Krieg im Pazifik - DER SPIEGEL
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Die Schlacht um Midway Rache für Pearl Harbor

Es war ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg: Im Juni 1942 griff Japan mit seiner gewaltigen Seestreitmacht die winzigen Midway-Inseln an. Doch die vermeintliche Todesfalle für die US-Marine endete im Desaster. Denn bei der Ankunft an dem Pazifikatoll erwartete sie eine fatale Überraschung.
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Das Ende einer Lady: Der Flugzeugträger "USS Yorktown" trug auch den Spitznamen "Fighting Lady". Nachdem sie in der Schlacht um Midway von Bomben so schwer beschädigt worden war, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr vorwärts kam, wurden noch versucht, sie abzuschleppen. Ihre Schlagseite war allerdings zu stark, so dass das nicht mehr möglich war. Sie sank am Morgen des 7. Juni nach einem Torpedoangriff eines japanischen U-Boots.

Foto: AP
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Gescheiterter Angriff: Schwarzer Rauch steigt am 4. Juni 1942 aus einem brennenden Öltank auf Sand Island, einer der zwei zum Midway-Atoll gehörenden Inseln. Daneben trafen die japanischen Bomber auch Montagehallen, die Start- und Landepiste sowie Leitungen für das Betanken der amerikanischen Flugzeuge.

Ihr Hauptziel erreichten die Angreifer jedoch nicht - die Zerstörung der Flugzeuge. Weil US-Abwehrspezialisten das japanische Marine-Codesystem geknackt hatten, wussten sie genau über die Pläne des Kaiserreichs Bescheid. Vor dem Angriff der Japaner waren daher alle in Midway stationierten Piloten in die Luft gestiegen - die Hoffnung der Japaner, den Gegner zu überraschen, war damit gescheitert.

Foto: AP
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Erfolglose Reparatur: Am 6. Juni wurde noch ein Versuch unternommen, die "USS Yorktown" zu retten. Der Zerstörer "USS Hammann" war für Reparaturarbeiten neben ihr positioniert, als das japanische U-Boot I-168 die beiden Schiffe mit Torpedos angriff und traf. Die "Hammann" sank innerhalb von Minuten, die "Yorktown" folgte ihr am nächsten Morgen. Die Szene ist hier nachgestellt in einem Diorama von Norman Bel Geddes.

Foto: US National Archives
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Vorerst entkommen: Mit einem kreisförmigen Ausweichmanöver konnte der japanische Flugzeugträger "Soryu" diesem Angriff einer amerikanischen Boeing B-17E Flying Fortress gerade noch entgehen. Nachdem sie und die anderen beiden Träger "Akagi" und "Kaga" bereits in mehreren Angriffen ohne einen Treffer davongekommen waren, schafften gegen 10.20 Uhr einge erfahrene Piloten schließlich einen koordinierten Angriff, bei dem die "Soryu" und "Kaga" so schwer beschädigt wurden, dass sie einige Stunden später untergingen. Die "Akagi" brannte aus und wurde am nächsten Morgen von den Japanern selbst versenkt.

Foto: Library of Congress
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Nachgestellt: In einem Diorama des Bühnenbildners Norman Bel Geddes ist der Angriff von Maschinen der amerikanischen Flugzeugträger "USS Yorktown" und "USS Enterprise" auf die japanischen Flugzeugträger "Soryu", "Akagi" und "Kaga" in der Schlacht um Midway am Morgen des 4. Juni 1942 zu sehen. Das Durchscheinbild wurde noch während des Zweiten Weltkriegs auf der Basis der in dieser Zeit verfügbaren Informationen gefertigt und ist daher teilweise ungenau und fehlerhaft.

Foto: US National Archives
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Aufnahmen für die Heimatfront: Ausschnitt aus dem Propagandafilm "The Battle of Midway" (1942) des berühmten US-Regisseurs John Ford ("Früchte des Zorns"). Ford, damals schon dreifacher Oscarpreisträger, filmte von Sand Island aus den japanischen Luftangriff am 4. Juni 1942 und wurde dabei von einem Splitter in der Schulter verletzt. Noch ein Prominenter machte bei dem 18-minütigen Propagandastreifen mit: Der Sprecher war Schauspieler Henry Fonda.

