Klimawandel und Golfstrom: Sensible Ozeanzirkulation - DER SPIEGEL
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Klimawandel und Golfstrom Fragile Ozeanzirkulation

Der Golfstrom kollabiert, Europa erfriert - dieses Horrorszenario galt längst als widerlegt. Doch nun warnen Klimaforscher vor einem Szenario, das sie bislang übersehen haben. Startpunkt ist ausgerechnet Südafrika.
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Ozeanzirkulation: Der Golfstrom und seine nördlichen Ausläufer bestimmen das europäische Klima. Ohne die Wärmeenergie des Meeres wäre es in Nordeuropa deutlich kälter.

Foto: Der Spiegel
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Wärmebild des Atlantiks (rot = warm, blau = kalt): Europas Fernheizung entspringt im Golf von Mexiko. Dort heizt sich das Meer auf, gelenkt von Winden und der Erddrehung strömt das warme Wasser nach Norden.

Foto: NASA
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Strömungen im Atlantik: Auf dem Weg nach Norden kühlt sich das Wasser ab und gewinnt dabei an Dichte. Schließlich sinkt es irgendwo im Nordmeer oder Nordatlantik in die Tiefe und fließt zurück nach Süden. Bislang waren sich Forscher weitgehend einig, dass der Golfstrom als stabil einzuschätzen ist.

Foto: REUTERS/ NASA
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Forscher um Wei Liu vom Scripps-Institut im kalifornischen San Diego warnen nun vor einer "übersehenen" Gefahr für den Golfstrom. Die Grafik zeigt ihre Klimasimulation mit (rechts) und ohne Berücksichtigung (links) des Salzhaushalts im Südatlantik. Die Forscher haben mit einer konstanten CO2-Konzentration von 560 ppm gerechnet. Anfangs gibt es nur minimale Unterschiede zwischen den beiden Szenarien.

Foto: Wei Liu
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Doch schon nach 200 Jahren ist der Golfstrom deutlich schwächer (rote Linie) - und seine Stärke sinkt der Simulation zufolge auch in den Jahrhunderten danach. Auch ohne die neuen Details zum Salzhaushalt im Südatlantik würde sich der Warmwasserstrom abschwächen (blaue Linie) - aber nicht so stark.

Foto: Wei Liu
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Nach einer Simulation eines Zeitraums von 200 Jahren sind die Veränderungen offenkundig: Die Temperaturen in Nordeuropa sinken, erkennbar an der Blaufärbung.

Foto: Wei Liu
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Nach 400 Jahren hat sich die Abkühlung weiter verstärkt.

Foto: Wei Liu
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Zirkulation an der Meeresoberfläche: Die Verhältnisse im Südatlantik machten Europas Fernheizung inhärent instabil, berichten die Forscher. Ein möglicher Zusammenbruch des Golfstroms könnte die Temperaturen in Nordwest-Europa auf Talfahrt schicken.

Foto: IFM-GEOMAR
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Hauptstadt Reykjavik: Die Winter in Island könnten um sieben Grad Celsius kälter werden, ergaben die Simulationen.

Foto: OLIVIER MORIN/ AFP
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Cornwall, England: Auch das Klima auf den britischen Inseln und in Irland könnte sich verändern. In Schottland und Irland drohen um drei Grad Celsius niedrigere Temperaturen.

Foto: Matt Cardy/ Getty Images
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Betroffen wäre auch Norwegen. Hier lautet die Prognose minus fünf Grad.

Foto: Rainer Jensen/ picture alliance / dpa
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Grönland: Sein abschmelzender Eispanzer könnte große Mengen Frischwasser in den Nordatlantik schütten und dort das Salzwasser so verdünnen, dass es nicht mehr wie bisher in die Tiefe sinkt. Auch dies könnte den Golfstrom schwächen.

Foto: Ulrich Scharlack/ dpa
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