Kindesentzug Alptraum einer Mutter
Ein Foto aus glücklichen Tagen: Senah auf einem Spielplatz in Deutschland. Das Mädchen wurde vom eigenen Vater in dessen Heimatland "entzogen", in den Libanon.
Senahs Mutter, Rosina P., die in Lippstadt lebt, suchte Hilfe bei der Polizei, bei Behörden. Vergeblich. "Die haben alle gesagt, man könne nichts machen." Dann reiste sie in den Libanon, um ihre Tochter zu finden.
Rosina P. in Beirut: Schon im Herbst hatte sie von hier aus versucht, Senah zurückzubekommen. Doch es misslang. Im Januar reiste sie zum zweiten Mal dorthin. Doch die Situation vor Ort ist für die gebürtige Italienerin denkbar schwierig. Die Behörden zeigen sich nicht besonders engagiert, der Mutter zu helfen.
Wie in vielen anderen Fällen von Kindesentzug auch, liegt das Problem in den unterschiedlichen Gesetzen der jeweiligen Länder und fehlender Zusammenarbeit. So besteht zwischen Deutschland und dem Libanon kein Rechtshilfeabkommen für derartige Fälle. Für Rosina P. bedeutet das im Klartext: Niemand kann ihren Ex-Mann Hassan zwingen, die gemeinsame Tochter herauszugeben. Als muslimischer Vater hat er im Libanon das alleinige Recht, über sein Kind zu bestimmen.