Kokain auf den Azoren - DER SPIEGEL
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Kokainschwemme Das Azorenhoch

In einer Sturmnacht im Juni 2001 wurden unzählige Kokainpakete an der Küste der Azoreninsel São Miguel angespült. Die Inselbewohner machten sich auf die Jagd nach dem Kokain - mit dramatischen Folgen, die bis heute spürbar sind.
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Wettangeln der besonderen Art: Als zahlreiche Kokainpakete im Juni 2001 auf den Strand des kleinen Dorfs Rabo de Peixe zutrieben, gab es unter den Bewohnern kein Halten mehr. Ob Jugendliche oder Großmütter - in dieser Nacht stürmten alle auf den Quai, um die Päckchen aus dem Wasser zu fischen. Die kleine Azoreninsel wurde mit Kokain überschwemmt.

Foto: Gaspar Avila/ age fotostock/ mauritius images
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Aufgeflogen auf São Miguel: Der Sizilianer Antoni Quinzi wollte die mindestens 500 Kilogramm Kokain von Venezuela nach Spanien schmuggeln und war der Polizei sofort verdächtig. Als die Beamten sein Segelboot durchsuchten, fanden sie vier Reisepässe und Personalausweise. Auf allen waren verschiedene Passfotos von ihm, alle mit anderen Namen.

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Heiße Quellen auf São Miguel: Das Biosphärenreservat "Caldeira Velha" - schwefelhaltiges, warmes Wasser läuft am Abhang eines Vulkans über einen Wasserfall in ein kleines, künstlich angelegtes Badebecken. Alle Azoreninseln sind vulkanischen Ursprungs. Aus der Idylle von São Miguel gibt es gewöhnlich wenig Aufregendes zu berichten, bis auf die Drogenschwemme 2001.

Foto: Eric Beracassat/ Gamma-Rapho/ Getty Images
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Die Dorfstraße von Rabo de Peixe: Einige Inselbewohner hat der unerwartete Kokainfund angeblich reich gemacht. Mit dem Geld durch den Kokainverkauf sollen Cafés und Bars eröffnet worden sein, die auch heute noch existieren.

Foto: Karol Kozlowski/ imageBROKER/ ullstein bild
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Filmreife Flucht aus dem Gefängnis von Ponta Delgada: Unter dem Jubel seiner Mitgefangenen gelang es Antoni Quinzi am 1. Juli 2001, über die Mauer zu klettern und auf einem Motorroller zu fliehen. Vom Turm vor dem Gefängnis gab ein Wächter einen Warnschuss in die Luft ab, doch Quinzi entkam. Zwei Wochen blieb er auf der Flucht und wurde dann in einer Scheune entdeckt.

Foto: Robert Cutts/ CC BY-SA 2.0
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"Plata o Plomo" - Silber oder Blei: Dieser Ausspruch wird mit Pablo Escobar, dem berühmtesten Drogenhändler der Welt, in Verbindung gebracht. Südamerikanische Drogenschmuggler finden immer neue Wege nach Europa, für ihre Boote sind die Azoren mitten auf dem Atlantik ein wichtiger Zwischenstopp. Escobar führte das kolumbianische Kartell von Medellín und wurde zu einem der reichsten Menschen der Welt; hier ein Bild von 1983 mit seiner Frau Maria Victoria.

Foto: Eric Vandeville/Gamma-Rapho/ Getty Images
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Der Drogenkrieg in Kolumbien kostete unzählige Menschen das Leben: Bombenanschlag auf ein Gebäude des Medellín-Kartells im Februar 1988

Foto: Eric Vandeville/Gamma-Rapho/ Getty Images
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Umschlagplatz für Kokain: Die kleine Insel Norman's Cay gehört zu den Exuma Cays der Bahamas und war ab 1978 unter Kontrolle von Carlos Lehder Rivas. Er ließ dort eine 1000 Meter lange Landebahn bauen und organisierte für das Medellín-Kartell den Drogenschmuggel im großen Stil. Die Insel war ein strategisch wichtiger Punkt für die kolumbianischen Drogenflüge: Die Piloten tankten dort ihre Maschinen auf und flogen dann weiter in die USA.

