Kolonialgeschichte - DER SPIEGEL
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Kolonialgeschichte Das deutsche Hongkong

Ein Zukunftsmarkt mit Potenzial - das war China schon vor hundert Jahren. Erobert werden sollte er damals allerdings noch mit Kriegsschiffen: Kaiser Wilhelm II. schickte 1897 Kreuzer nach Kiautschou. Bald entstanden am Gelben Meer Brauereien und Bergwerke. Doch am Ende musste die Megainvestition abgeschrieben werden.
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"Schönen Gruß aus Kiao-Tschau": Ansichtskarte aus dem gerade erst auf 99 Jahre erworbenen Pachtgebiet um die chinesische Stadt Tsingtau (Quingdao). (Quelle: www.deutsche-schutzgebiete.de )

Foto: www.deutsche-schutzgebiete.de
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Preußischblaue Langnase: Eine frühe Aufnahme von 1897 aus dem Ort Tsimo (Jimo). Noch ist Kiautschou kein deutsches Pachtgebiet, aber mit Militär vor Ort sind die Deutschen schon. Die Einwohner können mit dem seltsamen Vogel in Uniform und Tellermütze offenbar recht wenig anfangen, was wohl auf Gegenseitigkeit beruhte.

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Preußen und Chinesen: Ein chinesischer Offizieller (M.), vermutlich der Bürgermeister, empfängt in Tsimo im deutschen Pachtgebiet Kiautschou eine Abordnung deutscher Offiziere. 1898 hatte China das Gebiet um Kiautschou unter militärischem Druck auf 99 Jahre an das deutsche Kaiserreich verpachtet.

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Prinz Waldemar besucht Tsingtau: Ein Besuch im Pachtgebiet Kiautschou gehörte für die Herrschenden zum guten Ton. Hier ist Waldemar von Preußen (l. vorne) , Neffe Wilhelms II. vor Ort, rechts neben ihm der deutsche Gouverneur, Kapitän zur See Alfred Meyer-Waldeck. Letzterer sollte es zu einigem Ruhm daheim bringen, als er im August 1914 die deutsche Kolonie gegen einen große gegnerische Übermacht zu verteidigen versuchte, jedoch vergeblich.

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Blick auf Tsingtau: Wie ein deutsches Städtchen wirkte die Hauotsadt des deutschen Pachtgebiets Kiautschou schon drei Jahre nachdem die Chinesen die Gegend unter Zwang an das Deutsche Kaiserreich abgetreten hatten - eine Strandpromenade nach Vorbild der Ostseebäder eingeschlossen.

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Eröffnung der Shantung-Eisenbahn: Die Hauptstrecke der Shantung-Eisenbahn wurde in der europäischen Vollspur von 1,435 Meter ab 1899 gebaut und am 1. Juni 1904 eröffnet. Sie führte von Tsingtau aus zu den Kohlenrevieren bei Weihsien und Poschan bis nach Tsinanfu.

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Hafen von Tsingtau: Als Ausgangspunkt für den Plan, im Riesenreich China eine deutsche Einflusssphäre zu schaffen, suchte das deutsche Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts zunächst einen günstig gelegenen Hafen. Die Wahl fing auf Tsingtau (Qingdao), etwa auf halbem Wege zwischen Peking und Schanghai gelegen.

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Familienglück in Übersee: Deutsche Marine-Kolonialoffiziere posieren um 1900 mit Gattinnen und Kindern für die Kamera.

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Drachenbändiger: Ende November 1897 posieren diese Marineoffiziere und einige Zivilisten mit einer alten chinesischen Kanone vor einem traditionellen chinesischen Symbol, dem Drachen. Furcht wird ihnen weder das eine noch das andere eingeflößt haben - China lag Ende des 19. Jahrhunderts militärisch und diplomatisch am Boden und musste sich den Wünschen der europäischen Mächte weitgehend beugen.

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"Die Helden von Tsingtau": Mit der Kapitulation der Festung Tsingtau am 7. November 1914 gerieten die deutschen Marineeinheiten in japanische Kriegsgefangenschaft. Am 14. November verließ der Gouverneur von Kiautschou, Alfred Meyer-Waldeck, als einer der letzten Gefangenen mit einem Transport das Pachtgebiet in Richtung Japan. Dort wurden die deutschen Soldaten auf verschiedene Lager verteilt. Zwischen Dezember 1919 und März 1920 wurden sie repatriert.

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