Kodak-Krise Was vom Ruhm geblieben ist
Der Auslöser von allem: Die erste "Brownie"-Kamera von Eastman Kodak, die ab dem Februar 1900 erhältlich war. Die "Brownie" hatte einen unschlagbaren Vorteil - sie kostete nur einen Dollar und war damit, anders als ihr Vorgänger "Kodak No. 1", für nahezu jeden US-Amerikaner erschwinglich. Das unscheinbare Ding revolutionierte die Fotografie und machte sie zur Jedermann-Beschäftigung, denn tatsächlich war die "Brownie" nicht nur billig, sondern auch extrem einfach zu bedienen. "Jedes Schulkind kann damit umgehen", verhieß die Werbung - zu Recht. Statt umständlich nach jedem Schuss die Fotoplatte wechseln zu müssen, drehte man Kodaks Rollfilm in der "Brownie" einfach weiter.
Für die Westentasche: Die Kodak vom Typ "Vest Pocket" wurde von 1914 bis 1925 hergestellt und war eine weitere epochale Erfindung des Unternehmens aus Rochester. Die Firma verkaufte über eine Million Stück der zusammenfaltbaren Kamera, die lediglich 300 Gramm wog und 27 Millimeter dünn war.
Foto-Modell: Ein Modell posiert mit einer "Folding Pocket No. 3A" von Kodak. Die Kamera wurde von 1903 bis 1915 hergestellt.
Ein Tal, das deinen Namen trägt: Der Kodachrome Basin State Park in Utah heißt wirklich so. Seinen Namen verdankt er laut Wikipedia dem "National Geographic Magazine", das ihn nach Kodaks Diapositivfilm "Kodachrome Flat" benannte. Weil aber zunächst Kodaks Zustimmung fehlte, wurde der Park dann zunächst zum Chimney Rock State Park, bevor er seinen aktuellen Namen bekam.
Gelber Riese: Der "Crump's Kodak Camera Store" in Sheffield, Alabama. Kodak-Gründer George Eastman schuf nicht nur den Firmennamen, sondern gab den Produkten und Shops auch die unverwechselbare Farbe Gelb.
Eastman und Edison: Kodak-Gründer George Eastman, links, steht zusammen mit Thomas Edison vor einer Filmkamera. Kodak ist noch heute stolz auf den Beitrag Eastmans zu Edisons Erfindung. "Ohne den von Kodak im Jahre 1889 vorgestellten ersten Transparentfilm auf Zellulose-Basis hätte Thomas Alva Edison nie seine Filmkamera im Jahre 1891 vorstellen können", heißt es auf der firmeneigenen Internet-Geschichtsseite des Unternehmens.
Sofortbildkopierer: Jahrzehntelang tüftelte Edwin H. Land an seiner Sofortbildkamera und wurde schließlich mit Polaroid zum Weltmarktführer. Kodak hatte der Erfinder seine Idee zuvor auch angeboten - doch der Riese aus Rochester lehnte ab. Ironie der Geschichte: In den Siebzigern stieg Kodak doch noch ins Sofortbildgeschäft ein - und verletzte dabei Polaroid-Patente. Ab 1986 durfte Kodak keine Instantkameras mehr verkaufen. Das Bild stammt aus besseren Tagen: Frauen betrachten Fotos, die von einem kleinen Mädchen mit einer Sofortbildkamera von Kodak aufgenommen wurden.
Kurbelwirbel: Zeitungswerbung für die Sofortbildkamera "EK4" von Kodak. Die Kamera wurde zwischen 1976 und 1978 in Amerika hergestellt. Der Slogan heißt zu deutsch in etwa: "Verschenken Sie eine Kurbel zu Weihnachten." Polaroid war auf der Fotomesse Photokina Mitte der siebziger Jahre auf das Konkurrenzprodukt Kodaks aufmerksam geworden und hatte geklagt.