Foto: Eric Vandeville/ Gamma-Rapho/ Getty Images
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"El Chapo" (Der Kleine): Joaquín Guzmán ist der ehemalige Anführer des mexikanischen Sinaloa-Kartells. Er gehörte zu den meistgesuchten Drogenbossen in Mexiko und den USA. "El Chapo" gelang es 2001 und 2015, aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen zu entkommen. Am 17. Juli 2019 wurde er in New York zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe plus zusätzlich 30 Jahren verurteilt. Die Strafe kann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Das Gericht in Manhattan forderte von Guzmán zudem die Zahlung von 12,6 Milliarden Dollar. Das Foto zeigt ihn nach einer Festnahme in Mexiko City im Februar 2014.

Foto: Eduardo Verdugo/ AP
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Ein schwarzes Loch in Richtung Freiheit: Der Tunneleingang in der Zelle von Joaquin Guzman. Der Tunnel war mit einem Lagerhaus verbunden. "El Chapo" gelang die Flucht aus dem Altiplano Gefängnis in der Nähe von Mexiko City am 15. Juli 2015.

Foto: Edgard Garrido/ REUTERS
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Mit Vollgas durch den Tunnel: Unten angekommen, floh "El Chapo" dann auf einem umgebauten Motorrad, das auf Schienen fuhr.

Foto: Edgard Garrido/ REUTERS
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Chef der "Cadaver Connection": Frank Lucas zählte in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu den mächtigsten Drogenhändlern in New York. Bekannt wurde er vor allem wegen der sogenannten "Cadaver Connection", bei der er angeblich mehrere Jahre lang Heroin in Soldatensärgen aus Vietnam in die USA geschmuggelt hatte. Lucas starb Ende Mai 2019.

Foto: David Howells/ Corbis/ Getty Images
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"Der Pate aus Harlem": Denzel Washington spielte Frank Lucas 2007 in dem Film "American Gangster".

Foto: Universal Pictures/ interTOPICS/ LMK Media/ ddp images
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Das Milliardengeschäft: Barry Seal war ein Drogenschmuggler und möglicherweise CIA-Agent, der eigenen Angaben zufolge seit Ende der Siebzigerjahre Kokain im Auftrag mittel- und südamerikanischer Drogenbosse in die USA flog. Der Verkaufswert der von ihm geschmuggelten Drogen wird auf bis zu fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. Ab 1984 war er Kronzeuge der US-Antidrogenbehörde DEA. Im Februar 1986 wurde er von sieben kolumbianischen Auftragskillern in Baton Rouge (Louisiana) erschossen.

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Kokain statt "Top Gun": Tom Cruise übernahm 2017 die Hauptrolle des Drogenschmugglers und späteren Kronzeugen der Antidrogenbehörde im Film "Barry Seal - Only in America".

Foto: David James/ Universal/ DPA
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General Manuel Antonio Noriega im Juli 1986 in Panama City bei der Wahl der "Miss Universe" inmitten einiger Teilnehmerinnen. Noriega war von 1983 bis 1989 Machthaber in Panama. Er wurde 1992 von einem US-Gericht wegen Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Verschwörung verurteilt und war bis zu seinem Tod 2017 Strafgefangener.

Foto: Jim Ellis/ AP
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"Der Herr der Lüfte": Amado Carrillo Fuentes (ganz links) zählte zu den meistgesuchten Verbrechern Mexikos. Er gründete das Juárez-Kartell, das er bis zu seinem Tod im Jahre 1997 leitete. Seine Ware - meist Kokain - soll er in einer eigenen Flotte von Boeings 727 transportiert haben, dabei erfolgreicher als jeder andere gewesen sein und der Behörde DEA zufolge in seinen besten Zeiten bis zu 200 Millionen US-Dollar wöchentlich verdient haben.

Foto: AP
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König des Kokains: So nannte sich Roberto Suárez Gómez selbst. Der bolivianische Drogenboss, der pro Jahr bis zu 400 Millionen US-Dollar verdiente, war einer der Hauptlieferanten des Medellín-Kartells. Er galt zeitweise als der größte Kokainproduzent der Welt; hier ein Bild von 1995 im Gefängnis von La Paz in Bolivien.

Foto: Peter McFarren/ AP
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