Kino und Realität Die echten Nazi-Jäger
Himmelfahrtskommando: Eli Roth und Brad Pitt spielen in Quentin Tarantinos Film "Inglourious Basterds" (USA/BRD 2009) jüdische GIs, die mit Lust Nazis schlachten.
Haganah-Rekruten: Holocaust-Überlebende, die auf die Ausreise nach Palästina warten, trainieren 1948 auf dem Gelände des ehemaligen KZ Bergen-Belsen, das nun als Durchgangslager für "Displaced Persons" genutzt wird, für den Eintritt in die Haganah. Zu der 1920 gegründeten paramilitärischen Organisation der Zionisten, die nach der Gründung Israels in die reguläre Armee des jüdischen Staates überführt wurde, gehörte während des Zweiten Weltkriegs auch die Spezialeinheit Palamach. Die wiederum verfügte über eine "deutsche Abteilung", in der vor allem deutsche Juden für den Einsatz hinter den deutschen Linien ausgebildet wurden.
"Inglourious Basterds": "Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich..." - Filmplakat zu Quentin Tarantinos Film "Inglourious Basterds" (USA/BRD 2009), der die fiktive Geschichte einer US-Sondereinheit erzählt, die hinter den deutschen Linien auf Nazi-Jagd geht.
Lager Langwasser: 1946 versuchte die jüdische Organisation "Nakam" ("Rache"), die im alliierten Kriegsgefangenenlager Langwasser bei Nürnberg gefangenen Deutschen - darunter viele SS-Männer - zu vergiften. Die Aufnahme zeigt das Lager im Juli 1941 bei einer Propagandaveranstaltung der Wehrmacht, die Langwasser ihrerseits als Gefangenenlager genutzt hatte.
Tatort Bäckerei: Die Genossenschaftsbäckerei am Schleifweg in Nürnberg 1946. Ein Kommando der jüdischen Racheorganisation Nakam brach am 13. April 1946 in die Bäckerei ein und vergiftete die für die deutschen Kriegsgefangenen im Lager Langwasser bestimmten Brote mit Arsen.
Spurensicherung nach dem Attentat: Ein US-Offizier und ein deutscher Kriminalbeamter begutachten das Versteck, in dem die Attentäter in der Genossenschaftsbäckerei im Nürnberger Schleifweg sechs Flaschen mit Arsen versteckt hatten. Damit sollten die Brote für die deutschen Kriegsgefangenen im Lager Langwasser vergiftet werden.
Stimmungskanone: In Quentin Tarantinos Nazijäger-Film "Inglourious Basterds" (USA/BRD 2009) feiert Diane Krüger als Bridget von Hammersmark ausgelassen mit einer Gruppe deutscher Soldaten - doch die Rächer in gestalt eines aus jüdischen Soldaten bestehenden US-Sonderkommandos werden nicht lange auf sich warten lassen.
Eichmann vor Gericht: Am 15. Dezember 1961 verurteilte ein israelisches Gericht den früheren SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, einen der Hauptverantwortlichen für den Genozid an den europäischen Juden, zum Tode. Eichmann, der sich nach dem Krieg nach Südamerika abgesetzt hatte und unter dem Namen Ricardo Klement in Argentinien lebte, wurde im Mai 1960 von einem Kommando des israelischen Geheimdienstes gekidnappt und nach Israel ausgeflogen. Das Eichmann gefunden und vor Gericht gestellt werden konnte, war auch ein Verdienst des deutschen Staatsanwalts Fritz Bauer. Bauer gab seine Informationen über Eichmanns Versteck an Israel weiter, nachdem die bundesdeutsche Justiz eine Anklage gegen Eichmann nicht weiter verfolgte. Am 31. Mai 1962 wurde Eichmann in Tel Aviv hingerichtet.
Partisan Kovner: Der jüdische Dichter Abba Kovner (M.) floh 1942 aus dem Ghetto von Wilna und kämpfte anschließend als Partisan gegen die Deutschen. Nach Kriegsende versuchte Kovner einen monströsen Racheplan umzusetzen - die Tötung von sechs Millionen Deutschen als Vergeltung für die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden.