Vergessene Kinostars Nach dem Rummel
Plötzlich Prinzessin: "Ich habe mit irgendeinem Nerd geschlafen", witzelt Carrie Fisher, wenn man sie fragt, wie sie an die Rolle der Prinzessin Leia gekommen ist. Über Nacht wurde Fisher zum Weltstar - und zu einem elementaren Bestandteil des "Star Wars"-Universums. Doch der gigantische Erfolg führte dazu, dass...
...sie für Publikum und Produzenten für immer mit der Rolle verschmolz: So bekam sie danach nur noch mehr oder minder große Nebenrollen ("Hannah und ihre Schwestern", "Harry und Sally") oder verulkte ihren Leia-Ruhm in Cameo-Auftritten. In "Blues Brothers" tauchte sie als rachsüchtige Ex-Freundin mit Maschinengewehr im Anschlag auf oder hatte in "Scream 3" eine Szene als Ärztin, die ständig mit Carrie Fisher verwechselt wird.
Karriere machte sie dennoch - als Autorin. Sie ist ein gefragter Script Doctor in Hollywood und polierte unter vielen anderen die Drehbücher von "Eine Hochzeit zum Verlieben" mit Adam Sandler und "Sister Act" auf. Zudem erschien 1987 ihr erfolgreiches Romandebüt "Postcards From The Edge". Zuletzt sorgte sie 2008 mit "Wishful Drinking" für Aufsehen. In der Autobiografie schreibt sie entwaffnend offen und selbstironisch über ihre Medikamentenabhängigkeit, ihre gescheiterte Ehe mit dem Sänger Paul Simon und ihre manisch-depressiven Episoden, die sie zuletzt mit einer radikalen Elektroschock-Therapie behandeln ließ.
Carrie Fisher starb am 27. Dezember 2016 in Los Angeles.
Das ewige Karate-Kind: 1984 spielte Ralph Macchio in dem Film "Karate Kid" den jungen Kampfsportschüler Daniel LaRusso. Er machte Karate auf der ganzen Welt zum Trendsport - und brachte mit seinem Hundeblick Abermillionen Teenie-Herzen zum schmelzen. Dabei war Macchio bereits 24, als er die Rolle zum ersten Mal spielte.
Auch mit 48 Jahren sieht...
...Ralph Macchio kaum älter aus: Kein Wunder. Während andere junge Schauspieler mit Partyexzessen, Alkoholsucht und dem einen oder anderen Auto-Crash das klassische Teeniestar-Programm durchgezogen haben, hat er nie mit Skandalen für Aufsehen gesorgt.
Doch für Erwachsenenrollen ist das sympathische Milchgesicht offenbar zu niedlich. Seit den neunziger Jahren teilt er Carrie Fishers Schicksal und hält sich mit Cameo-Auftritten und Nebenrollen über Wasser. Er nimmt es mit Humor. In dem zum Schreien komischen Kurzfilm "Wax On, Fuck Off" persifliert er sich selbst als arbeitsloser Schauspieler, der versucht, sich ein Bad-Boy-Image zuzulegen, um wieder an Rollen zu kommen.
Der Dreh mit dem Kopf: "Ich wollte eine Prinzessin sein. Ich wollte in Disney-Filmen spielen oder in 'Lassie' oder 'Flipper'. Ich wollte kein Monster sein", beschwerte sich Linda Blair einmal in einem Interview. Doch 1973 wurde die damals 13-Jährige als von einem Dämon besessene Regan in "Der Exorzist" zum vermutlich unheimlichsten Kind der Filmgeschichte. 2001 fragte DER SPIEGEL wie sie es verkraftet habe, Sätze wie "Deine Mutter lutscht Schwänze in der Hölle" zu sagen. "Niemand hat mir erklärt, was das bedeutet. Das war auch gut so", entgegnete die Schauspielerin.
Für ihre Performance in dem Horrorklassiker wurde sie mit einem Golden Globe ausgezeichnet und für einen Oscar nominiert. Allerdings bevor klar war, dass sie in den drastischsten Szenen von einer anderen Schauspielerin gedoubelt worden war. Zudem war mit...
..."Der Exorzist" der Traum von der Rolle in einem Disney-Film aus: Was sollte eine 13-Jährige spielen, die wie eine Irre geflucht, literweise grünen Schleim erbrochen und sich brüllend ein Kreuz zwischen die Schenkel gerammt hatte? In den folgenden Jahren wurde sie immer wieder in Rollen besetzt, in denen Sie mitunter sehr freizügig misshandelte oder sexuell missbrauchte Mädchen spielte. Zudem drehte sie viele Horrorfilme. Doch während sie unter Horrorfans zu einer festen Größe avancierte, wurde sie nie wieder so erfolgreich wie mit "Der Exorzist".
