Brudermord Holocaust-Opfer Ernst Flatow
Pfarrer Ernst Flatow: Inmittelbar nach Einführung des Arierparagraphen durch die Nationalsozialisten verlor Pastor Ernst Flatow seine Stelle als Krankenhauspfarrer in Köln. 1942 wurde er ins Warschauer Getto deportiert. Den Holocaust überlebte er nicht.
Feier zur "Machtergreifung": Aus Anlass der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 demonstrierte die SA mit einem riesigen Aufmarsch, wer nun das Sagen im Lande hatte. Die evangelische Kirche wollte sich ihre Selbstständigkeit bewahren - und opferte dafür ihre jüdischstämmigen Amtsbrüder der NS-Doktrin.
Brauner Boykott: Unmittelbar nach ihrem Machtantritt starteten die Nationalsozialisten im April 1933 eine systematische Kampagne gegen die deutschen Juden. Auch die protestantische Kirche war dagegen nicht immun. Sie entfernte den aus einer jüdischen Familie stammenden Pfarrer Flatow aus dem Amt.
"Judenboykott" vor dem KaDeWe 1933: NS-Anhänger demonstrieren am 1. April 1933 vor dem geschlossenen "Kaufhaus des Westens" (KadeWe) an der Berliner Tauentzienstraße.
Warschauer Getto: Die Nazis brachten Anfang der vierziger Jahre tausende Juden ins Warschauer Getto, darunter auch Christen, die jüdischen Familien entstammten.
AP
Schuster im Warschauer Getto: Die Nazis pferchten tausende Juden im Warschauer Getto ein. Nur wenige bekamen von den Deutschen ihre Arbeitsgenehmigung wieder - wie dieser jüdischen Schuster.
Unterzeichnung des Grundgesetzes: Schon bald nach der Machtübernahme der Nazis wurde der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, späterer Bundeskanzler, von den Nazis aus dem Amt vertrieben. Auch Ernst Flatow, bis zu diesem Zeitpunkt ein geschätzter Seelsorger am kommunalen Krankenhaus Lindenburg, wurde von der Stadt gefeuert.
Flugblatt gegen den Boykott jüdischer Geschäfte: Der ehemalige Frontkämpfer Richard Stern stellte sich am Tag des Boykotts jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 demonstrativ mit seinen Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg dekoriert vor sein Bettwaren-Geschäft in Köln. Unter der Überschrift "An alle Frontkameraden und Deutsche!" hatte Stern das selbstverfasste Flugblatt drucken und verteilen lassen. Stern wurde am Nachmittag verhaftet, aber noch am selben Abend wieder entlassen.