Krautrock-Pionier Conny Plank - DER SPIEGEL
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Musikpionier Conny Plank Pop aus der Fabrikhalle

Brian Eno ging bei ihm ihn die Lehre, Kraftwerk verdanken dem Produzenten ihren Namen: Mit seinen Soundexperimenten prägte Conny Plank die Popmusik, Stars aus der ganzen Welt pilgerten in sein Studio - doch nicht jeder durfte mit ihm arbeiten. Sogar David Bowie ließ der Klanggott abblitzen.
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Conny Plank: Die 1987 verstorbene Produzentenlegende, hier auf dem Cover von "Who's that Man?", einer Produktion von 2012, gründete 1970 den Kraut Musikverlag und schuf damit den Grundstein für das Krautrock-Genre. Sein erster internationaler Erfolg als Toningenieur war jedoch 1980 der New-Wave-Hit "Vienna" der britischen Band Ultravox.

Foto: connyplank.com
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Geprägt: Der britische Musiker Brian Eno, hier links mit dem Frankfurter Musiker J. Peter Schwalm, wurde Anfang der Siebziger als Mitbegründer der Glam-Rock-Band Roxy Music bekannt. In den folgenden Jahrzehnten machte er sich auch als Produzent weltbekannter Bands wie U2 und Coldplay einen Namen.

Eno selbst sagt, dass er in den siebziger Jahren von Conny Plank geprägt wurde, der unter anderem auch sein Soloalbum "Ambient 1" produzierte und mit ihm gemeinsam an Projekten wie Ultravox und Devo arbeitete.

Foto: AP
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Im Tonstudio: Musikproduzent Conny Plank sitzt während einer Recording Session an seinem Mischpult. Damals wurde die Musik noch analog aufgenommen, daher musste beim Recording sehr genau darauf geachtet werden, parallel zu dokumentieren, was aufgezeichnet wurde. Auf seinem Arbeitsplatz prangt ein orangefarbener Aschenbecher - die Zigarette gehörte zu Conny Plank wie die Sticks zum Schlagzeug.

Foto: Stephan Plank
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Abgewimmelt: David Bowie machte sich 1976 auf den Weg ins 35 Kilometer von Köln entfernt gelegene Studio von Conny Plank - in der Erwartung einer Zusammenarbeit. Doch Plank ließ ihn wissen, dass er "leider" keine Zeit für ihn habe. Fassungslos zog der Weltstar wieder ab und produzierte unter anderem "Heroes" ohne Plank in Berlin.

Am 27. Mai 1976 performt David Bowie live im Londoner Wembley-Stadion während seiner "Station To Station"-Tour.

Foto: Getty Images
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Studio im Stall: Plank eröffnete sein eigenes Studio 1974 im ehemaligen Schweinestall des Bauernhofs, den er selbst bewohnte. Die meisten Musiker, die zu ihm kamen, nutzten die Gelegenheit während der Aufnahmen im Studio zu wohnen. So konnte die Aufnahmezeit sehr effizient genutzt werden.

Foto: Stephan Plank
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"Recht gute Musik": Die irische Rock-Band U2 suchte einen Produzenten für "The Joshua Tree" und Brian Eno stellte den Kontakt zu Conny Plank her. Doch der erteilte dem U2-Frontmann Bono Vox wie zuvor bereits David Bowie eine Abfuhr.

Plank ließ Bono mitteilen, dass U2 zwar "recht gute Musik" mache, eine Zusammenarbeit aber nicht möglich sei. Brian Eno fragte nach und bekam zu hören: "Ich kann mit diesem Sänger nicht arbeiten." Daraufhin produzierte Eno das Album.

Bono während eines Konzerts am 1. April 1985 im New Yorker Madison Square Garden.

Foto: AP
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Devo: Auch die US-amerikanische New-Wave-Band ließ ihre Musik bei Conny Plank abmischen, darunter ihr Debüt-Album "Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!" von 1978. Produziert wurde es von Brian Eno.

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Essen im Hof: Conny Planks Studio war in Wolperath in einem alten Bauernhof untergebracht, der vielen Musikern die Möglichkeit bot, vor den Medien versteckt ihre Aufnahmen zu machen. Dabei ging es häufig sehr familiär zu, wie hier beim Essen unter freiem Himmel an einem langen Tisch mit der Kölner Mundart-Band Bläck Fööss.

Foto: Stephan Plank
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Klo-Deko: Heinz Rudolf Kunze erlebte Conny Plank als harten Verhandlungspartner, als es um den Präsentationsort der Goldenen Schallplatte für die Single "Dein ist mein ganzes Herz" von 1986 ging. Plank wollte die Auszeichnung in seinem Studio zeigen, aber Kunze war nicht bereit, die Trophäe herauszurücken. Dabei hätte Plank dafür einen ganz besonderen Platz gefunden: die Wand der Studiotoilette.