Heute ist Linda Blair 51 Jahre alt, Veganerin und für ihren Einsatz als Tierschützerin bekannter, als für ihre sporadischen Auftritte in Fernsehfilmen und -serien.
Der Lockenkopf aus der Lagune: Eigentlich wollte Christopher Atkins Sportarzt werden. Doch auf Drängen eines Freundes ging der gerade 18-Jährige zum Casting für "Die Blaue Lagune", stach 4000 Mitbewerber aus und wurde an der Seite der damals 14-jährigen Brooke Shields zu einem der Sexsymbole der achtziger Jahre. Vielleicht waren die vielen freizügigen Nacktszenen daran nicht ganz unschuldig. "Mehrfach wurden mir von Fans die Kleider förmlich vom Leib gerissen." Doch dann...
...folgte der Abstieg: In heute weitgehend vergessenen Filmen musste er in den achtziger Jahren immer wieder die Rolle des Jungen mit dem nackten Oberkörper spielen. "Sobald ich mal eine Rolle hatte, in der ich keinen Lendenschurz tragen musste, war es eine Badehose", erinnert sich Atkins. Der Star wurde alkoholabhängig.
Auf einige lausige schauspielerische Leistungen des Jungen, der sich nie für Schauspielerei interessiert hatte, folgten in den neunziger Jahren Fernsehfilmrollen und Low-Budget-Produktionen. Bis heute hat er 65 Rollen in Filmen und TV-Serien gespielt - und hält das Patent auf einen Angelköder.
Supermans feste Freundin: Braune Augen, schmale Lippen, wacher Blick - während Christopher Reeves unter Filmfans für immer der einzig wahre Superman sein wird, ist Margot Kidder die Lois Lane, an der sich alle späteren messen mussten. Zwar hatte Kidder schon in den siebziger Jahren einige Horrorfilme gedreht (darunter Brian de Palmas "Die Schwestern des Bösen"), doch bekannt wurde sie als knallharte Reporterin mit einer Schwäche für schmalzlockige Überflieger - in der "Superman"-Filmserie. Während sie dem Stählernen in Strumpfhosen vier Filme lang die Treue hielt, ging es in ihrem Privatleben...
...drunter und drüber: Ein Jahr nachdem der letzte Teil der "Superman"-Serie abgedreht war, wurde bei Margot Kidder eine manische Depression diagnostiziert. Ihre depressiven Episoden nennt sie "meine Monster". Während ihre Rollen in TV- und Direct-to-Video-Produktionen, die sie nach der "Superman"-Serie hauptsächlich drehte, für wenig Aufsehen sorgten, machte sie in den Neunzigern Schlagzeilen mit ihren privaten Tiefpunkten. 1990 hatte sie einen schweren Unfall und war aufgrund der Verletzungen zwei Jahre lang nicht mehr in der Lage, zu arbeiten.
1996 dann schockierte sie die Welt, als sie plötzlich verschwand. Vier Tage später wurde sie schmutzig, geistig verwirrt und mit ausgeschlagenen Vorderzähnen in der Pappkartonunterkunft eines Obdachlosen aufgefunden. In einem Interview mit dem "People Magazine" erzählte sie später, dass sie zuvor in einer manischen Episode tagelang im Akkord an ihrer Biografie geschrieben habe, nur um dann zu merken, dass ein Computervirus langsam ihr Manuskript auffraß - die Arbeit von drei Jahren war unrettbar verloren. Ihr Gemütszustand schlug in Depressionen und Paranoia um. Sie glaubte, dass ihr erster Exmann und die CIA sie verfolgen, um sie zu töten - weil ihr Buch genug Macht habe, die Welt zu verändern.
Nach diesem Vorfall sah sie ein, dass sie krank ist und begab sich in Behandlung. Ihre Autobiografie wurde niemals fertig - ihre Rolle als Lois Lane ist unvergessen.
So ein Satansbraten: Wie kommt man eigentlich an eine Rolle als Sohn des Satans? Der damals vierjährige Harvey Stephens bekam seine, nachdem er "Omen"-Macher Richard Donner eins mit der Faust in die Weichteile verpasst hatte - selbstverständlich erst, nachdem der Regisseur ihn dazu aufgefordert hatte.
Danach spielte Stephens noch in einer Fernsehproduktion und kümmerte sich danach...
