Der erste Luftangriff des Zweiten Weltkriegs "Keine besonderen Feindbeobachtungen"
Startklarer Stuka: Eine Ju 87 des Sturzkampfgeschwaders 77 rollt im Mai 1940 zum Start für einen Einsatz über Frankreich. Zuvor waren "Stukas" bereits beim Angriff auf Polen im September 1939 zum Einsatz gekommen.
Abheben zum Angriff: Sturzkampfflugzeuge vom Typ Junkers Ju 87B starten im September 1939 zum Einsatz. Mit Maschinen dieses Typs wurde am ersten Kriegstag die polnische Kleinstadt Wielun angegriffen und zerstört.
Stukas greifen an: Ein deutsches Sturzkampfflugzeug Junkers Ju 87 beim Abwurf einer schweren 500-Kilogramm-Bombe auf polnische Stellungen im September 1939. Die neuartigen Stukas waren zusätzlich mit lautstarken Sirenen ausgerüstet, die im Sturzangriff aktiviert wurden und auf dem Boden allein durch ihr markerschütterndes Geheul Angst und Schrecken verbreiteten.
Zeitzeuge Kolodziejczyk: Am frühen Morgen des 1. September 1939 stand Eugeniusz Kolodziejczyk mit seinem Vater hier auf dem neuen Marktplatz von Wielun, als die deutschen Flugzeuge die polnische Stadt bombardierten. Der damals 13-Jährige musste nach dem Angriff dabei helfen, Tote und Verletzte wegzutragen.
Trümmerwüste Wielun: Das zerstörte Wielun mit der Piaristenkirche St. Josef.
Tödlicher Hass: Polenfeindlicher Spruch auf einer Ju 52-Transportmaschine der deutschen Luftwaffe.
Wieluner Krankenhaus: Das Allerheiligen-Spital von Wielung auf einer Postkarte von 1915. Deutsche Stukas zerstörten das Gebäude am 1. September 1939 trotz seiner Rot-Kreuz-Markierung. Zwei Ermittlungsverfahren in der Bundesrepublik gegen beteiligte Luftwaffen-Offiziere Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre wurden eingestellt. Die Piloten hätten im Morgengrauen nicht erkennen können, dass sie ein Krankenhaus im Visier hatten, so die Begründung. Nach dem Wiederaufbau dient das Gebäude heute als Schule.
Zeitzeugin Burchacynska: Als Zofia Burchacynska elf Jahre alt war, begann mit der Bombardierung ihrer Heimatstadt Wielun der Zweite Weltkrieg. Die Aufnahme zeigt sie vor dem Haus, in dem sie den deutschen Luftangriff erlebte. Es wurde damals wie durch ein Wunder nicht zerstört.
Wielun in Trümmern: Eine Luftsaufnahme der von deutschen Stukas zerstörten Kleinstadt Wielun im September 1939. In internen Meldungen der Luftwaffe hieß es, die Bomber hätten "keine besonderen Feindbeobachtungen" gemacht - offiziell dagegen wurde behauptet, in Wielun sei eine polnische Kavallerieeinheit angegriffen worden.
Stuka-Pilot Sigel: Der damals 33-jährige Luftwaffen-Hauptmann war 1939 Gruppenkommandeur des Sturzkampfgeschwaders 76, das am 1. September den ersten Luftangriff des Zweiten Weltkriegs auf die polnische Kleinstadt Wielun flog. Sigel wurde später in Griechenland un Nordafrika eingesetzt, zum Oberst befördert und 1942 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Im Mai 1944 stürzte er bei einem Inspektionsflug über dem norwegischen Trondheim-Fjord ab und kam ums Leben.
Bodenziele im Visier: Deutsche Zerstörer vom Typ Messerschmitt Me 110 1940 im Einsatz über Frankreich. Das enge Zusammenwirken von Kampffliegern und Bodentruppen hatten die Deutschen bereits ab September 1939 beim Überfall auf Polen erprobt.
Explosive Ladung: 250-Kilogramm-Bomben warten im September 1939 darauf, für einen Angriff auf Polen in einen Bomber vom Typ Heinkel He 111 verladen zu werden.
Bombenabwurf: Der deutsche Angriff auf Wielun war der Anfang eines beispiellosen, fast sechs Jahre währenden Luftkriegs, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung litt. Die Aufnahme entstand 1944 an Bord eines deutschen Bombers an der Ostfront.
In Trümmern: Von deutschen Stuka-Bomben getroffenes Gebäude in der polnischen Kleinstadt Wielun.
Zeitzeuge Wlazlyk: Als Elfjähriger erlebte er den deutschen Angriff auf seine Heimatstadt Wielun und die anschließende Verfolgung und der dort lebenden Juden mit. "Die Deutschen waren gut vorbereitet, sie hatten Karten und wussten genau, wo wer wohnt", erzählt er.
Zwangsarbeiterinnen: Polnische Frauen, durch den gelben Stern als Jüdinnen stigmatisiert, bei Aufräumarbeiten im zerstörten Wielun 1939.
Bombenflug: Die Besatzung einer deutschen Heinkel He 111 im September 1939 über Warschau. Nach schweren deutschen Luftangriffen, die die polnische Hauptstadt in weiten Teilen zerstörten, kapitulierte Warschau am 28. September 1939.
Zerbombtes Wielun: Die polnische Kleinstadt Wielun nach dem Angriff der deutschen Luftwaffe am 1. September 1939. Polnischen Quellen zufolge kamen an diesem Tag hier 1200 Menschen um, 70 Prozent der Stadt wurden zerstört.
Wieder aufgebautes Wielun: Das Zentrum der polnischen Kleinstadt Wielun heute. Im Morgengrauen des 1. September 1939 waren hier die ersten Bomben des Zweiten Weltkriegs gefallen - Stukas hatten die Stadt bombardiert, obwohl es in Wielun keinerlei militärische Einrichtungen gab. In Deutschland wie in Polen herrschte viele Jahre Schweigen über das Kriegsverbrechen. 1978 und 1983 gab es in der Bundesrepublik Ermittlungsverfahren, die aber eingestellt wurden.
Stilles Gedenken: Heute erinnern nur noch Mauerreste und ein schlichtes Holzkreuz an die beim deutschen Angriff im September 1939 zerstörte Pfarrkirche von Wielun.
Gefürchteter Gegner: Eine Gruppe deutscher Ju-87-Sturzkampfbomber mit den charakteristischen Knickflügeln und dem starren Fahrgestell 1940 über Frankreich. Als taktisches Unterstützungsflugzeug für Bodentruppen wurde die Ju 87 zum 1939/40 Symbol des "Blitzkriegs".