Kino in den Achtzigern Gefangen im Lichtspiel-Labyrinth
"Caligula": Für die Älteren, die sich bei Bayern-Sex und blutjungen Schwedinnen eher langweilten, gab es im Saal nebenan dann auch härteren Stoff, wie etwa Tinto Brass' "Caligula".
Zum Abschied einen Sessel: Auch die kleinen Schachtelkinos haben ihre Fans. Als im Dezember 2003 eines am Hamburger Hauptbahnhof geschlossen wurde, strömten sie herbei und sicherten sich die rausgeworfenen Kinosessel.
Barbarisch: Auf dem Weg in den Wunschfilm kam man im Foyer nicht selten auch an Pappaufstellern der aktuellen Kinohelden vorbei, wie 1982 am muskelbepackten Arnold Schwarzenegger als "Conan der Barbar".
"Die Wildgänse kommen": Ende der Siebziger, Anfang der achtziger Jahre liefen im Kino endlos viele Kriegs- und Söldnerfilme. Darin konnte man harte Kerle bewundern wie Richard Burton in dem Klassiker des Genres "Die Wildgänse kommen".
"Megaforce": Wem die Filme über Vietnam nicht ausreichten, konnte sich auch bei apokalyptischen Endzeitfilmen wie "Megaforce" mit Barry Bostwick von 1982 entspannen. Die futuristisch anmutenden Kostüme in diesen Filmen sahen dabei schon in den Achtzigern seltsam aus.
"Kramer gegen Kramer": Ein anderes beliebtes Genre der Achtziger waren Sozialdramen wie "Kramer gegen Kramer" mit Dustin Hoffman und Meryl Streep. Der Krieg fand hier in der Familie statt.
Schulmädchen-Report: Wer statt Krieg lieber Sex wollte, schlich sich durch die dunklen Gänge des Kinocenters in einen der anderen Räume und lies sich im Softsex-Bereich mit Endlos-Reihen wie "Schulmädchen-Report" oder "Eis am Stiel" aufklären.
Zuhause in der Hölle: Die einsamen Helden waren noch immer das Schönste im Kinocenter. Während Rambo (hier in Teil II) und Mad Max ihren privaten Rachefeldzug führten, konnte man(n) sich mal wieder so richtig entspannen - zumindest in der ersten Reihe, dahinter war kaum Beinfreiheit gegeben.
"E. T. - Der Außerirdische": Einer der größten Erfolge des achtziger-Jahre-Kinos war jedoch kein Kriegsheld, sondern ein kleines, einsames Alien, dessen sehnlichster Wunsch es war, nach Hause zu telefonieren. Als "E.T." am Ende des Films dann von seinem Freund Elliott Abschied nehmen muss, blieb kein Auge trocken.
Supernasen: Nicht so gut stand es in den Achtzigern leider um die deutsche Komödie. Es ist kaum vorstellbar, dass irgendwer im Kinocenter die Scherze von Thomas Gottschalk und Mike Krüger in "Zwei Nasen tanken Super" tatsächlich lustig fand.
Der mit dem Nylonhemd tanzt: Ein ganz neues Genre brachte der bereits 1977 im Kino gelaufene Film "Saturday Night Fever" hervor - der Tanzfilm.
Die mit der Melone tanzt: Die Mutter aller Tanzfilme lief dann 1987 über die Leinwände - "Dirty Dancing" und jedes Mädchen wollte wie Jennifer Grey als Baby von Patrick Swayze auf Händen getragen und übers Tanzparkett gewirbelt werden.
Retro-Kino: Die Kinocenter von einst mit ihren Schachtelsälen sind inzwischen den zwar unpersönlichen, aber riesigen Multiplex-Kinos gewichen. Als 2007 Quentin Tarantinos "Death Proof" mit Streifen in den Bildern wie von abgenudeltem Zelluloid ein Stück der Atmosphäre der muffigen Schuhschachteln wieder zurück brachte, kam Wehmut auf - so was früher Standard.