Krieg auf dem Land Großer Bahnhof
Klein Karl Winand auf dem Deutz bei den Erntevorbereitungen, kurze Zeit später verunglückte sein Vater Kaspar Krüsken tödlich mit gerade diesem Trecker.
Mit den meisten auf dem Hof einquartierten Zwangsarbeitern und Soldaten verstand sich der kleine Winand recht gut, mit einigen verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Die Aufnahme zeigt (v.l.n.r.): einen unbekannten Soldaten, Winand, das russische Mädchen Natascha, die Weißrussin Xenia, den französische Kriegsgefangene Ange und einen unbekannter Wehrmachtsangehörigen.
Stolz wie Oskar posiert Winand für ein Foto mit den neuen Pferden, die von flüchtenden Wehrmachtssoldaten freigelassen worden waren, als die Alliierten einrückten.
Die Familie behandelte die ihnen zugewiesenen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter gut und nicht wie Gefangene. Sie bekamen etwas Ordentliches zum Anziehen, genug zu Essen und ausreichend Freizeit. Hier ist die Familie im Sommer 1944 mit ihren Helfern während einer Pause von der Ernte zu sehen. Von links: Die Bäuerin Ida Krüsken (mit Kanne), ihr Sohn Karl Winand (mit Hut), die russische Zwangsarbeiterin Natascha, die Weißrussin Xenia, ein unbekannter Erntehelfer, die französischen Kriegsgefangenen Roger und Ange, Bauer Kaspar Krüsken und zwei unbekannte Erntehelferinnen (mit Kopftuch und Hut).
Die Bäuerin Ida Krüsken mit ihren eingefangenen Pferden, die kurz vor Kriegsende von den flüchtenden Wehrmachtssoldaten freigelassen worden waren, als die Alliierten auftauchten.
Xenia, das weißrussische Mädchen im Frühjahr 1945 beim Kohlenschleppen.
Nachdem ihr Mann bei einem Unfall ums Leben gekommen war, war die Witwe Ida Krüsken auf die Hilfe der Zwangsarbeiter angewiesen. Ohne sie hätte sie den Hof niemals durch den Krieg bringen können. Wahrscheinlich wurde dieses Bild von ihr mit den Mädchen Natascha und Xenia im Herbst 1945, kurz vor dem Abschied der beiden aufgenommen.
Zwei unbekannte Wehrmachtssoldaten, die sich auf dem Hof selbst einquartiert hatten.
Die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter wurden während ihrer Zeit auf dem Hof zu einem Teil der Familie, ohne den die Bewirtschaftung während des Krieges nicht möglich gewesen wäre.
Hier bei der Ernte im Sommer 1944 (v.l.n.r.): der französische Kriegsgefangene Ange, ein unbekannter Soldat, Bauer Kaspar Krüsken, die weißrussische Zwangsarbeiterin Xenia, die Russin Natascha, Roger der zweite französische Kriegsgefangene (hintere Reihe) eine unbekannte Erntehelferin mit Hut, darüber ein unbekannter kleiner Junge und Karl Winand Krüsken (mit Hut) und ganz rechts die Bäuern Ida Krüsken.
Die Weißrussin Xenia und Natascha aus Russland stehen im Sommer 1944 im Sonntagsdress vor dem Gartentor. Beide blieben Ihrer Bäuerin Ida Krüsken bis in den Herbst 1945 treu und bewahrten sie sogar vor Plünderungen. Später, nach 1991, als der Eiserne Vorhang geöffnet worden war, kamen beide noch mehrmals zu Besuch.
Sonntags durften die Zwangsarbeiter ausgehen und sich mit ihren Landsleuten treffen. Ein Familienfoto mit ihnen zeigt alle in ihrer Sonntagskleidung (v. l. n.r.): der französische Kriegsgefangene Roger, ein unbekannter Junge, Karl Winand Krüsken (ganz oben), die Weißrussin Xenia, die Eltern Ida und Kaspar Krüsken, die Russin Natascha und unten der zweite Franzose Ange.
Roger und Ange, die beiden französischen Kriegsgefangenen beim Kühemelken im Sommer 1944.
Karl Winand, der Sohn der Bauern Ida und Kaspar Krüsken, hat diese Geschichte und seine Erlebnisse aus der Kindheit erzählt.