Echt-Sänger mit Regiedebüt Der Freischwimmer
Mit dem Film "Wach" feiert der ehemalige Echt-Sänger Kim Frank (M.) sein Spielfilmdebüt. Hier ist er am Set zu sehen mit seinen beiden Hauptdarstellerinnen Alli Neumann (l.) und Jana McKinnon (r.).
Der Film erzählt die Geschichte von C. und Nike. Sie sind 17 Jahre und starten ein Experiment: Sie wollen so lange es geht wach bleiben. Eine pure Erfahrung. Eine rauschhafte Reise durch 86 schlaflose Stunden beginnt.
Die beiden jungen Frauen wollen raus aus der Perspektivlosigkeit. Sie wollen sich spüren. C. und Nike filmen das Experiment. Halten alles auf ihrer Kamera fest. Doch die Müdigkeit zwingt sie zurück in die Realität.
Frank wuchs selbst in einer Sozialbausiedlung in Flensburg auf. Seine Mutter war alleinerziehend, hatte drei Jobs, zählte abends die Pfennige. "Ich weiß, wie es ist, eines der Kinder zu sein, aus denen nichts hätte werden sollen", sagt er.
"Wach" ist ein guter Film geworden. Ein klassisches Coming-of-Age-Drama, ein Roadtrip, dem man seine Unbedingtheit in jeder Sekunde anmerkt.
Im Film geht es eigentlich auch viel um Kim Frank, der das Drehbuch in fünf Tagen schrieb. Die Idee stammt von Hannah Sioda. Frank ist Regisseur, Kameramann und Cutter.
ZDF/ Clara Nebeling
Als Regisseur muss Frank sich noch finden. Welche Geschichten will er als Filmemacher künftig erzählen? Welche Handschrift möchte er seinen Werken geben? Keine Komödien, sagt er. Eher politisch. Wahrheit. Veränderung. Frank sagt: Er will mit seinen Filmen wehtun.
Früher war Frank Sänger der Band Echt. "Du trägst keine Liebe in dir" und "Weinst du?" waren große Hits.
Um das Jahr 2000 strotzte Frank nur so vor Popstarhaftigkeit. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich damals ein Arschloch war", sagt er.
Kim Frank (2. v. r.) mit seiner Band Echt im Jahr 1999. Viele Jahre später trafen sich die Musiker noch einmal, um an einem Comeback zu arbeiten. Doch dazu sollte es nicht kommen. Inzwischen verfolgt jeder seine eigene Karriere.