Kohle down under: Boombranche mit Schönheitsflecken - DER SPIEGEL
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Kohle down under Boombranche mit Schönheitsflecken

Während Deutschland gerade den Steinkohle-Ausstieg beschlossen hat, schaufelt Australien Kohle aus dem Boden, was das Zeug hält: Der Abbau down under ist spottbillig, der Rohstoff wird in Massen auch nach Europa verschifft. Doch immer mehr Australier begehren auf gegen die dreckige Energie.
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Kohle-Trucks in der Mount-Arthur-Mine: Der Boom in der Kohlebranche bescherte dem Betreiberkonzern BHP Billiton zuletzt Rekordprofite. Prognosen versprechen der Branche bis 2012 Wachstumsraten von 21 Prozent, allein in den vergangenen sechs Monaten wurden 16 neue Minen in Betrieb genommen. Australiens rund 30.000 Bergarbeiter haben ihre Jobs erst einmal sicher.

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Kohlezug vor der Beladung: In Australien ist Kohle ist mit einem Erlös von etwa 25 Milliarden australischen Dollar (15 Milliarden Euro) wichtigstes Exportgut. Zudem gewinnt das Land 85 Prozent seines Stroms aus Kohle. Auch Deutschland importiert einen Teil seiner Steinkohle von down under.

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Steinkohle-Tagebau in Muswellbrook, Australien: Attraktiv und preiswert ist der Rohstoff nicht nur dank guter Qualität, sondern vor allem, weil fast die Hälfte der derzeit 107 aktiven Minen Tagebaubetriebe sind. Im "open cut" lässt sich die Kohle deutlich schneller und günstiger fördern als aus den bis zu 1000 Meter tief liegenden Flözen in Deutschland.

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Austalischer Buchautor Tim Flannery (bei Auftritt in Quebec): "Kohle zu exportieren ist angesichts unseres Wissens über die schädlichen Folgen nicht mehr lange vertretbar", sagt der Umweltschützer. Sowohl Premierminister John Howard als auch sein Gegenspieler von der Labor Party, Kevin Rudd, wiesen aber am Wochenende Vorschläge zurück, die Gruben zu schließen, um dem Ausstoß von Treibhausgasen entgegenzuwirken. "Das würde die Existenzgrundlage Tausender Familien zerstören", so Howard. "Warum sollten sie in einer Panikreaktion geopfert werden?"

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