Kolumbien Toribío und der Wunsch nach Frieden
Das Dorf Toribío steht wie kaum ein anderes für Leid und Schrecken des kolumbianischen Bürgerkriegs: Angriffe der Farc, Besetzung des Dorfs durch Polizei und Militärs, Überfälle der Paramilitärs. Alles hat es dort gegeben
Weite Teile des Zentrums von Toribio sind von den jahrelangen Anschlägen und Angriffen gezeichnet, mancherorts stehen nur noch Ruinen. Wer nicht aus dem Ort floh, versteckte sich, ließ seine Kinder nicht mehr draußen spielen, ging bei Einbruch der Dunkelheit nicht mehr vor die Tür. So lief das viele Jahre.
Doch nun sagt Bürgermeister Alcibiades Escué: "Der Friedensnobelpreis für Präsident Juan Manuel Santos ist der Rückenwind, den wir gebraucht haben".
Das bergige und grüne Cauca ist eine der Regionen Kolumbiens, die am härtesten unter dem 52 Jahre währenden Konflikt zwischen Linksrebellen, Staat und ultrarechten Paramilitärs gelitten hat. Hier ist eine der Ursprungsregionen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, kurz Farc.
In dem Departement bündeln sich fast alle Probleme Kolumbiens: Illegaler Bergbau, Drogenschmuggel, Landraub, Erpressung. Und neben der Farc und der kleinen ELN-Guerilla mischen dort paramilitärische Gruppen, Drogenschmuggler und gewöhnliche Kriminelle mit. Und mittendrin liegt Toribio.