Katastrophe in Mexiko - DER SPIEGEL
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Tödliche Kettenreaktion Das Trauma einer Nation

San Juan Ixhuatepec war ein friedlicher Ort im Norden von Mexiko-Stadt - bis am 19. November 1984 in der Raffinerie der Stadt eine Gasleitung platzte und eine grausame Kettenreaktion auslöste. Der Blogger und Buchautor Airen über ein Feuerinferno, das Hunderte tötete, Tausende verletzte - und eine ganze Nation traumatisierte.
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Hiobsbotschaft auf der Titelseite: "Holocaust" und "Inferno" betitelten die mexikanischen Tageszeitungen das Unglück, das zum tragischsten in der Geschichte des Landes gehört. Auf dem Foto sind die beiden größten Tanks der Ölgesellschaft Petróleos Mexicanos zu sehen, die aufgrund eines Lecks...

Foto: Alberto Rodríguez
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...in den frühen Morgenstunden des 19. November 1984 explodierten. Die Katastrophe, bei der Hunderte Menschen starben, gehört zu den schlimmsten Industrieunfällen der Geschichte.

Foto: Alberto Rodríguez
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Lagebesprechung: Neben dem Militär waren Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz und viele Freiwillige aus dem ganzen Land herbeigerufen worden, um die Katastrophengegend zu evakuieren, die Leichen zu bergen und eine Notversorgung der Überlebenden zu sichern.

Foto: Alberto Rodríguez
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Schauderhaft: Hunderte Schuhe der Toten wurden in den Straßen gefunden. Bis zu...

Foto: Alberto Rodríguez
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...600 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. In einem Bürgerzentrum wurden die Särge geöffnet aufgestellt, damit Angehörige die Toten identifizieren konnten.

Foto: Alberto Rodríguez
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Trauer um die Toten: Wegen der starken Hitze war von vielen Brandopfern nur noch Asche übriggeblieben, so dass ein einzelner Mann den Sarg mit den Überresten eines Menschen tragen konnte. Ein Geistlicher begleitet den Leichenzug zu dem...

Foto: Alberto Rodríguez
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...Massengrab, das in der Not ausgehoben wurde, um den Hunderten Opfern eine letzte Ruhestätte zu geben.

Foto: Alberto Rodríguez
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Verheerende Kettenreaktion: Nachdem der erste Tank um 5.45 Uhr explodiert war, flogen innerhalb der nächsten Stunde noch elf weitere der insgesamt 54 auf dem Gelände befindlichen in die Luft. Außerdem...

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...explodierten Hunderte Gaszylinder. Bis zum Folgetag um 10 Uhr dauerte es, bis das große Feuer unter Kontrolle gebracht worden war. Literweise...

Foto: Alberto Rodríguez
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...pumpten Feuerwehrleute Wasser in das Katastrophengebiet, um einen Temperaturanstieg, der weitere Explosionen hätte auslösen können, zu verhindern.

Foto: Alberto Rodríguez
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Lichterloh: Nach dem Unglück auf dem Gelände der Ölgesellschaft Pemex brennen mehrere Lkw. Die enorme Hitze, die bei den Explosionen entstand, hinterließ ein apokalyptisches Gebiet, kein Stein blieb auf dem anderen. Der Großteil der menschlichen Opfer wurde bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Foto: Alberto Rodríguez
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Zufluchtsort: Zu Hunderten pilgerten die Überlebenden in die Basílica de Nuestra Señora de Guadalupe, der Schutzpatronin Mexikos. Auf dem Platz vor der Kirche wurden Lebensmittel und Kleidung für die Überlebenden gesammelt.

Foto: Alberto Rodríguez
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Die Nacht wurde zum Tag: Die gewaltige Hitze, die bei den Explosionen und den bis zu 300 Meter hohen Stichflammen entstand, ließ Wohnhäuser in der Umgebung sekundenschnell zu Klumpen zusammenschmelzen. Insgesamt verbrannten mehr als zwölf Millionen Liter Flüssiggas.

Foto: Alberto Rodríguez
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Trümmerfelder: Selbst von diesem Steinhaus ist kaum noch etwas übrig. Die meisten Häuser des Armenviertels, die das Industriegelände umschlossen, waren nur aus Holz, Pappe und Wellblech errichtet. Viele schmolzen in der gewaltigen Hitze binnen Sekunden zu Klumpen.

Foto: Alberto Rodríguez
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Unvorstellbare Wucht: Die Ruine eines Hauses, das von einer durch die Gegend fliegenden "Salchicha" ("Würstchen") dem Erdboben gleichgemacht wurde. Bei den Explosionen wurden einige Teile der Anlage über mehrere Straßen weit durch die Luft geschleudert, kleinere Metallstücke gingen sogar in mehr als einem Kilometer Entfernung nieder.

Foto: Alberto Rodríguez
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Nothilfe: Die mexikanische Regierung ordnete nach der Katastrophe am Stadtrand der Hauptstadt den Einsatz sämtlicher Rettungsverbände an. Feuerwehr, Ärzte, Rotes Kreuz, Polizei, Armee und sogar Pfadfinder wurden zusammengerufen, um die mehr als 7000 Schwerverletzten zu versorgen.

Foto: Alberto Rodríguez
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Apokalypse: Das durch die Explosion völlig zerstörte Wohnviertel. Später wurde auch Kritik an den Behörden laut. Der Vorwurf: Sie hätten die obdachlos gewordenen Familien nach der ersten Notversorgung im Stich gelassen.

Foto: Alberto Rodríguez
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Der Tag danach: Auf dieser Luftaufnahme ist gut zu erkennen, wie nah das Wohnviertel San Juanico an der Pemex-Anlage liegt. Innerhalb von sechs Stunden mussten mehr als 250.000 Personen aus der Gefahrenzone evakuiert werden.

Foto: AP
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Gerettetes Waisenkind: Feuerwehrmänner bringen ein Mädchen, das die Katastrophe überlebt hat, zu einer Krankenstation. Die Eltern des Kindes waren bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Die Fotos wurden von Alberto Rodríguez zur Verfügung gestellt.

Foto: Alberto Rodríguez
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