Konfirmations-Feiern Zu klein geratene Bankangestellte
K(l)eine Rebellen: Um die Kleiderfrage wurden vor der Konfirmation eigentlich in allen Familien die heftigsten Konflikte ausgetragen. Nachdem der Konfirmand anfänglich auf Jeans bestanden hatte und bestenfalls Bereitschaft zeigte, zu diesem besonderen Anlass ein gebügeltes Hemd zu tragen, sahen am Tag der Feier natürlich trotzdem alle aus wie zu klein geratene Bankangestellte.
Die Klasse von 1992: Die Konfirmandengruppe des Autors an ihrem Ehrentag. Olaf, der mit seinem Segensspruch fast ein Desaster ausgelöst hätte, ist der verwegen dreinschauende Junge in der dritten Reihe ganz links im roten Hemd.
Blouson und schwarze Karottenjeans: Der Autor des Textes auf seinem Konfirmationsfoto. Das Bild wurde von einem professionellen Fotografen aufgenommen. Das Styling ist selbstgemacht.
Tischrede: Der Vater des Autors bei der obligatirischen Konfirmationsrede in der rustikalsten (und einzigen) Gastwirtschaft im Nachbardorf.
Kein Zurück mehr: Monatelang war man zum Konfirmationsunterricht, dem "Konfer", gedackelt und hatte sich dort mit Fremdworten wie "Katechismus" bewerfen lassen - alles für den einen, großen Moment! Nicht den Gottesdienst natürlich, sondern die darauffolgende Großfeier. Den Akt selbst ließ man notgedrungen über sich ergehen, einschließlich des unsagbar peinlichen Niederkniens. Sorgfältig achtete man vorher darauf, dass unter den neuen Schuhen nicht noch die Preisschilder klebten. Dann legte der Pastor einem die schwitzige Hand auf das Haupt und man konnte nicht anders, als während des Segens in den weiten Ärmel seines Talars zu schauen.
Seliges Nehmen: Das Highlight dieser Konfirmationsfeier ist nur am Rande des Bildes zu sehen - die vielen, mit Bargeld gefüllten Briefumschläge. Fast zwei Jahre lang hatte sich dieser Konfirmant nur aus einem Grund in die wöchentlichen Sitzungen geschleppt: Um sich endlich eine E-Gitarre kaufen zu können. Der Einsatz hatte sich gelohnt - am Ende reichten die Geldgeschenke sogar noch für einen Verstärker.
Eine echte Klamotte: Die Schwester lacht diabolisch, der Konfirmand schaut beschämt weg - zum ersten Mal in seinem Leben hatte er sich in einen Anzug pressen müssen. Und dann auch noch mit Schleife!
Ernste Gespräche: Die Konfirmation gilt auch als Eintritt in das Erwachsenenleben.
Gruppenfoto vor der Kirche: Der Buchautor und SPIEGEL ONLINE-Redakteur Bastian Sick (links neben dem Pastor) bei seiner Konfirmation. Das Gruppenfoto entstand vor der Kirche in Ratekau. Für das Gemäuer schlägt auch heute noch sein Herz. Erst vor Kurzem veranstaltete er eine Benefizlesung für den Verein "Freunde der Ratekauer Kirche".
Sekt und Spiele: Bastian Sick albert beim Konfirmationsessen herum. Seine beiden Großmütter nehmen's mit Humor.
Schnaps und Zigarre: 1966 wurde dieser junge Zigarrenraucher konfirmiert. Alles lief wunderbar. Die Kirche war vorbei, der Anzug drückte nicht zu stark. Während der Feier kam dann Onkel Richard auf die Idee, dass der Jüngling durch die Konfirmation in die Erwachsenenwelt übertritt, und deshalb eine Zigarre zu rauchen hat und einen Schnaps trinken muss. Gesagt, getan. Die Großmutter (rechts im Bild) beäugte das Treiben eher skeptisch. Alle anderen hatten ihren Spaß und dem Konfirmanden wurde zum Glück nicht zu schlecht. Lag wohl an dem üppigen Essen.
Stolpernd in einen neuen Lebensabschnitt: Diese junge Dame feierte ihre Konfirmation 1965. Dafür bekam sie extra ein neues Kleid und neue Schuhe. Das Kleid war nicht so sehr das Problem, aber die Schuhe. Sie hatten Pfennigabsätze und die Konfirmandin war bis dato noch nie in solchen Exemplaren gelaufen. Also quälte sie sich auf wackeligen Beinen durch diesen Tag und war jedes Mal froh, wenn sie sitzen konnte.
Jugendweihe: In der DDR feierten die meisten Teenager Jugendweihe. einestages-Leser Marko Schubert machte dabei ähnliche Erfahrungen wie viele Konfirmanden in West-Deutschland. Es ging ihm unter anderem darum "ganz viel Geld von Verwandten zu bekommen, einen Ostrekorder geschenkt zu kriegen und vor allem zum ersten Mal richtig hammerhart besoffen zu sein." Ihm sind all diese Dinge gelungen.
Geschenke auspacken: Auch bei der katholischen Kommunion gibt es reichlich Geschenke - und dann noch einmal bei der Firmung einige Jahre später. Ein Fakt, der viele Konfirmanden neidisch machte.
Eine Frage der Länge: Es mag vielleicht nicht so aussehen. Aber auch diese kleinen Stöpsel haben Kleidersorgen. Das dritte Mädchen von links, das hier seine Erstkommunion erhält, musste ein altes Kleid auftragen, während alle anderen Mädchen neue bekommen hatten. Am schlimmsten fand sie, dass ihr Modell viel kürzer war als die der anderen. Wenn sie sich allerdings heute die Bilder ansieht, findet sie ihr Kleid viel schöner, als die "Brautkleider" der anderen.