Kolonialerbe - DER SPIEGEL
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Kolonialerbe Reis im Bier

Qingdao, Austragungsort der olympischen Segelregatten, war einst eine deutsche Besitzung. 1897 gründete das Kaiserreich hier ein Mini-Deutschland: mit Moltke-Platz, Hotel Prinz Heinrich und einer Brauerei, die den Hopfentrank bis heute auf eine sehr spezielle Art braut.
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100 Jahre Tsingtau-Bier: Aufblasbare Riesenbierflaschen schwenkend begehen diese Chinesen in Qingdao den 100. Geburtstags von Chinas berühmtester Biermarke Tsingtau - eine Party, die volle 17 Tage dauerte.

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
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Werftanlagen Tsingtau: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg stand Tsingtau unter deutscher Herrschaft. Das Foto zeigt die Werft im sogenannten Deutschen Schutzgebiet.

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"Schönen Gruß aus Kiao-Tschau": Ansichtskarte aus dem gerade erst auf 99 Jahre erworbenen Pachtgebiet um die chinesische Stadt Tsingtau (Quingdao). Quelle: www.deutsche-schutzgebiete.de 

Foto: www.deutsche-schutzgebiete.de
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Tsingau-Brauerei: In der Tsingtau-Brauerei im chinesischen Qingdao lässt es ein Arbeiter an der Abfüllanlage ruhig angehen. Ab 1904 brauten die Deutschen in ihrem "Pachtgebiet" Kiautschou Bier nach dem heimischen Reinheitsgebot mit nichts als Hopfen, Malz und Wasser. Später merkte die Brauerei jedoch, dass deutsches Bier sich in Asien schlecht verkaufen ließ und musste sich ausgerechnet beim Bier dem lokalen Geschmack anpassen und zum Brauen Reis verwenden.

Foto: REUTERS
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Prinz Waldemar besucht Tsingtau: Ein Besuch im deutschen Pachtgebiet Kiautschou gehörte für die Herrschenden zum guten Ton. Hier ist Waldemar von Preußen (l. vorne) , Neffe Wilhelms II. vor Ort, rechts neben ihm der deutsche Gouverneur, Kapitän zur See Alfred Meyer-Waldeck. Letzterer sollte es zu einigem Ruhm daheim bringen, als er im August 1914 die deutsche Kolonie gegen einen große gegnerische Übermacht zu verteidigen versuchte, jedoch vergeblich.

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Preußen und Chinesen: Ein chinesischer Offizieller (M.), vermutlich der Bürgermeister, empfängt in Tsimo in der Nähe von Tsingtau im deutschen Pachtgebiet Kiautschou eine Abordnung deutscher Offiziere. 1898 hatte China das Gebiet um Kiautschou unter militärischem Druck auf 99 Jahre an das deutsche Kaiserreich verpachtet.

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Karikatur von Franz Jüttner: "Der deutsche Michel: Gott Strambach! Mit dem armen Russen fahren sie da schön hinaus! Es ist nur gut, dass ich meinen Kontrakt auf 99 Jahre habe!" Den Hintergrund der Zeichnung bilden der Russisch-Japanische Krieg (1904-05) und die militärisch isolierte Lage des deutschen Pachtgebiets Kiautschou in China.

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Straßenszene in Tsingtau: Die deutsche Kolonialherren richteten sich in Tsingtau ein wie in der alten Heimat. So prägte die bodenständige deutsche Bauweise die Stadt auch nach dem erzwungenen Aufgabe des "Schutzgebiets" 1914 das Stadtbild - nun mit chinesischen Schriftzeichen über den Ladengeschäften, wie in dieser Aufnahme aus dem Jahr 1935.

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"Die Helden von Tsingtau": Mit der Kapitulation der Festung Tsingtau am 7. November 1914 gerieten die deutschen Marineeinheiten in japanische Kriegsgefangenschaft. Am 14. November verließ der Gouverneur von Kiautschou, Alfred Meyer-Waldeck, als einer der letzten Gefangenen mit einem Transport das Pachtgebiet in Richtung Japan. Dort wurden die deutschen Soldaten auf verschiedene Lager verteilt. Zwischen Dezember 1919 und März 1920 wurden sie repatriiert.

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Bier-Festival in Tsingtau: Eröffnung des 15. China Qingdao International Beer Festival am 13. August 2005. bei dem sich 36 chinesische und internationale Biermarken präsentierten - darunter natürlich Tsingtau-Bier, der berühmteste chinesische Gerstensaft, der allerdings schon seit langem mit Reis gebraut wird.

Foto: dpa
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