzeichen des Schmiedes.

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Katana-Spitze: Boshi nennt man die spezielle Härtung in der Spitze des Katana.

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Verzierung: Diese Verzierungen nennt man Horimono. Die Motive waren meist religiösen Ursprungs. Der Tiger ist ein traditionelles Motiv und ein Zeichen des Zodiac und steht für das Männliche.

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Goldinschrift: Auf dem 400 Jahre alten Schwert ist das Ergebnis des Schnitttests von Yamano Kanjuro Hisahide vermerkt. Zu lesen ist: "Drei Körper durchschnitten." Die Schnitttests wurden damals an Leichen oder lebenden Verbrechern durchgeführt. Yamano war Mitglied einer Familie die vom Shogunat die Erlaubnis und den Auftrag hatte, Schwerter zu testen.

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Lichttest: Um die Oberflächenstruktur der Klinge und damit die Güte der Stahlfaltung zu beurteilen, wird die Klinge unter Kunstlicht betrachtet.

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Klingenzwinge: Sie hält das Katana in der Scheide. Alle Teile eines Langschwerts sind Kunststücke.

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Rohstahl: Die Stücke im Vordergrund sind Tamahagane, der dunkle Brocken im Hintergrund ist Oroshigane. Meister Matsuba verwendet beide Sorten. Welche Anteile jeweils verwendet werden hängt davon ab, welche Art von Klinge er schmiedet.

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Schnitttest: Meister Matsuba wird die Bambusstangen mit dem Katana zerschneiden. Früher wurden Schnitttests an menschlichen Körpern durchgeführt.

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Schnitttest: Das Katana hat die Tatami-Rolle sauber durchtrennt.

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Katana: Über die Qualität eines Samurai-Langschwertes entscheiden Form, Oberflächenstruktur und der Hamon.

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Kampf: Das Katana war mehr Statussymbol denn wirkliche Waffe. Dafür besaßen die Samurai noch zahlreiche andere Waffen, unter anderem Lanze und Bogen.

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Samurai: Jahrhunderte lang hatten sie alleine das Privileg, ein Katana tragen zu dürfen.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?