...nicht weiter um das Filmgeschäft: "Nach meinem zweiten Film war ich zehn oder elf und für Kinder in diesem Alter gibt es einfach nicht so viele Rollen." So ist er einfach weiter zur Schule gegangen. Seit 2008 taucht Stephens allerdings manchmal mit seinem Dreirad aus dem Film auf Horror-Conventions zu Autogrammstunden auf. Und "es gucken mich immer noch alle an, wenn 666 in einer Telefonnummer oder einer Restaurantrechnung auftaucht."
Das Entlein, das ein Schwan sein wollte: Für "Flashdance" habe sie zu jüdisch ausgesehen, bei "Endlose Liebe" wurde sie nicht einmal zum Vorsprechen eingeladen. "Der Assistent des Regisseurs sagte, sie würden ein 'schönes Mädchen' suchen", beschwerte sich Jennifer Grey 1987 in einem Interview mit der "New York Times". Doch die Rolle des hässlichen Entleins Frances "Baby" Hausmann in "Dirty Dancing" machte sie dann doch noch zum Star.
Gegen den Frust, nie "die Schöne" spielen zu dürfen, half es offenbar wenig. Denn wenige Jahre nach dem Film entschied sich...
...Jennifer Grey für eine Nasen-OP: Doch auf die perfekte Stupsnase folgte ein böses Erwachen. "Ich ging als Berühmtheit in den Operationssaal - und verließ ihn als Unbekannte. Es war als wäre ich in einem Zeugenschutzprogramm oder unsichtbar. Ich erinnere mich, wie ich ein Restaurant besuchte, in das ich seit Jahren ständig ging. Ich traf ein paar Leute, die ich kannte und sagte 'Hey!' - Nichts. Ich werde für immer diese früher berühmte Schauspielerin sein, die niemand bemerkt - wegen einer Nasen-OP"
Wo ist Harold? Er hat sich erschossen, erhängt, die Kehle durchgeschnitten - und wurde unsterblich. Als "Harold And Maude" 1971 in die Kinos kam, floppte die damals als unappetitlich empfundene Liebesgeschichte zwischen der alten Frau und dem todessehnsüchtigen Teenager. Doch über die Jahre wurde die Romanze mit dem Cat-Stevens-Soundtrack unaufhaltsam zum Kultfilm. Doch Bud Cort, der Junge mit dem kränklichen Teint und dem griesgrämigen Kindergesicht, verschwand von der Bildfläche. Obwohl ihm...
...danach die Rolle des Billy Bibbit in "Einer flog übers Kuckucksnest" angeboten wurde: Doch Bud Cort hatte Angst, auf die Rolle des Geisteskranken festgelegt zu werden. 1979 dann hatte er auf dem Rückweg von einem Frank-Sinatra-Konzert einen unverschuldeten Autounfall. Cort erlitt eine schwere Schädelfraktur, Glas zerschnitt sein Gesicht, er verlor mehrere Zähne und verbrachte Monate im Krankenhaus, um mit plastischer Chirurgie wiederhergestellt zu werden. Danach folgten nur noch kleinere Rollen und Fernsehauftritte.
Die vielen Fans von "Harold And Maude" haben ihn allerdings nie vergessen. So hatte er in den letzten Jahren kleinere Rollen in großen Filmen wie Wes Andersons "Die Tiefseetaucher", Wim Wenders' "Million Dollar Hotel", Michael Manns "Heat" und Kevin Smiths "Dogma".
Einen Affen aufgebunden: Eigentlich wurde Fay Wray mit einem kleinen Trick dazu gebracht, die Rolle in "King Kong" zu spielen. Bei ihrem Treffen versprach Co-Regisseur Merian Cooper, sie werde an der Seite des größten und dunkelsten Filmstars der Welt spielen. "Ich dachte, er meinte Cary Grant", erinnert sie sich noch Jahrzehnte später.
Zwar war Wray schon zu Stummfilmzeiten ein Star - sie hatte seit 1919 in mehr als 50 Silents mitgespielt - und ihre liebste Rolle blieb die der Mitzi in Erich von Stroheims Meisterwerk "Der Hochzeitsmarsch". Dennoch war ihr zweiter Gedanke bei der Uraufführung von "King Kong", dass ihr Name nun für immer mit dem Affen verbunden sein würde. Ihr erster...
...Gedanke war: "Ich habe zu viel geschrien." Dafür ging sie als die erste Scream-Queen in die Filmgeschichte ein. Doch leider wurde sie mit dieser Rolle auch auf das Horror- und Abenteuergenre festgelegt. Ab den vierziger Jahren trat sie nur noch selten in Filmen auf.
