Klimagipfel in Durban Der Marathon von Durban
Die Umweltaktivisten wussten es vorher: Ein Mitglied der Sierra Student Coalition protestiert an Durbans Nordstrand gegen die Zögerlichkeit von Wirtschaft und Politik in Sachen Klimaschutz. Immerhin: Die Klimagipfel sind seltene Gelegenheiten...
...für engagierte Umweltaktivisten, den Entscheidern tatsächlich nahe zu kommen. Hier versuchen zwei als Bäume maskierte Greenpeace-Aktivisten die Perspektiven eines Delegierten zu erweitern. Mittelfristig mag so etwas...
...wirken, wenn wie in Durban die Meinungen und Interessen von Menschen aus 194 Ländern der Erde aufeinandertreffen. So viel Dialog ist selten, auch...
...wenn dabei wie in Durban mehr diplomatische Goodwill-Signale herauskommen als konkrete Ergebnisse. Anlässlich der Eröffnung des Klimagipfels am 6. Dezember lächelten die Generalsekretärin der Uno-Klimarahmenkovention (UNFCCC), Christiana Figueres, Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane, die Präsidentin der Konferenz von Durban, und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon noch zuversichtlich um die Wette. Es folgten...
...tagelange Dauerverhandlungen, die am Sonntag zumindest einen kleinen Erfolg brachten: Auch die größten Schmutzfinken und hartnäckigsten Bremser wollen sich künftig verpflichten, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den Anstieg der weltweiten Temperaturen einzudämmen - nur halt erst ab 2015. Den Umweltaktivisten...
...werden solche kleinen Schritte auch künftig nicht genug sein: Experten sind sich einig, dass sich zu wenig bewegt, Maßnahmen zudem zu spät einsetzen und greifen. Immerhin: Erstmals sind alle Nationen mit im Boot, wollen sich gemeinsam verpflichten, weniger Klimagase in die Atmosphäre zu blasen - inklusive China und der als notorische Bremser verschrienen USA. Der Deal von Durban verspricht...
...bis 2015 zu einem gemeinsamen, rechtlich verbindlichen Abkommen kommen zu wollen. Für viele Umweltaktivisten (im Bild: eine Greenpeace-Aktion am Strand von Durban) ist das wieder nur ein Aufschub dringend notwendiger Maßnahmen.
Spaßproteste im Gipfel-Rahmenprogramm: Jordan Konek nimmt stellvertretend für Kanada den "Riesenfossil"-Preis entgegen, mit dem Nationen "ausgezeichnet" wurden, die den Fortschritt der Verhandlungen in den Tagen des Gipfels angeblich besonders effektiv blockierten.
Spott nach der Einigung: Als Funktionäre verkleidete Greenpeace-Aktivisten stoßen mit Sekt auf das erfolgreiche Scheitern des Klimagipfels an. So sehen das Umweltaktivisten, weil statt eines rechtlich verbindlichen Abkommens nur das Versprechen eines solchen Vertrages zustande kam.
Müder Minister: Deutschlands Umweltminister Norbert Röttgen sind die Anstrengungen des Gipfels ins Gesicht geschrieben. Der Klimagipfel war auf Betreiben der Ministerrunde um einen Tag verlängert worden, um doch noch zu einer Einigung zu kommen. Erst am Samstag...
...kam so noch einmal Pfeffer in die Veranstaltung: Hier studieren Delegierte den erst am 10. Dezember vorgelegten letzten Entwurf einer möglichen Einigung. Die Verhandlungen...
...gingen rund um die Uhr. Geschlafen wurde, wo man Platz fand, während Aktivisten...
...weiter mahnten. Am Ende stand ein Ergebnis, das nicht viel sein mag, aber besser als nichts: Ein völliger Stillstand wäre fatal gewesen. Zumindest bewiesen Minister und Delegierte echtes Engagement: Der Deal von Durban ist das Resultat der längsten Verhandlung in der Geschichte der Klimagipfel.