Super 8: Diese Filmkamera von Kodak wurde mit Super 8 Filmkassetten betrieben, das Modell kam 1968 auf den Markt. Das Format war von Kodak vier Jahre zuvor vorgestellt worden und entwickelte sich schnell zum marktüblichen Standard. Doch die Vorreiterrolle Kodaks bei Super 8 ist nur die halbe Wahrheit. Die Amerikaner gehörten ursprünglich wie die Konkurrenten Agfa und Fuji einer Planungsgruppe an, die für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio ein neues Filmformat entwickeln sollte. Doch Kodak trickste die Konkurrenz aus und kam als erstes auf den Markt. Fuji reagierte mit einem eigenen Standard, "Single 8".
Kodak Girls: Eine Werbeanzeige der Eastman Kodak Company auf der Rückseite der Wochenzeitschrift "The Litarary Digest" vom 13. Juni 1914. Dass es vor allem Frauen waren, die die Kodak-Kameras präsentierten, sollte die leichte Handhabung der Geräte noch hervorheben. Die "Kodak Girls" kamen weltweit zum Einsatz, auch in...
...Dänemark. Der Werbetext in dieser Zeitung lautet zu deutsch etwa: "Sie werden nie vergessen, was Ihre Kodak bemerkt."
Aus nach 74 Jahren: Der Farbdiafilm Kodachrome 64, dessen Produktion im Juni 2009 eingestellt wurde. Mit der Einführung der Digitalfotografie waren die Verkaufszahlen des Kodachrome immer weiter gesunken.
Bitte nicht mein Kodachrome wegnehmen! Der amerikanische Sänger und Songwriter Paul Simon bei einem Auftritt in London im Jahr 1980. Er setzte dem Kodak-Farbfilm mit dem Song "Kodachrome" ein Denkmal. Darin heißt es:
Kodachrome
They give us those nice bright colors
They give us the greens of summers
Makes you think all the world's
a sunny day
I got a Nikon camera
I love to take a photograph
So Mama don't take my Kodachrome away.
Die letzten Rollen: Der US-amerikanische Fotograf Steve McCurry steht anlässlich einer Retrospektive seiner Werke im Stadtmuseum Schleswig neben seinem Bild eines afghanischen Flüchtlingsmädchens. Magnum-Fotograf McCurry hatte das Bild 1985 mit Kodaks Kodachrome gemacht. Als Kodak 2009 die Produktion einstellte, wurde McCurry eine besondere Ehre zuteil: der Fotograf durfte eine der letzten Kodachrome-Rollen verknipsen.
Kodak königlich: Die britische Monarchenfamilie im Natal Nationalpark in Südafrika. Von links sieht man Prinzessin Elisabeth, Jan Smuts (Premierminister von Südafrika), König George VI., Queen Elizabeth und Prinzessin Margaret. Smuts hält einen Belichtungsmesser "Weston Master" sowie eine Kodak Filmkamera in den Händen, die bei der königlichen Familie auf Interesse zu stoßen scheinen.
Kodak in Deutschland: Die Kodak Retina-Serie wurde seit 1934 in Stuttgart gebaut - in den Dr. Nagel-Werken, die Kodak 1932 gekauft hatte. August Nagel hatte seit Anfang des Jahrhunderts ebenfalls Kameras entwickelt, in der neugegründeten Kodak AG wurde er Geschäftsführer und Designchef. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Stuttgart weiter produziert. Diese Werbung preist die Modelle Retina S1 und Retina S2 an, die zwischen 1966 und 1969 hergestellt wurden. 1969 endete die Ära...
...der Retina, die in dieser Anzeige von 1957 zusammen mit einem Kodachrome-Farbdiafilm beworben wurde.
3D früher: Werbeanzeige für die Kodak Stereo Kamera und den "Kodaslide Stereo Viewer". Die Kamera wurde zwischen 1954 und 1959 produziert und ermöglichte Aufnahmen, die in dem Diabetrachter ein dreidimensionales Bild ergaben. Eine Stereo Kamera Kodaks flog 1969 auch mit zum Mond.