Kirgisien Unruhen im Armenhaus
Hunderte Tote, Hunderttausende Flüchtlinge: Seit einer Woche wird Kirgisien von Unruhen erschüttert. Die usbekische Minderheit flieht - und wartet - wie diese Frau mit ihrem Kind - an der Grenze nach Usbekistan auf eine Gelegenheit, den chaotischen Umständen zu entkommen.
Auch diese Flüchtlinge hoffen nahe der usbekisch-kirgisischen Grenze auf Hilfe. Zehntausende sind vor den Ausschreitungen und Attacken geflüchtet. Viele berichteten von bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Kirgisien.
Dieser Mann steht fassungslos vor den Trümmern seines niedergebrannten Hauses in Osch. Die Stadt wird seit Donnerstag von schweren Unruhen erschüttert. Mindestens 117 Menschen wurden getötet. Die usbekische Gemeinde spricht sogar von 700 Toten.
Gebäude brannten in den vergangenen Tagen, mit Stöcken und Steinen bewaffnete junge Männer zogen durch die Straßen der Stadt Osch und warfen Fenster ein.
Nach Berichten von Augenzeugen waren Unruhen zwischen Usbeken und Kirgisen Auslöser der Unruhen in Osch. Beobachter berichteten von langanhaltendem Gewehrfeuer.
Auch dieses Gebäude wurde bei den Krawallen verwüstet.
Die Stadt Osch gilt als Hochburg des gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew, dieser floh nach dem Putsch im April ins Ausland.
Die Übergangsregierung in Kirgisien verhängte den Ausnahmezustand über Osch und schickte Truppen und Panzerfahrzeuge. Der Ausnahmezustand soll vorerst bis zum 20. Juni gelten.
Die Armee mobilisierte zudem alle Reservisten im Alter zwischen 18 und 50 Jahren.
Mehr als 1400 Menschen wurden seit Donnerstag verletzt - Menschen spenden Blut in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Bischkek.
Bereits im April 2010 gab es Unruhen - in der Hauptstadt Bischkek. Dort brannten Autos, Explosionen erschütterten die Stadt.
Die Sicherheitskräfte feuerten auf die protestierende Menge in der Hauptstadt. Zudem setzten sie Lärmgranaten und Tränengas ein.
Viele Menschen wurden bei den Demonstrationen während des Machtwechsels im April verletzt. 87 Menschen starben.