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Notlandung: Ein Sturzkampfbomber Douglas SBD-3 "Dauntless" vom Flugzeugträger "USS Enterprise" ist am 4. Juni 1942 an Bord der "USS Yorktown" gelandet. Der Bomber war während des Angriffs auf den japanischen Flugzeugträger "Kaga" beschädigt worden und musste zudem wegen Spritmangels auftanken. Die Sturzkampfflugzeuge spielten die entscheidende Rolle in der Schlacht um Midway, denn nur ihnen gelang es, die japanischen Flugzeugträger zu treffen.

Diese Maschine ging allerdings später mit der versenkten "Yorktown" unter. Neben dem Flugzeug sind der Pilot George H. Goldsmith und sein Funker James W. Patterson Jr. zu sehen.

Foto: US Navy
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Bereit für den Angriff: Eine Flotte von US-Torpedobombern kurz vor dem Start auf dem Flugzeugträger "USS Enterprise". Die Maschinen mit hydraulischen ein- und ausklappbaren Flügeln wurden ausschließlich von Flugzeugträgern eingesetzt.

Foto: U.S. Navy National Museum of Naval Aviation
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Kleine Inseln, große Interessen: Eastern Island (vorne im Bild) und Sand Island, die beiden zum Midway-Atoll gehörenden Inseln (hier auf einer Luftaufnahme vom 24. November 1941) liegen im Nordpazifik. Ihren Namen haben sie von ihrer Position auf halbem Weg zwischen Japan und Kalifornien.

Bereits seit Beginn des Krieges hatten die Japaner darüber nachgedacht die Inseln, die schon länger in amerikanischer Hand waren, zu erobern. Da jedoch ihr Nutzen weitaus geringer gewesen wäre, als der zu betreibende Aufwand, um sie zu versorgen, wurden die Pläne zunächst fallengelassen.

Doch schließlich entschied sich die japanische Marineführung zu einem Angriff auf das kleine Atoll, weil sie hoffte, damit die Amerikaner in eine Schlacht locken zu können. Bei einem Sieg, so das Kalkül, hätte sich das Kaiserreich langfristig seine Vormachtstellung im Pazifik gesichert. Im besten Fall wären die Amerikaner bereit, die bisherigen Eroberungen in einem Friedensvertrag zu akzeptieren.

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Nur noch ein Wrack: Die "Mikuma", ein japanisches Schiff der Mogami-Klasse steht nach einem Angriff von US-Bombern in Flammen. Nachdem sie so schwer beschädigt war, wurde sie am 6. Juni schließlich aufgegeben. Die Japaner verloren trotz ihrer großen zahlenmäßigen Überlegenheit in der Schlacht um Midway vier große Flugzeugträger und diesen Kreuzer.

Ein Grund für das Desaster war, dass die Japaner ihre riesige Kriegsflotte nicht konzentriert einsetzten, sondern in etliche kleinere Verbände aufsplitterten. So war die Hauptflotte mit Oberbefehlshaber Yamamoto viel zu weit entfernt, um den angegriffenen japanischen Fugzeugträger-Verband zur Hilfe eilen zu können.

Foto: AP
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Unglaublicher Kraftakt: Der Flugzeugträger "USS Yorktown" war nur knapp einen Monat vor der Schlacht um Midway in der Schlacht im Korallenmeer schwer beschädigt worden und lag daher Ende Mai in einem Trockendock in Pearl Harbour auf Hawaii. Die Techniker schätzten, sie würden drei Monate brauchen, um die "Yorktown" wieder einsatzfähig zu machen. Da das Schiff für die bevorstehende Schlacht aber dringend gebraucht wurde, wurden 2000 Werftarbeiter eingesetzt, die Tag und Nacht arbeiteten. Nach nur zwei Tagen konnte der Flugzeugträger dann wieder auslaufen - sehr zur Überraschung der Japaner in der Schlacht um Midway. Die hatten höchstens mit zwei Flugzeugträgern der Amerikaner gerechnet.

Foto: US National Archives
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Sieben von 22: Die USA verloren in der Schlacht um Midway 147 Flugzeuge. Hier eine Aufnahme von Piloten des U.S. Marine Corps Bomber Squadron VMSB-241, die irgendwann zwischen dem 17. April und dem 28. Mai 1942 fotografiert worden ist. Die mit einem Kreuz markierten Piloten wurden in der Schlacht getötet.

