Kreuzfahrt-Jobs: Ein Schiff wird kommen - DER SPIEGEL
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Kreuzfahrt-Jobs Ein Schiff wird kommen

Der Kreuzschifffahrt geht's prächtig, nur das Personal ist knapp. Einst konnte man Seeleute einfach mit Alkohol, List oder Gewalt schanghaien. Heute will die Crew mit Career-Days überzeugt werden. Köchin Luisa und Barkeeper Robert arbeiteten zur Probe auf einem Luxusliner.
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Flotte Flotte: Das Kreuzfahrtschiff "Aida Blu" ist eins von acht Schiffen der Aida-Reederei und lief 2010 zum ersten Mal aus. Die Kreuzschiffahrt boomt - aber beim Personal knirscht es. Junge Leute zum Mitschippern werden dringend gesucht. 

Foto: dapd
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An- und Abreisetag in Warnemünde: Binnen weniger Stunden verlassen rund 2000 Passagiere samt Koffer das Schiff. Und neue Gäste kommen an Bord. Die Reederei nutzt die Zeit auch, um beim "Career Day" neue Mitarbeiter anzuheuern.

Foto: Annick Eimer
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Bewerberin Luisa: Erst 36 Stunden zuvor hat die 25-Jährige ihre Bewerbung abgeschickt, prompt die Einladung erhalten, ihr Messerset in die Sporttasche geworfen und sich auf den Weg nach Warnemünde gemacht.

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Auf der Suche nach neuen Köchen: Anthony ist Sous-Chef de Cuisine auf dem Kreuzfahrtschiff und sieht genau hin, wie geschickt sich die Bewerber anstellen.

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Vorbereitungen fürs Abendmahl: Längere Pausen gibt es auf der Aida Blu" kaum, die Passagiere sind stets hungrig.

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Küchen-Meister Anthony mit Bewerbern: Vier Küchen gibt es auf dem Schiff, die Interessenten müssen sich beim Auswahltest beweisen.

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Luisa am Herd: Die Köchin bringt Arbeitserfahrung aus mehreren guten Restaurants mit, dennoch ist sie beim Probearbeiten nervös - wenig Platz und mehrere Konkurrenten, das ist ungewohnt.

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Prüfende Blicke: Sous-Chef Tino und seine Kollegen schauen den Bewerbern genau auf die Finger. Sie notieren zum Beispiel, wer schnell arbeitet und seinen Arbeitsplatz aufgeräumt hält.

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Luisas Teller: Es ist angerichtet - zwölf Köche sind zum Career Day angetreten. Obwohl alle die gleichen Zutaten zur Verfügung hatten, gleicht keines der Gerichte dem anderen. Ein Bewerber wählte gleich im ersten Arbeitsschritt einen Wildreis - fataler Fehlgriff. Luisas Risotto mit Gemüsebeilage in Peperoni-Schiffchen überzeugt die Prüfer.

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Schriftliche Prüfung am Restaurant-Tisch: Auch das ist für Luisa kein Problem - sie bekommt den Job. "Ein echter Jackpot", sagt sie lachend.

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Uff, geschafft: Auch Georgius hat die Prüfung bestanden. Und überlegt, ob er noch kurz nach Thessaloniki zurückfliegt oder gleich an der Ostseeküste bleibt.

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Prüfung in der "Anytime-Bar": Auch die Barkeeper werden getestet. Sie sollen zum Beispiel 20 Milliliter Rum mit einem Schwung aus dem Handgelenk von der Flasche ins Cocktailglas befördern - aus dem Gefühl heraus, ohne Messbecher.

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Bewerber Robert: Seine Prüfer unterhält er mit ein wenig Smalltalk. Ein Barkeeper müsse "Dompteur, Psychologe und Entertainer sein", sagt er.

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Cocktail-Zubereitung: Robert bringt viel Erfahrung mit, fünf Jahre lang hat er für die Hotelkette Hilton gearbeitet - für einen Barkeeper ungewöhnlich konstant.

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Bestanden: Robert hält seinen Arbeitsvertrag in der Hand und kann sofort anheuern. Von insgesamt 28 eingeladenen Bewerbern will die Reederei 26 einstellen - der Personalmangel ist groß.

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Luisa mit dem Messer: Eine Nacht drüber schlafen will sie schon und den Vertrag nicht sofort unterschreiben. Aber eigentlich ist Luisa sich schon sicher: Den Job auf dem Schiff will sie unbedingt machen.

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Hereinspaziert: Mittlerweile checken die Gäste wieder ein. Begrüßt werden sie von zwei Frauen in Matrosenoutfit, mit ihnen lässt sich Robert fotografieren.

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Feuerwerk über der "Aida Blu": Nach der Taufe 2010 in Hamburg brach das Schiff zur Jungfernfahrt nach Mallorca auf. Wie das Schwesterschiff "Aida Sol" ist es 252 Meter lang und bietet Platz für fast 2000 Passagiere.

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Besuch an der Bar: Auf dem Kreuzfahrtschiff, das für ein jüngeres Publikum konzipiert wurde, ist das Dekor eher schrill.

Foto: DDP
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Braumeister Andreas Hegny: Auf Kreuzfahrtschiffen müssen immer neue Attraktionen her. Dazu zählen auf der "Aida Blu" ein Spa-Bereich mit luxuriösen Einzelsuiten und auch eine eigene Bierbrauerei an Bord. Hier prüft Hegny, 28, den Gärprozess. Er ist Deutschlands erster Braumeister auf hoher See und stellt täglich bis zu 600 Liter Bier her - egal ob das Schiff gerade durchs Mittelmeer oder durch die Ostsee schippert.

Foto: ddp
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