Kohlenstoff: Immer leichtere Räder - DER SPIEGEL
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Kohlenstoff Immer leichtere Räder

Für die Profis bei der Tour de France ist jedes Gramm zuviel. Eine kleine Szene von Fahrradbauern ringt um die allerleichtesten Räder. Mit hauchdünn verklebten Kohlefaser-Teilen statten Tüftler aus Deutschland die Rad-Elite aus.
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Sport und Technologie: Dieses Foto von der ersten Tour de France 1903 zeigt Athleten auf Rädern, die mehr als fünf Mal schwerer waren als die leichtesten heute möglichen Rennräder. Mit Kohlefaser-Verbindungen brechen Konstrukteure die 4-Kilogramm-Grenze. Der Weltradverband UCI erklärte Räder unter 6,8 Kilogramm allerdings für illegal - aus Sicherheitsgründen. Die Tüftler feilen dennoch an jedem Gramm.

Foto: AP/Conservatoire du Patrimoine Sportif
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Erster Sieger: Maurice Garin gewann 1903 die erste Tour de France auf einem fast 20 Kilogramm schweren Stahlrad. Das erste Mittel gegen überschüssiges Gewicht war der Bohrer. Bald begannen die Athleten, Streben, Hebel, Kurbeln und Kettenblätter zu durchlöchern - eine Mode, die bis in die dreißiger Jahre anhielt und arg die Stabilität der Rennräder gefährdete.

Foto: AP/Conservatoire du Patrimoine Sportif
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Draht-Esel: Der Luxemburger Charly Gaul gewann 1958 die Tour de France. Der "Engel der Berge" musste sich in den fünfziger und sechziger Jahren noch auf einem Fahrrad aus Stahl und Draht abquälen. Mit feinen Feilen und Säurebädern versuchten die Konstrukteure, die Metallrahmen dünner und damit leichter zu machen. Seit den achtziger Jahren werden Kohlenstofffasern industriell hergestellt, indem man Acryl unter Luftabschluss verkohlt. Zunächst wurde das Material aber in Satelliten und Formel-1-Wagen verbaut, bevor es den Radsport eroberte.

Foto: AFP
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Bergzeitfahren: Andreas Kloeden beim Anstieg nach Alpe d'Huez im Jahr 2004. Die modernen Carbonrahmen der Fahrräder täuschen optisch, weil sie wuchtiger wirken. Tatsächlich wächst nur der Querschnitt der Rohre. Das Gewicht nimmt ab - und zuweilen auch die Stabilität. Besonders filigrane Räder sind mit "uphill only" ausgezeichnet, nur bergauf. Eine Talfahrt mit den Kohlenfaser-Konstruktionen wäre halsbrecherisch - sie werden deshalb vor allem bei Bergzeitfahren eingesetzt.

Foto: AP
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Rennrad beim Giro d'Italia: Jedes Prozent weniger Ballast bedeutet bei gleicher Tretleistung ungefähr ein Prozent mehr Tempo. Ein eingespartes Kilogramm kann auf langen Gebirgspässen eine Minute einbringen.

Foto: DDP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?