Krawalle in Großbritannien Profilierungsversuche der Rechtsextremen
Stephen Lennon, 28, Chef der rechtsextremen English Defence League (EDL) kündigte an, die Gruppe wolle Mitglieder auf die Straßen schicken, um die Unruhen in mehreren britischen Städten zu ersticken. Bis zu 1.000 Mitglieder sollten ausrücken, um in verschiedenen Städten Englands für Ruhe zu sorgen.
Polizisten überwältigen einen Mann in Manchester. Hier soll die EDL nach dem Willen Lennons patroullieren. Die Organisation wirft der Polizei ein zu lasches Vorgehen vor, sie sei von der "politischen Korrektheit" gelähmt, heißt es in einer Stellungnahme der EDL.
Die EDL gerierte sich in einer Stellungnahme zu den aktuellen Krawallen als friedfertige Organisation. Doch sie ist ein Sammelbecken für Hooligans und Schläger. Im letzten Jahr löste sie Unruhen in Bradford aus, dort lebt eine der größten pakistanischen Gemeinden Großbritanniens.
Anhänger der EDL sehen sich dem Kampf gegen eine vermeintliche Islamisierung der britischen Gesellschaft verpflichtet. Bei ihren Protesten, wie hier London im März, tragen sie antimuslimische Plakate mit sich.
Sie halten sich für die wahren Patrioten. Hier trägt ein EDL-Mitglied die englische Fahne als eine Art Burka bei einem Marsch in Blackburn im April.
Auch als im Mai Muslime vor der US-Botschaft gegen die Tötung Osama Bin Ladens protestierten, traten EDL-Mitglieder auf.
Die Bewegung war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik in seinem Manifest angab, von der EDL inspiriert worden zu sein.