Euphorie und Panik Postkarten vom Weltuntergang
"Der Komet kommt!": Die 1910 weit verbreitete Angst vor dem Halleyschen Kometen fand bald schon ihre Spötter - wie diese zeitgenössische Postkarte zeigt.
Halleyscher Komet: Circa alle 76 Jahre nähert sich der Halleysche Komet der Erde - zuletzt geschah dies 1986. Dabei entstand auch diese Amateuraufnahme.
Heilige Drei Könige: Zwei der drei Weisen aus dem Morgenland am Mont Blanc auf einer Postkarte von 1910 - Astronomen hatten vermutet, der periodisch erscheinende Halleysche Komet könnte der Stern von Bethlehem gewesen sein.
Technikbegeisterung: Das nach seinem Erbauer Ferdinand Graf von Zeppelin benannte Fluggefährt sollte sich größter Beliebtheit erfreuen, um dem nahenden Weltuntergang 1910 zu "entfliegen", malten sich die Illustratoren dieser Postkarte aus. Das Zeppelin war erst zehn Jahre zuvor zu seinem Jungfernflug gestartet.
Zum Greifen nah: Etwa ab März 1910 war der Komet Halley auch mit bloßem Auge von der Erde aus zu erkennen.
Schlüpfriges Schreiben: Auf dieses parodistische Telegramm aus "dem Berner Oberland" konnte man seinen Namen und das Datum eintragen und es anschließend an Freunde und Bekannte verschicken. Humor von 1910: Das Witz-Telegramm enthält die schlüpfrige Anspielung, dass der Komet mit seinem Schweif in den Bergen auf der Jungfrau festklemmt.
Weltuntergang verschoben: Die Erscheinung des Halleyschen Kometen hatte in der Presse wilde Spekulationen ausgelöst - vermutet wurde etwa ein heftiger Sternschnuppen-Regen.
Weltenende: Der Halleysche Komet versetzte 1910 viele Menschen in Angst und Schrecken - andere in Partylaune. Zeitgenössische Abbildungen illustrieren Euphorie und Panik.
Martialisch: Wie eine Panzerfaust scheint auf dieser kommerziellen Postkarte von 1910 die Frau im rosafarbenen Abendkleid den Kometen auf der Schulter zu tragen.
Drunter und drüber: Per Pferd und Kutsche versuchen panisch gewordene Menschen auf dieser Postkarte von 1910 vor dem Kometen Halley zu fliehen.
Hysterie und Freude: Menschen jubeln und kommen aus ihren Verstecken hervor, andere schauen noch ungläubig zum Himmel. Die Wiederkehr des Halleyschen Kometen auf einer Postkarte von 1910.
Hallo Halley: Die ganze Welt wartete im Mai 1910 auf den Kometen Halley - je nach Temperament spielend, trinkend oder liebend, wie diese Postkarte spöttisch illustriert.
Nichts wie weg: Die allgemeine Aufregung um Halley bescherte Scharlatanen und Kleinkriminellen das Geschäft ihres Lebens. Während die einen in den Himmel starrten, eigneten sich andere ganz irdische Güter an. Auch der Verkauf von Kometen-Pillen boomte.
Spektakel am Himmel und auf Erden: Die vermeintlich letzten Stunden.
Weltuntergang in fünf Akten: Sonne, Mond und Erde halten nach dem Kometen Ausschau, illustriert der erste Teil dieser Klappkarte.
Der Einschlag: Im zweiten Teil der Spaßkarte ist es schon zu spät. Der Komet trifft die Erde und sie vergießt blutrote Tränen.
Hilfe aus dem All: Mond und Sonne wollen die Erde retten, indem sie versuchen, den Kometen aus dem Planeten zu ziehen.
Erde gerettet: Sonne und Mond im Freudentaumel.
Abkehr des Kometen: Im fünften und letzten Teil der Spaßkarte zieht Komet Halley bekümmert von dannen - Humor 1910.
Schutzmann Erde: Der Planet Venus als heilsbringende Liebesgöttin, der Komet als Zigarre rauchender Gauner und die Erde als Polizisten - Satire auf die Untergangsängste um 1910.
"Sternschnuppe": Verkündet und verglüht - die Prognosen und Spekulationen vieler Astronomen rund um die Erscheinung des Kometen Halley waren oft nur von kurzer Dauer. Vorhergesagte Katastrophen blieben aus.
Geschäft mit dem Weltuntergang: Ernst gemeint ist diese Darstellung nicht - doch die durch die Medien hervorgerufene Massenpanik rief 1910 auch viele unseriöse Geschäftemacher auf den Plan.
Lichterscheinungen: Der Chemiekonzern Liebig, der Fleischextrakt herstellte, ließ anlässlich der Kometenpanik zu Werbezwecken dieses Sammelbildchen anfertigen.
Sinnlose Flucht vor der Apokalypse: "Ein Königreich für'n Ballon" oder doch lieber "Gift gegen Blausäure"? Skurrile Vorschläge auf einer Postkarte von 1910.
Berliner Lebensart: Im Zeppelin mit Bier, Wurst und Haustieren lässt es sich dieser Erdflüchtling in Pantoffeln gutgehen, bis der "Klumpatsch mit dem Kometrich vorbei is".
Abflug: Eine Möglichkeit, sich vor der Apokalypse zu retten, sahen die Illustratoren dieser Postkarte darin, sich zum Mond schießen zu lassen.
Am Schweif gepackt: "Parken nicht erlaubt" - ein Polizist erteilt dem Kometen einen Strafzettel, während ein anderer Schutzmann auf dieser humoristischen Postkarte versucht, den flüchtigen "Nachtfalter" am Schweif zu halten.
Für Schaulustige: "Man halte die Karte gegen das Licht, bis der Komet erscheint" - Spaßdruck mit Gebrauchsanweisung.
Lichtgestalten: Die Köpfe berühmter Schauspielerinnen, Opernsängerinnen, Tänzerinnen und Mätressen schwirren im Kometenschweif - eine illustre Darstellung auf einer Postkarte von 1910.
Gut lachen: Eben noch hatte er sich gefürchtet, nun spöttelt der Mond über das "bisschen Blausäure" - und der Illustrator über die Kometenpanik.
Komet Morehouse: Die Aufnahmen von 1908 zeigen den Kometen Morehouse. Sie stammen von dem französischen Astronomen Camille Flammarion, der über die Vergiftung der Erde durch Blausäure spekuliert und damit Panik ausgelöst hatte.
Öfter mal ein Weltuntergang: Wie Halley 1910 hatte auch schon im November 1899 der Komet Holmes Untergangsängste geweckt.