Kosovo: Europas unfertiger Sorgenstaat - DER SPIEGEL
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Zehn Jahre unabhängiges Kosovo Europas unfertiger Sorgenstaat

Am 17. Februar 2008 rief Kosovo seine Unabhängigkeit aus. Heute würden die meisten jungen Menschen ihr Land am liebsten verlassen. Ein Beispiel für erfolgreiche Staatsbildung ist Kosovo nicht.
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Ein Mann steht vor einer großen kosovarischen Flagge in Pristina. Am Samstag feiert der jüngste Staat Europas seinen zehnten Unabhängigkeitstag.

Foto: ARMEND NIMANI/ AFP
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Straßenszene in Pristina: Die Regierung verbreitet Jubelstimmung, doch Grund zum Feiern haben nur wenige. Zu groß sind die Probleme des Landes.

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Als vor zehn Jahren die Unabhängigkeit ausgerufen wurde, war die Euphorie groß. Heute haben zwar mehr als 110 Staaten Kosovo offiziell anerkannt. Russland verhindert mit seinem Veto aber die Mitgliedschaft des Landes in der Uno.

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Blick nach Mitrovica: Die Stadt in Nordkosovo ist praktisch geteilt in einen serbischen und einen albanischen Teil.

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Hashim Thaci ist die prägende Figur in den ersten zehn Jahren des unabhängigen Kosovo gewesen: Von 2008 bis 2014 war er der erste Ministerpräsident, seit 2016 amtiert Thaci als Präsident.

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Kosovo ist nach der Republik Moldau das ärmste Land Europas. Rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung hat offiziell keine Arbeit, es gibt wenige Auslandsinvestoren, das Land produziert kaum etwas. Neben den internationalen Finanzhilfen lebt Kosovo vor allem von den Überweisungen der Auslandskosovaren.

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Der Soziologe Gëzim Krasniqi schreibt zum Jubiläum: "Insgesamt bietet Kosovos Jahrzehnt der Unabhängigkeit wenig Grund zum Feiern. Heute kommt die Hauptbedrohung nicht mehr von Ländern, die Kosovos Staatlichkeit nicht anerkennen, sondern von den geplatzten Träumen seiner jungen Menschen, die Zweifel an der Lebensfähigkeit eines kosovarischen Staates haben."

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