Kosmetik-Karriere - DER SPIEGEL
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Kosmetik-Karriere Lack mich!

Was die Karosse schützt, ziert auch Finger: Seit den Zwanzigern pinseln sich Frauen Lack auf die Nägel. Zunächst verpönt als Sinnbild verruchter Weiblichkeit trat die neue Politur ihren Siegeszug erst später an - zum Durchbruch verhalf ihr ausgerechnet ein Mann, der Frauen verachtete. Von Philine Gebhardt
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Ganz in Weiß: It-Girl Paris Hilton verlässt das Haus selten mit unlackierten Fingernägeln. Bei der Präsentation ihres Parfüms "Can Can" am 15. Mai 2008 in London erschien sie mit weißen Nägeln - perfekt abgestimmt auf ihr Outfit.

Foto:

Dan Kitwood/ Getty Images

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Ganz in Schwarz: Auch Julia Roberts wählt die Farbe ihres Nagellacks passend zum Kleid. Das Foto zeigt die Schauspielerin bei der Premiere des Films "Valentinstag" am 8. Februar 2010 im Grauman's Chinese Theatre in Los Angeles.

Foto: Getty Images
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Krallen zeigen: Olympia-Siegerin Florence Griffith-Joyner machte die Laufbahn zum Laufsteg - wie hier 1987. Über ihre stets bunt lackierten "Krallen", die an Freddy Kruegers klingenbewehrten Handaufsatz erinnern, und ihre engen Sportoutfits verlor die Presse oftmals mehr Worte als über ihre Sprinter-Qualitäten.

Foto: Getty Images
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Stilecht: Dita von Teese bevorzugt die sogenannte Mond-Maniküre, bei der die Lunula, der Halbmond des Fingernagels, freigelassen wird. Diese Form der Maniküre war besonders in den zwanziger Jahren angesagt. Stilecht sind Teeses Nägel spitz gefeilt und rot lackiert.<

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Zeigt her eure Hände: Mitte der zwanziger Jahre war es unschicklich, dass Frauen Nagellack trugen. Heute bepinseln sogar Männer ihre Nägel. Auch Aerosmith-Sänger Steven Tyler verhilft seinen Händen per Nagelanstrich zu einem glänzenden Auftritt im Streifenlook.

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Glanz für die Füße: Eine Frau gönnt sich am 25. September 1934 in London eine Pediküre. Kaum hatte der Nagellack Anfang der dreißiger Jahre seinen Siegeszug angetreten, wurde er nicht nur auf den Finger-, sondern auch auf den Fußnägeln aufgetragen.

Foto: Getty Images
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Lackierte Lolita: Regisseur Stanley Kubrick setzt in "Lolita" mit Sue Lyon in der Titelrolle - hier mit Filmpartner James Mason - das Lackieren in Szene. Das Anpinseln der Füße als Sinnbild naiv-lasziver Verführungsmacht.

Foto: ddp images
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Flirt mit dem Feuer: "Fire and Ice" von 1952 war Revlons erfolgreichste PR-Kampagne. Schauspielerin Dorian Leigh posiert auf dem Plakat in kecker Pose und kühlem Cocktailkleid. Die Werbung suggerierte, jede Frau könne mit dem neuen Revlon-Rot so elegant und verführerisch aussehen wie Fotomodel Leigh.

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Kirsche im Schnee: Auch für die Kampagne "Cherries in the Snow" (1953) warb Revlon mit dem Gesicht von Dorian Leigh. Lasziv räkelt sich das Fotomodel im roten Abendkleid auf einer flauschig-weißen Stola. Der Werbetext richtet sich mit anrüchigen Zweideutigkeiten - "Schließen Sie Ihre Augen, wenn Sie küssen?" - an die edle Park-Avenue-Hure.

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Kosmetik-Krösus: Charles Revson gründete 1932 die Kosmetikfirma Revlon, die den Sohn armer russisch-jüdischer Einwanderer zum Millionär machte. Das undatierte Foto wurde in New York aufgenommen, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1975 lebte.

Foto: AFP
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Rundum glänzend: Mit ihren oval gefeilten, roten Nägeln steht Rita Hayworth in den vierziger Jahren Pate für einen neuen Look. Neu ist, dass auch der Nagelmond ausgemalt und nicht wie bisher freigelassen wird. Das Foto zeigt Rita Hayworth 1944 am Set von "Cover Girl".

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Revlon-Werbung 1943: Charles Revsons Werbeleute verstanden es, den Nagellack erfolgreich zu vermarkten. Frauen waren bereit, für ein Schönheitsmittelchen von Pfennigwert das Zehnfache zu zahlen.

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Schmetterlings-Rosa: Unter wohlklingenden Produktnamen wie "Butterfly Pink" brachte Revlon jeden Herbst und jedes Frühjahr eine neue Farbnuance auf den Markt.

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Ton in Ton: US-Schauspielerin Dina Merrill auf einer Revlon-Werbung von 1944. Revlon propagierte als erstes Kosmetikunternehmen "matching fingertips and lips" - also Lippen, die farblich auf den Ton der Fingernägel abgestimmt sind.

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Turmbau: Eine Verkäuferin drapiert im House of Revlon, Revsons Schönheitssalon in Manhattan, Nagellack auf einem Ständer.

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Strich für Strich: Eine Frau pinselt sich mit Hilfe einer Trennpalette die Finger an. Foto von 1949.

Foto: Getty Images
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Alles im Lack: Schon früh wagten moderne Frauen extravagante Nagel-Designs. Das Foto entstand 1930 auf einer Haarfrisuren-Ausstellung in London.

Foto: Getty Images
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Charles Revson: Es gibt nur wenige Fotos des Make-up-Tycoons. Dieses Gemälde von Charles Revson malte H.S. Brown Mitte der fünfziger Jahre, nachdem Revlon mit der "Fire And Ice"-Werbekampagne der endgültige Durchbruch gelungen war.

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Königin der Vamps: Theda Bara auf einem Foto aus den zwanziger Jahren. Die Schauspielerin war die erste unter Hollywoods Aktricen, die den Vamp-Look mit spitzen, langen Fingernägeln zur Schau stellte. Ihre Nachfolgerinnen wie Rita Hayworth und Lana Turner pinselten die Nägel feuerrot an und feilten sie kürzer.

Foto: Getty Images
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Farbe mit Ausstrahlung: Pink - die Farbe der Mädchen? Nicht bei Revlon. Revsons Rosa ist laut dieser Werbung nicht "weibisch" oder "zimperlich". Es ist stark und widerstandsfähig.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?