Foto: US Navy
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Der lange Weg zum Ende: Nachdem bereits die Schiffe "Akagi", "Soryu" und "Kaga" völlig zerstört waren, war die "Hiryu" der letzte verbliebene große japanische Flugzeugträger. Am 4. Juni hoben von hier noch einmal 18 Sturzkampfbomber ab, die gegen Mittag auf die "USS Yorktown" (hier im Bild) trafen, und das Feuer eröffneten. Kurze Zeit später meldeten die japanischen Piloten, die "Yorktown" sei nur noch ein brennendes Wrack, das nicht mehr weiterfahren könne. Doch tatsächlich...

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...gelang es der Besatzung, die Brände an Bord zu löschen und die "Yorktown" - zumindest zum Teil - wieder fahrbereit zu machen. Als die japanischen Bomberpiloten...

Foto: AP
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...dann einige Zeit später wieder einen Flugzeugträger fahren sahen, ahnten sie nicht, dass es sich dabei um die "Yorktown" handelte, da sie diese für manövrierunfähig oder gar für versenkt gehalten hatten.

So beschossen sie den Träger erneut und machten die "Yorktown" schließlich zum zweiten Mal kampfunfähig. Bis das Schiff dann endgültig sank, dauerte es allerdings noch bis zum Morgen des 7. Juni. Zuvor war er noch von einem japanischen U-Boot torpediert worden. Die US-Navy hatte die "Yorktown" allerdings rechtzeitig aufgegeben und evakuiert, nachdem alle Versuche, den Träger abzuschleppen, erfolglos gewesen waren.

Foto: AP
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Landung auf der "Hornet": Ein Jagdflugzeug der US-Navy vom Typ F4F-4 Wildcat von einem der Kampfverbände der "USS Yorktown" landet am Nachmittag des 4. Juni 1942 während der Schlacht um Midway auf dem Flugzeugträger "USS Hornet". Das nur kurze Zeit zuvor in Dienst gestellte Schiff hatte bereits im April 1942 gemeinsam mit der "Enterprise" an einem Überraschungsangriff auf Tokio teilgenommen.

Diese Bombardierung Tokios kostete vermutlich 50 Japanern das Leben; noch verheerender für das Kaiserreich war aber die psychologische Wirkung. Einen solchen Angriff von einem Flugzeugträger aus hatten die Japaner den Amerikanern weder technisch noch logistisch zugetraut. Nach der Attacke wuchs die Bereitschaft, die Flugzeugträger-Flotte der Amerikaner ein für alle Mal zu vernichten - was in Midway grandios misslang.

Foto: maritimequest.com
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Letzte Ehre für die Toten: Uniformierte US-Soldaten stehen während einer Trauerfeier für ihre in Midway gefallenen Kameraden vor den mit Flaggen bedeckten Körpern. Die amerikanischen Streitkräfte hatten nach der Schlacht etwas mehr als 300 Tote zu beklagen. Die Japaner hingegen verloren etwa zehnmal so viele Soldaten.

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Vor dem letzten Flug: Glänzend steht ein Martin B-26 Marauder (s/n 40-1391, "Susie-Q") Bomber im Hintergrund, während die Besatzung für das Foto davor posiert. Als die Piloten nach der Schlacht wieder landeten, hatte das Flugzeug über 500 Einschusslöcher und musste verschrottet werden.

Foto: USAAF
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Kriegsheld: Der amerikanische Pilot George H. Gay überlebte als Einziger aus seinem Bombergeschwader den Angriff auf den japanischen Flugzeugträger "Akagai" in der Schlacht um Midway.

Wie seine 14 Kameraden war auch sein Flugzeug von den japanischen Zero-Abfangjägern abgeschossen worden; diese Jagdmaschinen waren damals auch den amerikanischen Jägern technisch überlegen. Gay hatte sich aus dem Wrack seiner Maschine retten können und trieb anschließend etwa 24 Stunden im Wasser, bevor er gerettet werden konnte. So konnte der frisch geborene Kriegsheld am 8. Juni mit einer Krankenschwester in einem Militärkrankenhaus in Honolulu flirten, während die Zeitungen den Sieg über die Japaner verkündeten.

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Rache für Pearl Harbor: Amerikanisches Propaganda-Illustration nach dem Sieg in der Schlacht um Midway. Nicht nur, dass die Amerikaner die japanischen Seestreitkräfte nachhaltig schwächten - auch psychologisch war der Erfolg immens wichtig. Erstmals waren die Japaner nach ihrer Siegesserie in Südostasien gestoppt worden. In den USA wurde Midway daher auch als "Rache für Pearl Harbor" gefeiert.

Foto: US National Archives
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