"Königin der Wüste" Beduinen-Poesie, wo ist sie nur?
Expeditionsreise durch Syrien: Nicole Kidman spielt in Werner Herzogs neuem Film "Königin der Wüste" die Britin Gertrude Bell.
Beachtliche Besetzung, miserabler Film: Henry Cadogan (James Franco) und seine heimliche Verehrerin Florence Lascelles (Holly Earl) bei einem Treffen mit Diplomaten in Teheran.
Kann ihre schauspielerische Klasse kaum zur Geltung bringen: Hauptdarstellerin Nicole Kidman. In "Königin der Wüste" spielt sie Gertrude Bell, das weibliche Pendant zu "Lawrence von Arabien".
Die Geschichte folgt der jungen Gertrude (l.) vom englischen Landgut ihrer Familie, wo sie sich langweilt und eingesperrt fühlt, nach Persien, wo ihr Onkel als Botschafter arbeitet. Auch einen wirren Kurzauftritt von Lawrence von Arabien gibt es (gespielt von Robert Pattinson).
Den Tod des von ihr geliebten Botschaftssekretärs Henry Cadogan (James Franco) verwindet Gertrude nie, in den folgenden Jahren bricht sie immer wieder zu gewagten Expeditionen in die Wüste auf.
Sand, Sand, Sand: Den Film prägen vor allem Szenen, die in der Wüste gedreht wurden. Er spielt zu großen Teilen in den Weiten der syrischen Einöde.
Die echte Gertrude Bell gehört zu den schillerndsten Figuren des frühen 20. Jahrhunderts. Sie machte Weltreisen, bestieg die Rocky Mountains, war eine Bestsellerautorin und trotz ihrer Eigenständigkeit strikte Gegnerin der Gleichberechtigung.
Die Beduinen-Poesie, wo ist sie nur? Viele Dialoge des Films wirken gestelzt, die zahlreichen Wüsten-Panoramen sind mitunter einfallslos arrangiert.
Regie-Altmeister Werner Herzog (r.) auf der Berlinale mit seinen Stars (James Franco, Nicole Kidman, Damian Lewis): Man erkennt seine Handschrift nicht!