Knut: Der Millionen-Euro-Bär - DER SPIEGEL
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Knut Der Millionen-Euro-Bär

Er ist der Großverdiener unter den Zoo-Tieren: Eisbär Knut, der nach seiner Geburt 2006 von seiner Mutter verstoßen und von einem Pfleger aufgezogen wurde, lockte Menschen aus aller Welt in den Berliner Zoo. Damit soll er dem Tierpark rund sechs Millionen Euro eingebracht haben. Aus dem tapsigen Wollknäuel wurde in der Zwischenzeit ein ganzer Kerl.
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Endlich ein "Bärliner": Knut gehört nun offiziell dem Zoo der deutschen Hauptstadt. Die Berliner kauften ihren Publikumsmagneten dem Tierpark Neumünster ab.

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Ein Eisbär erobert die Welt: Als Knut am 5. Dezember 2006 geboren wird, ahnt niemand, dass das 810 Gramm leichte Pelztier zum Weltstar wird. Denn ...

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... Knuts Leben beginnt alles andere als glücklich. Die Eisbärenmutter Tosca vertößt ihn und ein weiteres Junges nach der Geburt. Das zweite Baby stirbt.

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Knut verbringt die ersten 44 Tage seines Lebens in einem Brutkasten. Dann zieht er in eine größere Aufzuchtbox, Tierpfleger päppeln ihn auf.

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Ziehvater: Der inzwischen verstorbene Tierpfleger Thomas Dörflein kümmerte sich exklusiv um Knut.

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Dörflein gibt Knut Tag und Nacht die Nuckelflasche, reibt ihn mit Babyöl ein und spielt ihm zum Einschlafen Lieder auf der Gitarre vor.

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Das Debüt: Am 23. März 2007 macht Knut seine ersten Schritte in der Öffentlichkeit.

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Zusammen mit seinem Pfleger tollt der Eisbär im Gehege herum...

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... und posiert für die Fotografen. Mehrere Hundert Journalisten berichten vom ersten öffentlichen Auftritt des tapsigen Fellknäuels.

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Die Geschichte des hilflosen Eisbärenbabys und seines Ziehvaters geht um die ganze Welt ...

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... und wird für den Berliner Zoo zu einem Publikumsmagneten. Bis zum Frühjahr 2009 besuchen mehr als sieben Millionen Menschen aus der ganzen Welt Knut.

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Ein wahrer Schatz: Erstmals in seiner 164-jährigen Geschichte zählt der Zoologische Garten 2007 mehr als drei Millionen Besucher - eine Steigerung um gut 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Das knuddelige Tierbaby lässt sich gut vermarkten. Es gibt Tassen, Taschen, Briefmarken und vieles mehr mit dem Bild des kleinen Eisbären. Auch als Porzellanfigur oder Plüschtier ist Knut zu haben.

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Ein eingespieltes Team: Zweimal täglich tritt Knut mit seinem Ziehvater Dörflein vor den Besuchern auf.

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Knut macht Dörflein so berühmt, dass der Tierpfleger waschkörbeweise Heiratsanträge bekommt: "Das befremdet mich sehr."

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Ende der "Knut"-Show: Im Juli 2007 verkündet der Berliner Zoo, dass Knut künftig nicht mehr zwei Mal täglich für die Öffentlichkeit posiert.

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Die Zoodirektion fürchtet um die Sicherheit von Dörflein. Knut, hier im Dezember 2007, ist eben nicht mehr der kleine Knuddelbär.

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Inzwischen ist aus dem kleinen Findelkind ein gewaltiges Tier geworden.

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Ausgewachsene Eisbären wiegen rund 650 Kilo, sind Einzelgänger und gefährlich. Nur zur Paarungszeit oder bei einem üppigen Nahrungsangebot dulden sie andere Eisbären neben sich, ohne dass es zu Kämpfen kommt.

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Alarm im Bärengehege: Am 22. Dezember 2008 spingt ein verwirrter Mann in das Gehege von Knut. Das Tier wird rechtzeitig abgelenkt und in seinen Käfig gelockt. Der 30-Jährige sagt der Polizei, er habe sich einsam gefühlt - und Knut sei ja offenbar auch einsam.

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Bären-Party: Zu seinem zweiten Geburtstag am 5. Dezember 2008 bekommt Knut von Tierpflegern ein Kissen - und eine Eisbombe aus Gemüse.

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Hunderte Schaulustige versammeln sich zu Knuts zweitem Geburtstag am Eisbärengehege.

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Winterfreuden: Im Januar 2009 genießt Knut den Schnee in seinem Gehege. Bei Minusgraden in der Hauptstadt vertreibt sich der Bär die Zeit mit baden, Ball spielen ...

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... und abhängen. Knut ahnt nicht, dass um ihn ein Rechtsstreit zwischen dem Berliner Zoo und dem Tierpark Neumünster ausgebrochen ist.

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Es geht ums Geld: Rund sechs Millionen Euro soll Knut dem Hauptstadtzoo eingebracht haben. Der Tierpark Neumünster will davon einen Teil abhaben.

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Knuts Vater Lars stammt aus dem Tierpark Neumünster und wurde an die Berliner ausgeliehen. Laut Verträgen gehört der erste Sprössling, also Knut, den Neumünsteranern. Der dortige Zoo hat aber keinen Platz für Knut.

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Der Gang vors Gericht: Der erste Termin am 19. Mai 2009 vor dem Landgericht Berlin bringt keine Einigung.

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Knut lässt sich davon nicht die Laune am Schwimmen verderben.

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Am 8. Juli wird offiziell die Einigung verkündigt: Der Berliner Zoo übernimmt Knut - für 430.000 Euro.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?