Kefije: Mehr als ein Tuch - DER SPIEGEL
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Kefije Mehr als ein Tuch

Ob billiger China-Import oder handbestickt, knallfarben oder klassisch Schwarz-Weiß: Das Palästinensertuch erlebt im Nahen Osten eine Renaissance als Mode-Accessoire. Jetzt wird Kritik laut: Der Trend entweihe ein Nationalsymbol, wettern nicht nur die Palästinenser.
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Rada, 26, ist aus den USA zu Besuch in Beirut - und trägt Kefije. Für die einen ist das Palästinensertuch ein simples Mode-Accessoire, andere sehen es als Nationalsymbol, dass durch den Fashiontrend entweiht wird.

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Selbst Armreifen gibt es im "Kefije"-Design ...

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Palästinenser-Chic für Saudis: Diese Luxusausgaben des Traditionstuchs sind von einem der libanesischen Top-Designer veredelt worden. Kostenpunkt: 200 Dollar.

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Amar ist 16 und arbeitet in einem Laden für raubkopierte DVDs in Beirut. "Der Schal ist bloß ein Fashion-Statement", sagt er.

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Immer noch der berühmteste "Keffije"-Träger und im Nahen Osten allgegenwärtig: Yassir Arafat, hier ein Poster im Beiruter Flüchtlingscamp Schatilla.

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Den Palästinenserführer sah man nur selten "oben ohne". Er schlang die langen Enden des Tuches so über die Schulter, dass sie etwa den Umriss des historischen Palästina bildeten.

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Auwad Machmad Abdallah lebt zwar in Beirut, stammt aber aus Kuwait: Seit er zehn Jahre alt ist, trägt er die kuwaitische Variante der "Kefije". Hier führt er vor, wie sein Stamm, der "Naim"-Clan, das Tuch faltet. Dass die Jungen den Schal der Mode wegen tragen stört ihn nicht: "Die Mode wird gehen, die Keffije wird bleiben."

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Abid Sharje ist Palästinenser, hat aber kein Problem damit, in seinem Laden die farbigen Tücher zu verkaufen. "Das ist halt eine "Kefije Light", sagt der 30-Jährige.

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Die amerikanische Jet-Setterin und Designerin Mary-Kate Olsen trägt eine lilafarbene Kefije-Variante.

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Oscar-Preisträger Jeremy Irons bevorzugt es in Grün.

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Doch die Kefije hat nach wie vor auch praktischen Nutzen - etwa wenn sich palästinensische Jugendliche wie hier an der Grenze zu Israel beim Steinewerfen vermummen.

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