Jung verheiratet Kinderehe in Indien
Meena Lohar, 21 Jahre alt, blauer Rock, wurde im Alter von 14 Jahren verheiratet und schaffte es später, geschieden zu werden. Der Mann hatte bezüglich seines Alters gelogen (er war viel älter), und ihre Eltern halfen ihr bei der Trennung. In Gelb: Vaishali, 19. Ihr Vater arrangierte ihre Hochzeit, als sie jünger war, aber sie konnte ihn mithilfe ihrer Mutter und einer lokalen NGO davon abbringen. Auf der Treppe sitzt Meenas Großmutter; auch sie war vor sehr langer Zeit eine Kinderbraut.
Ein kleines Mädchen berührt das Bild einer hinduistischen Gottheit in Changedi, Rajastan, Indien. Hindus sind die größte religiöse Gruppe des asiatischen Landes, gefolgt von Muslimen. Kinderehen gibt es in beiden Gemeinden etwa in gleichem Umfang (laut Volkszählung jeweils circa 31 Prozent und 30 Prozent).
Arti Khatik und ihre Schwestern spielen mit ihrem Sohn. Arti erzählt ihrer Mutter manchmal, wie unglücklich sie ist. Die Mutter erwidert dann, dass sie sie, wenn sie kein Kind hätte, wieder hätte verheiraten können, ihr so aber keine andere Wahl bliebe.
Ein Feld in Changedi, Rajasthan, Indien. Es ist leicht zu erkennen, dass darauf nur Frauen und Kinder arbeiten.
Blick auf Changedi, die kleine Stadt, in der Meena, Arti und Vaishali geboren wurden. Hier, wie auch in anderen ländlichen Teilen von Rajasthan, sind Kinderehen üblich.
Eine Hochzeit in einem kleinen Dorf nahe Udaipur. Der Bräutigam behauptet, er sei 18 Jahre alt und die Braut 22. Ein Verwandter verrät später, dass die Braut jünger sei als der Mann. Manche Familien lügen bezüglich des Alters der Frau, weil sie Angst vor Strafen der Regierung haben. Manche der Mädchen haben keine Geburtsurkunden; das macht es einfacher für die Familien, eine Braut zu finden.
Artis Sohn liegt weinend am Boden, während Arti das Haus säubert, bevor ihre Schwiegermutter und ihr Ehemann von der Arbeit kommen. Arti ist "glücklich", dass ihre Schwiegermutter Witwe ist; mit noch einem Mann im Haus wären die Dinge viel schwieriger, denkt sie.
Ramgani Jat, 18 Jahre alt, steht im Haus ihrer Eltern. Sie wurde heimlich verheiratet, als sie noch sehr jung war. Ihre Heirat wurde "vollzogen", als sie 14 Jahre alt war. Sie kämpft fast täglich mit ihrem Vater, weil sie zu Hause bleiben und weiter lernen möchte, doch die Familie ihres Mannes will sie möglichst bald im Haus haben.
Ramgani Jat spricht mit Manju, einer Sozialarbeiterin der Jatan NGO, die ihr hilft, damit sie weiter zur Schule gehen kann; derweil blicken die anderen Frauen zu Ramganis Vater, der das Haus betritt. Ramgani erinnert sich daran, wie er einmal so wütend auf sie war, dass er ihre "westlichen" Kleidungsstücke verbrannte, weil sie fest entschlossen war, in der Schule zu bleiben.
Vaishalis kleine Schwestern sitzen neben ihrer Mutter. Dank Vaishali und ihrer Mutter werden sie noch nicht verheiratet und können weiter zur Schule gehen. Sie gehen auf eine Schule, die von Jainisten geleitet wird. Anhänger des Jainismus glauben, dass die Atmung den Tod von mikroskopischen Organismen verursacht, deshalb dient die weiße Maske als Pufferzone.