Kennedys Dynastie ohne Zukunft
Die Prinzen der Kennedy-Dynastie: die Brüder John, Robert und Edward Anfang der sechziger Jahre. Der älteste Bruder Joseph Patrick, genannt Joe, war zunächst vom Vater und Clan-Chef Joseph für die US-Präsidentschaft vorgesehen gewesen, kam jedoch als Pilot im Zweiten Weltkrieg ums Leben.
Patriarch Joseph Kennedy hatte ein Vermögen mit Aktien und als Unternehmer gemacht. Unter Präsident Roosevelt war er als Botschafter nach London entsandt worden, wo diese Aufnahme mit Ehefrau Rose, den Töchtern Kathleen, Patricia, Jean und den Söhnen Edward (vorn) und Robert entstand.
Die Brüder Edward und Robert im Regent Park Zoo in London. 1940 wurde Joseph Kennedy als Botschafter abgezogen, nachdem er unter anderem bemerkt hatte, in Großbritannien sei die Demokratie "erledigt".
Da ihm selbst eine weitere politische Karriere verwehrt blieb, arbeitete Kennedy senior in den folgenden Jahrzehnten unaufhaltsam daran, einen seiner Söhne für das höchste Amt der USA zu qualifizieren. Er selbst blieb nach einem Schlaganfall 1961 bis zu seinem Tod 1969 gelähmt.
Die tragische Familiengeschichte der Kennedys begründete ihren Mythos: Präsident John F. Kennedy starb 1963 in Dallas, Texas, bei einem Attentat. Bruder Bobby wurde im Präsidentschaftswahlkampf 1968 erschossen.
Die Hoffnungen, Edward könne seinen Brüdern nachfolgen und sich ebenfalls eines Tages um die Präsidentschaft bewerben, erfüllten sich nicht.
Staatsakt für ein Idol: Die Ermordung des Hoffnungsträgers John F. Kennedy traumatisierte die USA nachhaltig. Das Foto zeigt seine Witwe Jackie Kennedy am 25. November 1963, dem Tag der Beerdigung in Washington, mit Tochter Caroline und dem salutierenden John F. Jr. sowie ihren Schwägern Teddy (li.) und Bobby.
1969 saß Edward Kennedy am Steuer seines Autos, als es aus nie geklärter Ursache in dem Ort Chappaquiddick von einer Brücke ins Wasser stürzte. Kennedys Beifahrerin Mary Jo Kopechne starb, er selbst gab später an, sich vom Unfallort entfernt zu haben.
Von dem Chappaquiddick-Zwischenfall erholte sich Kennedys politische Karriere nicht. Zwar bewarb er sich im Präsidentschaftswahlkampf 1980 um die demokratische Kandidatur, unterlag jedoch dem späteren Präsidenten Jimmy Carter. Das Foto zeigt Kennedy 1969 mit seiner ersten Frau Joan.
Ted und Joan waren seit 1958 verheiratet. Ihr Schwager JFK verlieh dem Ex-Model den Spitznamen "The Dish" (die Schnitte). Die Ehe zerbrach schließlich an seiner Untreue und ihrem Alkoholismus und wurde 1983 geschieden.
In zweiter Ehe war Kennedy seit 1993 mit der ambitionierten Rechtsanwältin Vicki Reggie verheiratet: "Vicki gab seinem Leben einen Sinn, eine Richtung", sagte ein Freund der Familie der "Vanity Fair". "Ted sagt oft, dass Vicki sein Leben gerettet habe, und er meint das wörtlich."
Die Kennedys an Bord ihres Segelboots "Mya" in Hyannisport, Massachusetts. In dem malerischen Ort an der Ostküste befindet sich die Sommerresidenz des Kennedy-Clans.
Im Mai 2008 wurde bei Edward Kennedy ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert. Im Krankenhaus versammelte sich seine engste Familie: seine Söhne Patrick und Edward, Stiefsohn Curran Raclin (mit Brille), Tochter Kara, Ehefrau Vicki (hinten) und Stieftochter Caroline (ganz rechts).
Mit seiner Schwägerin Jackie Kennedy verband Edward zeitlebens ein herzliches Verhältnis, das sich auch auf die Kinder John Jr. und Caroline übertrug.
Besonders Caroline und ihr Onkel Edward standen sich nahe. Doch die Familiegeschichte blieb von Tragödien überschattet.
Jackie Kennedy, die zuletzt als Lektorin in New York gearbeitet hatte, starb 1994 mit nur 64 Jahren an Krebs; John Jr., in dem viele die charismatischste Persönlicheit der neuen Kennedy-Generation sahen, kam im Alter von 38 Jahren bei einem Flugzeugabsturz seiner Privatmaschine 1999 ums Leben.
1986 heiratete Caroline Kennedy den Designer Edwin Schlossberg; das Foto zeigt sie mit Ted Kennedy und ihrer Cousine Maria Shriver, die heute mit Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger verheiratet ist.
Caroline Kennedy ist die wohlhabenste Frau im Kennedy-Clan. Politisch war sie zuletzt im Wahlkampf aktiv, engagierte sich für Barack Obama. Ihr Onkel drängte sie noch Anfang des Jahres 2009, für Hillary Clintons vakantes New Yorker Mandat im US-Senat zu kandidieren, doch aus "privaten Gründen" verzichtete Caroline schließlich.
Politische Ambitionen werden weiterhin auch Joe Kennedy (Mitte) nachgesagt, dem ältesten Sohn Bobby Kennedys (hier 1990 mit dem damaligen US-Präsidenten George Bush und Edward Kennedy). Joe saß bis 1999 im US-Kongress und wollte sich um den Gouverneursposten von Massachusetts bewerben, musste aufgrund privater Skandale seine Karriere jedoch auf Eis legen. Joe könnte einem möglichen Führungsanspruch Carolines gefährlich werden - die beiden mögen sich angeblich überhaupt nicht.
Auch Edwards zweiter Frau, Vicki, wird nicht das beste Verhältnis zu Caroline Kennedy nachgesagt. Wer von den dreien - Joe, Caroline oder Vicki - den verstorbenen Kennedy nun als Senator beerben wird und ob das Mandat überhaupt auf jemanden aus der Familie übergeht, ist offen.