Kenia Korruption, Skandale, Massaker
Kenia gilt als eines der korruptesten Länder der Erde. Wohl daher kommt es, dass die blutigen Unruhen von 2007 (Bild) bisher keine rechtlichen Folgen hatten - obwohl Verantwortliche ausgemacht worden sind.
Hintergrund der Massaker war die Wahl Ende 2007, die knapp ausging und vermutlich von beiden Seiten gefälscht wurde, der des amtierenden Präsidenten Mwai Kibaki und seines Herausforderers Raila Odinga. Doch dann ließ sich der alte Präsident hastig neu einschwören, der Wahlkommission waren Überblick und Kontrolle längst entglitten, die Opposition ging auf die Straße - und das Chaos war perfekt.
Bei den Unruhen, hier ein Bild vom Januar 2008, kamen mehr als 1300 Menschen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt, Hunderttausende vertrieben.
Erst nach wochenlangem Gemetzel kam es - mit Hilfe des früheren Uno-Generalsekretärs Kofi Annan - zu einem Friedensabkommen und zur Bildung einer Großen Koalition, die Kenia wieder einigermaßen zur Ruhe brachte.
Dieses Bild zeigt Annan mit den beiden Kontrahenten Kibaki und Odinga, die sich beim Start der Versöhnungsgespräche in Nairobi unterhalten.
Bisher ist niemand für die Unruhen zur Rechenschaft gezogen worden. Das könnte sich nun ändern, wenn Luis Moreno-Ocampo vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Anklage erhebt.
Einer der möglichen Angeklagten ist William Ruto, der Anführer der Kalenjin-Ethnie und frühere Vertraute von Staatspräsident Moi.
Auch die rechte Hand des Staatspräsidenten, Francis Muthaura, könnte angeklagt werden.
Der höchstrangige mögliche Angeklagte ist der amtierende Finanzminister, Vize-Premier und Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta, Uhuru Kenyatta.