Bei einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte im Mai 2004 besuchte sie noch einmal das Empire State Building, bevor sie im September desselben Jahres im Alter von 96 Jahren starb. Kurz zuvor hatte sie Peter Jackson noch versprochen, in seinem "King Kong"-Remake einen Cameo-Auftritt zu machen. Sie sollte die legendären letzten Zeilen des Originals sagen: "Oh no, it wasn't the airplanes. It was beauty that killed the beast." Leider starb sie wenige Wochen vor dem Dreh.
Der Sechsjährige mit dem sechsten Sinn: Während der Dreharbeiten zu "Shining" achtete Regisseur Stanley Kubrick peinlich genau darauf, dass der kleine Danny Lloyd nicht merkte, dass er der Star eines Horrorfilms ist. Den Jungen, der aus 5000 Kandidaten ausgewählt wurde, hätte das wohl herzlich wenig interessiert. Kurz nach dem Dreh gestand er in einem Interview grinsend: "Alles, worüber ich nachgedacht habe, war, was meine Mutter mir von dem ganzen Geld kaufen würde. Ich dachte am Anfang, ich würde, wenn überhaupt, zwei Dollar oder so bekommen. Jetzt weiß ich, dass ich fünf- oder sechshundert Dollar kriege."
Doch danach...
...verschwand der smarte Sechsjährige von der Leinwand wie von Geisterhand: Noch einmal konnte man ihn 1982, zwei Jahre nach "Shining", in dem Fernsehfilm "Nixons rechte Hand - Der Fall G. Gordon Liddy" sehen. Dann entschied sich Danny offenbar gegen eine Karriere als Schauspieler - und arbeitet heute als Professor für Biologie an einem College in Kentucky.
Als Porno Politik war: Der Film, der Linda Lovelace den Durchbruch brachte wurde in nur sechs Tagen runtergekurbelt - mit einem Budget von 22.500 Dollar, die der Legende nach von der Mafia vorgestreckt wurden. Eingespielt hat "Deep Throat" (1972) rund 600 Millionen. Eine Verbotsklage sorgte für den Erfolg des Pornofilms über eine Frau, deren Klitoris im Hals sitzt. Ein Ticket für den Film zu kaufen, war auf einmal ein Akt der freien Meinungsäußerung. Stars wie Jack Nicholson und der Moderator Johnny Carson gingen in den Film, die "New York Times" veröffentlichte eine Rezension. Noch nie hatte ein Pornofilm für so viel Aufsehen gesorgt.
Und Linda Lovelace? Der Star von "Deep Throat", erhielt 1200 Dollar für die Rolle. Das war's. Sie nutzte ihren Karriereschub,...
...um von da an nur noch Softsexfilme zu drehen: In späteren Jahren verstrickte sie sich dann in eine Reihe widersprüchlicher Aussagen, die einen Blick auf die Schattenseite des Pornofilmgeschäfts warfen. Sie behauptete, ihr damaliger Mann habe sie zur Prostitution gezwungen und alle Sexszenen des Films seien mit vorgehaltener Waffe gedreht worden. Tatsächlich tauchten später noch einige üble Frühwerke auf, die Lovelace beispielsweise beim Geschlechtsverkehr mit Hunden zeigen. In den achtziger Jahren rief sie eine Anti-Pornografie-Kampagne ins Leben. Dennoch fand sie nichts dabei, sich 2001 für das Sexheft "Leg Show" ablichten zu lassen. Ein Jahr später starb Lovelace nach einem schweren Autounfall.
Einstein mit Elektroschockfrisur: 1988 eroberte ein Australier mit Struwwelpetermatte mit der durchgeknallten Komödie "Einstein Junior" die Welt. In ihr entdeckt der junge Einstein die Formel für die Relativitätstheorie per Zufall auf der Suche nach dem Geheimnis der Blasen im Bier, erfindet nebenbei die Rockmusik und das Surfen und datet Marie Curie. Das einzige, was noch absurder war, als die beknackte Handlung des Films, war der Name des Regisseurs, Drehbuchautors, und Hauptdarstellers: Yahoo Serious.
Doch die große Filmkarriere des Allroundtalents blieb aus. Er...
...drehte nur noch die Komödien "Robin Hood Junior" und "Mr. Accident": Beide floppten. Zuletzt hörte man von Serious, als er versuchte, die Internetsuchmaschine Yahoo zu verklagen, weil sie seinen Namen geklaut hätten. Die Klage wurde abgewiesen, weil das Gericht beschied, dass zwischen dem Schauspieler und der Internetfirma keine Verwechslungsgefahr bestünde.
