Arbeitsrechte in Jordanien Einst Hausfrau, jetzt Klempnerin
Neues Leben mit 41: Die Jordanierin Maryam Mutlaq ergreift nach Jahren als Hausfrau und Mutter einen Beruf als Klempnerin. Zu Beginn waren selbst ihre Kinder skeptisch, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Einsatz in einer Schule in der Großstadt Zarqa: Bis zu ihrer Berufsausbildung war es ein weiter Weg. In Jordanien bleiben Frauen traditionell zu Hause. In der arabischen Welt arbeitet nur ein Viertel der Frauen außerhalb des Haushaltes - und dann meist in Pflegeberufen oder als Lehrerin. In Jordanien ist der Satz noch niedriger: Nur 14 Prozent der Frauen sind erwerbstätig.
Mutlaq bei der Hausarbeit in ihrer Küche in Zarqa: "Wir werden die Schranken, die behaupten, Frauen können so etwas nicht, einreißen." Nach ihrer Ausbildung als Klempnerin ist die 41-Jährige optimistisch.
Schulhof in Zarqa: Mutlaqs Mann hat sie 2014 ermutigt, bei einem US-Hilfsprojekt in Jordanien das Handwerk zu lernen. Die Amerikaner wollten mit der Ausbildung von Frauen zu Klempnerin auch zum Wassersparen beitragen: Wegen der strikten Geschlechtertrennung tropfen in Jordanien eher die Wasserhähne, als dass ein Mann zur Reparatur ins Haus gelassen werde.
Die Klempnerin mit einer Schülerin: Mutlaqs vier Kinder waren zunächst strickt gegen den Beruf der Mutter. Die jüngste Tochter schämte sich für die grüne Arbeitskleidung. Doch Mutlaq behielt sie auch bei einem Eltern-Lehrer-Gespräch an, um ihrer Zwölfjährigen zu zeigen, dass sie stolz auf ihre Arbeit ist.
Die Internationale Arbeitsorganisation geht davon aus, dass die jordanische Wirtschaft von mehr Geschlechtergerechtigkeit profitieren würde - mit einem Wachstum von etwa fünf Prozent.
Zu Hause im Sessel: "Ich habe Angst, dass ich zu Hause sitzen bleibe." Nach dem Ende der Ausbildung im Hilfsprogramm muss sie den Schritt in die Selbständigkeit schaffen.
Mutlaqs Traum: Ein eigener Klempnerladen, in dem sie Rohre und Ersatzteile verkauft.
Selbst einen Namen für ihrer eigenen Laden wüsste sie schon: Challenge, sprich Herausforderung.