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Entspannte Atmosphäre: Plank sitzt in seinem Studio und hat seinen Sohn Stephan auf dem Schoß. Dem Produzenten war es stets wichtig, dass sich die Musiker bei ihm wohlfühlten. Eine "angst- und vorbehaltfreie Atmosphäre" sollte helfen, in Ruhe am Klang feilen zu können.

Foto: Stephan Plank
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Durch alle Genres: Auch Herbert Grönemeyer nahm Alben im 1974 eröffneten "Conny's Studio" in Wolperath auf, hier das Album "Grönemeyer Zwo", sein zweites Studioalbum aus dem Jahr 1980. Neben ihm ließen hier so unterschiedliche Bands und Künstler wie Bläck Fööss, Ideal, DAF, Humpe & Humpe, Gianna Nannini und die Eurythmics produzieren.

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Eurythmics: Dave Stewart und Annie Lennox sitzen neben Plank in seinem Tonstudio. 1979 arbeiteten die beiden Musiker das erste Mal mit Conny zusammen - damals noch mit ihrem Band-Projekt The Tourists. Conny produzierte auch die erste Eurythmics-Platte "In The Garden" und später ihren größten Erfolg, das Live-Album "Be Yourself Tonight", das 1985 veröffentlicht wurde.

Foto: Stephan Plank
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Harte Erinnerung: Während Conny Plank 1979 am Mischpult hockt, sitzt im Hintergrund Annie Lennox - in Turnschuhen, Wollpulli, mit Kopftuch und auffällig geschminkt. Annie Lennox wird mit den Eurythmics weltbekannt und erinnert sich nach Planks Tod an den Wegbegleiter: "Ich habe das Bild von ihm vor Augen wie er am Mischpult sitzt... Er hatte eine spezielle Art, mit den Schultern zu rocken, wenn die Musik begann ihn zu inspirieren... Manche Menschen gehen zu früh von dieser Welt und hinterlassen eine riesige Lücke, die nicht wieder gefüllt werden kann. Ich wünschte, er wäre immer noch da..."

Foto: Stephan Plank
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Gianna Nannini: Die italienische Rockröhre, links, nahm ab 1981 alle ihre Platten mit Conny Plank auf - bis zu seinem frühen Tod 1987. Die Beiden verband neben der produktiven Zusammenarbeit auch eine sehr enge Freundschaft.

Foto: Stephan Plank
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Kraftwerk: Im Herbst 1969 kamen die Düsseldorfer Studenten Ralf Hütter und Florian Schneider, die in ihrer Freizeit Jazzmusik spielten, zu Plank, um ein Demoband für ihre Band Organisation aufzunehmen. Er schlug vor, die Aufnahme in dem Gebäude einer stillgelegten Raffinerie zu machen. Die Hallen lagen neben einem nicht mehr genutzten Kraftwerk und Hütter und Schneider änderten den Namen ihrer Band in eine markiger klingende Bezeichnung, die später Weltruhm erlangte: Kraftwerk. Plank war an fünf Alben von "Kraftwerk" beteiligt.

Ralf Hütter, Henning Schmitz, Fritz Hilpert und Stefan Pfaffe von der Band Kraftwerk am 10. April 2012 während eines Auftritts im Museum of Modern Art in New York.

Foto: Getty Images
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Arbeitstier: Musikproduzent Conny Plank 1977 in seinem Studio in Wolperath. Doch auch außerhalb seines eigenen Tonstudios bei Köln war Konrad "Conny" Plank oft als Toningenieur und Produzent tätig. Bei der Arbeit war er stets nachdenklich, denn es ging ihm immer um die Verbesserung des Sounds der von ihm produzierten Künstler. Brian Eno erinnert sich: "Conny hatte viele Talente - er war Künstler, Ingenieur und Erfinder."

Foto: Stephan Plank
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DAF: Die Electro-Band, deren Name eine Abkürzung für Deutsch-Amerikanische Freundschaft ist, erhielt durch Planks Engagement einen Plattenvertrag und machte sich dann Anfang der achtziger Jahre schnell einen Namen mit ihren ungewöhnlichen Synthesizerklängen. Plank produzierte 1981/82 ihr Album "Alles ist gut".

Schlagzeuger Robert Görl, links, und Sänger Gabriel "Gabi" Delgado-López, rechts neben ihm, sitzen backstage in Wien, 1982.

Foto: Stephan Plank
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"Autobahn": Das Album der Band Kraftwerk wurde in "Conny's Studio" in Wolperath bei Köln aufgenommen und 1974 veröffentlicht. Es brachte der Band den internationalen Durchbruch. Auch Planks Tontüfteleien trugen zu dem großen Erfolg des Albums bei. Er wollte auf dem Cover größer erwähnt werden, doch die Kraftwerk-Musiker Ralf Hütter und Florian Schneider weigerten sich und produzierten ihre Musik fortan selbst.

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Scorpions-Debüt: Das erste Album der bis heute erfolgreichen Heavy-Metal-Band aus Hannover, "Lonesome Crow", produzierte Conny Plank im Oktober 1971 im Hamburger Star Studio.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?