Kenianische Brennerei: "Kill me quick" - DER SPIEGEL
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Kenianische Brennerei "Kill me quick"

"Kill me quick" heißt das hochprozentige Gemisch, an dem sich Kenias Unterschicht berauscht. Die Brennereien sind profitabel, Todesfälle an der Tagesordnung. Doch die Politik bringt das illegale Gewerbe nicht unter Kontrolle. Ein Ortsbesuch.
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David ist Brenner: Der 31-Jährige produziert im Mathare-Slum, Nairobis zweitgrößtem Elendsviertel, Chang'aa, kenianischen Hirseschnaps.

Foto: Kerstin Dembsky
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Der Schnaps besteht aus Hirse, Mais, Zucker und Wasser. Das Gemisch muss gären, danach wird es gebrannt.

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Helfer kontrollieren den Druck und die Lage der Schläuche im Bach, der das Destillat herunterkühlt.

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Der Mathare River ist an dieser Stelle, im Osten von Nairobi, eher ein stinkendes Rinnsal, eine fließende Müllkippe. Es dampft, zischt und lärmt. Es riecht nach Fäulnis und Getreide.

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Der Schnaps ist gefragt in den Elendsvierteln Kenias. Was für die Mittelschichten das ordentlich gebraute "Tusker"-Bier, ist für die Armen Chang'aa. Seine Wirkung ist verheerend.

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"Kill me quick" heißt das Destillat auch in einschlägigen Kreisen. "Ein Glas reicht - und du hast für den Rest des Tages ausgesorgt", sagen kundige Kenianer.

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Pastor Omari: Er erzählt nicht von den vergangenen 15 Jahren, in denen er nun als Gemeindeleiter im Slum Korogocho tätig ist. Er erzählt von den 20 Jahren davor. "Mit zwölf habe ich das erste Mal Chang'aa getrunken", sagt er. "Ich war abhängig, ich habe mich sogar aus der Schule geschlichen, um irgendwo ein Glas zu bekommen."

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Er trank, bis er zum Glauben fand. Heute trinkt er nicht mehr, aber er hat immer noch Verständnis für die schnelle Flucht aus der Perspektivlosigkeit. "Es hat auch eine hohe soziale Komponente", sagt er: "Manchmal kamen meine Freunde schon morgens um 6 Uhr, um mich zum Trinken abzuholen."

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