Filmstar wider Willen: Lamberto Maggiorani wollte gar nicht zum Film. Der Mechaniker war nur zufällig mit auf einem Foto von seinem Sohn, dass seine Frau zu einer Produktionsfirma geschickt hatte, weil diese auf der Suche nach einem kleinen Jungen waren. Doch dann wurde der Vater zum Casting eingeladen - und erhielt die Rolle des Antonio Ricci in Vittorio De Siccas "Fahrraddiebe" von 1948. In dem Filmklassiker spielt er einen Arbeitslosen, der im Italien der Nachkriegszeit endlich einen Job ergattert - doch dann wird ihm das Fahrrad gestohlen, das er für die Arbeit unbedingt braucht.
Maggiorani erhielt 1000 Dollar für die Rolle und wurde drei Monate lang von einer schwarzen Limousine zum Set gefahren. Doch...
...während de Sicas Meisterwerk des Neorealismus ein großer internationaler Erfolg wurde, zeigte der Mechaniker keine weiteren Ambitionen, ein Star zu werden: Er ging zurück in die Fabrik. "Ein fester Arbeitsplatz ist besser als alle Reichtümer der Welt", erklärte er 1950 einem Reporter des "Time Magazine".
Dann, wenige Monate nach dem Filmstart, musste der Fabrikdirektor 350 Arbeiter entlassen. Maggiorani wurde ins Büro gerufen: "Deine Kollegen sind sauer", sagte sein Chef, "sie glauben, du hättest mit dem Film Millionen verdient. Es wäre nicht fair, sie zu feuern und dich zu behalten." So schlug sich Maggionrani für den Rest seines Lebens mehr schlecht als recht als Schauspieler wider Willen durch. De Sica half ihm dabei nicht. Der Regisseur sagte zu dem Schicksal seines Hauptdarstellers nur: "Ich glaube nicht, dass er eine Zukunft als Schauspieler hat. Er sollte bei seiner normalen Arbeit bleiben."
Der andere von "Cheech und Chong": 1978 machten Cheech Marin und Tommy Chong den ersten Cheech-und-Chong-Film "Viel Rauch um nichts". Die Komödie um zwei Kiffer, die in einem Van, der komplett aus Hasch besteht, durch die USA kurven, wurde zum Kultfilm. Doch während Cheech Marin seitdem Dutzende Filme drehte und von seinem Kumpel Robert Rodriguez bis heute immer wieder Rollen in seinen Werken zugeschanzt bekommt, tauchte Chong nur in den sieben weiteren "Cheech und Chong"-Teilen auf.
Stattdessen sorgte er 2003 für Schlagzeilen, als er vor Gericht...
...beschuldigt wurde, Drogenutensilien zu bewerben und zu finanzieren: Tatsächlich hatte sein Sohn Paris eine Firma namens Chong Glass/Nice Dreams gegründet, mit der er Bongs und Haschpfeifen vertreibt. Tommy Chong gestand - weil im Gegenzug seine Frau und sein Sohn nicht verurteilt wurden. Der Prozess war Teil einer USA-weiten Ermittlung, bei der Unternehmen, die Rauchgeräte dieser Art anboten, unter die Lupe genommen wurden. Insgesamt saßen 55 Leute auf der Anklagebank. Ins Gefängnis musste nur Tommy Chong. Seine Strafe von neun Monaten saß er zwischen dem 8. Oktober 2003 und dem 7. Juli 2004 ab.
Für immer der junge Jedi? Nach seinem Erfolg als Luke Skywalker in "Star Wars" hat Mark Hamill alles versucht, um die Rolle abzuschütteln. Statt Filme zu drehen,...
...spielte er in Broadway-Produktionen wie "Amadeus" und "Der Elefantenmensch": Zudem nahm er einige wirklich miese Rollenangebote an. Etwa in dem gefloppten Kriegsdrama "The Big Red One" oder dem kaum erfolgreicheren Teeniefilm "Zwei heiße Typen auf dem Highway". Schließlich landete er bei der Synchronisation und ist heute immerhin ein gefragter Synchronsprecher. Hamill scheint sein Ziel erreicht zu haben. Öfter als dass man ihn bittet, "möge die Macht mit dir sein" zu sagen, soll er auf Comic-Conventions das Lachen des Jokers nachmachen, dem er zwischen 1992 und 1999 in der "Batman"-Zeichentrickserie seine Stimme geliehen hat.