Kolonial-Deutsch - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kolonial-Deutsch Wo die Kuh über die Fence jumpt

Dinglisch ist mitnichten allein das Ergebnis grenzenloser angloamerikanischer Marken- und Medieninvasion. Deutsch-englisches Kauderwelsch sprach man schon am Ende des 19. Jahrhunderts. Jürgen Ritter hat sich auf die Suche nach dem Küchendeutsch in Namibia begeben - und auch in Amerika seltsame Dialekte aufgespürt.
1 / 6

Deutsche in der Südsee: Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich auch das deutsche Kaiserreich seinen "Platz an der Sonne" in Form von Kolonien verschafft. Dazu gehörte auch der Nordosten von Neuguinea, "Kaiser-Willhelms-Land" (heute Republik Papua-Neuguinea). Die Sprache Unserdeutsch - die in vieler Hinsicht typisch ist für die vielen Sprachen, die sich unter den Bedingungen von Kolonialherrschaft und Sklavenhandel entwickelten, wurde vor allem im ehemaligen Deutsch-Neuguinea, dem jetzigen Papua-Neuguinea, gesprochen. Das Foto zeigt deutsche Kolonialherren mit "eingeborenen Schutztrupplern".

Foto: Bildarchiv der Deutschen Kolonialgesellschaft
2 / 6

Karte von Deutsch-Südwest: Diese Übersichtskarte stammt aus den dreißiger Jahren und zeigt die Verkehrswege, die in Deutsch-Südwestafrika zwischen 1905 und 1913 entstanden.

Foto: Wilhelm R. Schmidt
3 / 6

Tanzende Afrikaner: "Spielende Eingeborene" schrieb Otto Schiffbauer (zwischen 1905 und 1913 als Telegrafenbauer und -betreiber in Deutsch-Südwestafrika) auf die Rückseite dieser Fotografie. In Deutsch-Südwestafrika entwickelte sich während der Kolonialzeit das Küchendeutsch. Hierbei handelt es sich um eine Pidgin-Sprache, die zu Kolonialzeiten vom schwarzen Dienstpersonal gesprochen wurde.

Foto: Wilhelm R. Schmidt
4 / 6

Schutztruppe in Deutsch-Neuguinea: Angehörige der "eingeborenen Schutztruppe" in Deutsch-Neuguinea. Schon 1885 hatte das Bismarck-Archipel einen kaiserlichen Schutzbrief erhalten und im Jahre 1899 hatte die Reichsregierung die von der nach preußischem Landrecht gegründeten "Neuguinea-Kompagnie" erworbenen Gebiete übernommen. In Deutsch-Neuguinea (heute Papua-Neuguinea) entwickelte sich während der Kolonialzeit die Sprache Unserdeutsch, die heutzutage nur noch sehr wenige Sprecher hat.

5 / 6

Postkarte an Otto Schiffbauer: Vorderseite einer im Jahre 1912 an Otto Schiffbauer gesandten Postkarte. Zu sehen ist eine Rottenkolonne an der Bahnlinie Lüderitzbucht - Keetmanshoop im Jahre 1912. Die "schwarzen Jungens", die mit ihrem Chef die Telegrafenleitung bauten, schauen sehr skeptisch in die Linse. Das sogenannte Küchendeutsch - eine Pigdin-Sprache, die sich zu jener Zeit entwickelte - ist im heutigen Namibia praktisch verschwunden.

Foto: Wilhelm R. Schmidt
6 / 6

Weihnachten in Deutsch-Südwest: Die Angehörigen der Schutztruppe sowie die Post- und Bahnbediensteten hielten sich in der Fremde gerne für die Nachwelt fest. Dieses Bild erinnert an das Weihnachtsfest 1907.

Foto: Wilhelm R. Schmidt
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?