Katastrophe in Louisiana - DER SPIEGEL
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Katastrophe in Louisiana Das Schwarze Loch im Lake Peigneur

Es verschlang Schiffe, Bohrtürme und am Ende einen ganzen See. 1980 öffnete sich am Boden eines 500-Hektar-Gewässers in Louisiana ein gigantischer Abgrund, der sogar einen Fluss rückwärts fließen ließ. Schuld war ein simpler Rechenfehler.
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Spuren der Verwüstung: Noch Jahre nach der Katastrophe, die sich am 20. November am Lake Peigneur in Louisiana ereignete, waren am Ufer - wie auf diesem Foto von 1984 zu sehen - die Folgen des Unglücks zu erkennen. Nach einer missglückten Erdölbohrung tat sich am Grunde des Sees ein Abgrund auf, der das gesamte Gewässer in einen riesigen, alles verschlingenden Wasserwirbel verwandelte.

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Nah am Wasser gebaut: Der Wasserstrudel entwickelte solch ungeheure Kraft, dass 26 Hektar der Halbinsel Jefferson Island ins Wasser gerissen wurden. Bäume, Autos und sogar ganze Häuser versanken in den tobenden Fluten. Wie durch ein Wunder kam bei der Katastrophe kein Mensch ums Leben.

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Als hätte jemand den Stöpsel gezogen: Das Loch, das im Grund des Lake Peigneur entstand, sog nicht nur in wenigen Stunden Millionen Liter Wasser auf, sondern auch Anglerboote, ein Schleppschiff und - wie hier zu sehen ist - eine Reihe von Lastkähnen. Sogar ein Ladedock, zwei Bohrinseln und mehrere LKW verschwanden im Inneren des gigantischen Wasserwirbels.

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Fluss in den Abfluss: Das im Grund des Sees entstandene Loch saugte so viel Wasser an, dass sich die Fließrichtung des Delcambre-Kanals - links unten im Bild - umkehrte. Anstatt Wasser aus dem Lake Peigneur in die Vermillion Bay am Golf von Mexiko zu leiten, sog er nun salziges Meerwasser in den See hinein. Die entstehende Strömung wurde so stark, dass auch Lastkähne und ein Schleppschiff aus dem Kanal heraus in den See gezogen wurden und darin verschwanden.

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Pegelfall, dann Wasserfall: Das Wasser des Lake Peigneur floss so schnell ab, dass nach etwa drei Stunden fast der gesamte Inhalt des Sees in dem Loch verschwunden war. Zugleich war der Boden des Sees um etliche Meter gesunken. So entstand an der Stelle, an der der Delcambre-Kanal in den See mündete, ein Wasserfall. Mit rund 50 Metern Höhe war er der höchste, den es jemals in Louisiana gegeben hatte.

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Hausunter: Die Katastrophe von 1980 ließ aus dem einst nur wenige Meter tiefen Süßwassersee einen stellenweise bis zu 400 Meter tiefen Salzsee entstehen. Das Salzwasser war durch die Sogkraft des Strudels aus dem Golf von Mexiko angesogen worden. Das Haus, von dem heute nur noch der Schornstein zu sehen ist, sackte durch den Einsturz des Bergwerks unter dem See um 10 Meter ab.

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Finanzkatastrophe nach der Katastrophe: Die Katastrophe richtete in und um den Lake Peigneur Sachschäden in Millionenhöhe an. Da jedoch alle Beweismittel unter dem Grund des Sees verschüttet worden waren, konnte die Schuldfrage zumindest vor Gericht nicht endgültig geklärt werden. Dennoch zahlte die Firma Texaco, die mit einer Bohrinsel im See mutmaßlich die Katastrophe ausgelöst hatte, mehrere Millionen hohe Entschädigungen an Geschädigte.

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Wieder aufgeblüht: Auch das Naturschutzgebiet Live Oak Gardens auf Jefferson Island wurde zu großen Teilen bei der Katastrophe zerstört. Texaco musste hierfür eine Entschädigung von 12,8 Millionen Dollar zahlen. Inzwischen blühen wieder Tulpen am Inselufer, wie auf diesem Foto zu sehen ist, das etwa zehn Jahre nach dem Unglück aufgenommen wurde.

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Unruhe unter der Oberfläche: Heute wirkt der Lake Peigneur wieder so ruhig und friedlich wie vor der Katastrophe. Doch die Anwohner sind besorgt über Sichtungen von eigenartigen Blasen auf der Wasseroberfläche. Und die Pläne eines Energieunternehmens, im See neue Bohrungen vorzunehmen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?