Kevin Keegan beim HSV - DER SPIEGEL
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Kevin Keegan beim HSV Die Supermaus

So einen spektakulären Deal hatte die Bundesliga noch nicht gesehen: Im Jahr 1977 kaufte der HSV den englischen Fußballstar Kevin Keegan ein. Es war der Beginn einer großen Liebe - die in Verzweiflung umschlug, als er wieder ging. Zurück blieben viele deutsche Jungs, die auf den Namen Kevin hören.
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"Mighty Mouse" im Zweikampf: Keegan war vor allem für seine Laufstärke bekannt. Daran dürfte sich sein weiß gekleideter Gegenspieler spätestens in diesem Augenblick erinnert haben.

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Ein Stürmer findet die Lücke: Keegan, hier in seiner letzten Saison für den HSV im Spieljahr 1979/80, avancierte innerhalb kürzester Zeit zum Idol der Massen. Er hinterließ nach seinem Fortgang 1980 eine große Lücke, sowohl spielerisch, als auch in den Herzen der Fans. Keegans Durchbruch kam im zweiten Jahr an der Elbe unter der Trainer-Legende Branco Zebec. Im ersten Jahr noch auf Rechtsaußen eingesetzt, bekam er nun in der HSV-Offensive alle spielerischen Freiheiten.

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Welcome Kevin Keegan: 19 Jahre hatten sie an der Elbe warten müssen, nun war es endlich soweit: 1979 holte der HSV die Deutsche Meisterschaft. Mit einem 0:0 auf der Bielefelder Alm machte der HSV den ersten Meistertitel in der Bundesliga klar, mit einem furios auftrumpfenden Keegan in der Hauptrolle. Er war der überragende Spieler dieser Saison, unberechenbare Schaltstation im vorwärts drängenden HSV-Spiel. Keegan wurde mit 17 Treffern interner Goalgetter. Es war seine Saison.

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"Mighty Mouse" mit Zampano: Der umtriebige Generalmanager Dr. Peter Krohn holte Keegan für die damalige Rekordsumme von 2,3 Millionen Mark zum HSV. Es war der erste Transfer in der gesamten Bundesliga, der die Zwei-Millionen-Marke knackte. Zampano Krohn sprach von "Fußball 2000" und ließ in rosafarbenen Trikots spielen. Keegan galt als erster Popstar der Liga.

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Siegerpose vor der Westkurve: Ein klassischer Keegan-Jubel. Gerne ließ sich die Mighty Mouse nach einem ihrer zahlreichen Torerfolge ins Netz vor der Westkurve im heimischen Volksparkstadion fallen und frenetisch abfeiern. Keegan war in drei Spielzeiten 32 Mal für die Rothosen erfolgreich.

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Tausendsassa Keegan: Auch als Sänger feierte Kevin Keegan Erfolge: Mit der Gruppe Smokie nahm er 1979 "Head over Heels in Love" auf. Der Song erreichte Platz 10 der deutschen Hitparade und hielt sich 33 Wochen.

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Keegan, der Teenie-Star: Für das Comic-Magazin "Zack" posierte Kevin Keegan im Frühjahr 1980. Noch im selben Jahr wurde das Magazin eingestellt und Keegan verließ den HSV Richtung Southampton. Ob ein Zusammenhang bestand, ist bis heute unklar.

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Jubel nach dem Derby: Von 2000 bis 2005 trainierte Keegan Manchester City. Er führte den Club zurück in die Premier League und konnte sich im November 2002 über den ersten Sieg nach dreizehn Jahren gegen den übermächtigen Stadtrivalen Manchester United freuen.

Foto: Getty Images
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"Mighty Mouse" im lila Trainingsanzug: Als Trainer war Keegan nie eine "Rothose" und Lila war nun einmal die Auswärtsfarbe von Manchester City. Trotzdem gewann sein Team an diesem Tag gegen Norwich City (Heimfarbe: kanariengelb) mit 3:1.

Foto: Getty Images
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Erfolgloser Kraftakt: Genau 169 Zentimeter in die Höhe stemmte Kevin Keegan als "England-Manager" diesen übergroßen Fußball - so groß ist "Mighty Mouse" nämlich selbst. Genutzt hat es wenig: Sein Team schied bei der Europameisterschaft 2000 nach zwei Vorrunden-Niederlagen aus und Keegan legte sein Amt nieder.

Foto: dpa
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All the best: "Alles Gute, Kevin Keegan", Keegan verewigte sich im Foyer der HSV-Geschäftsstelle. Er sei "einfach total nett gewesen" huldigt ihm sein einstiger Teamkollege Rudi Kargus. HSV-Legende Uwe Seeler erinnert an einen Spieler, der "nie abgehoben war und immer mit offenem Herzen auf die Fans zuging."

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Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Sie haben ihn nicht vergessen. Auch gut 20 Jahre nach seinem Weggang ist Keegan immer noch ein Idol in der Hansestadt. Nach seiner Profi-Karriere arbeitete er erfolgreich als Trainer. 2000 betreute Keegan sogar das englische Nationalteam. Seinen letzten Posten als Coach übte er zwischen 2000 und 2005 bei Manchester City aus. Mittlerweile lebt Keegan zurückgezogen in Schottland und hat dem Fußball den Rücken zugekehrt.

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Fanfreundschaft: Nicht zu verkennen ist der Einfluss, den Keegans HSV-Zeit auf die freundschaftliche Verbindung zwischen HSV-Fans und englischen Anhängern hatte. Immerhin war Keegan schon auf der Insel ein Idol und Kapitän der englischen Nationalmannschaft gewesen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?