Kriegsende "Ich wollte mir das Leben nehmen"
Inge Passolt: Im Mai 1945 wurde sie Opfer einer Vergewaltigung durch russische Soldaten. Heute spricht Sie offen über das, was Sie mitmachen musste.
FDGB-Mitgliedsbuch: Seit Anfang 1956 ist Ingeborg Passolt Mitglied des "Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes" (FDGB), der Einheitsgewerkschaft in der DDR. Sie arbeitet jetzt im Gesundheitswesen und in der Verwaltung.
Arbeitsbuch von Ingeborg Passolt: Im Juli 1950 heiratete Ingeborg Passolt, wie in ihrem "Arbeitsbuch" mit blassblauer Tinte vermerkt ist.
NS-"Ersatzkarte": Auch bein den Nationalsozialisten gab es "Arbeitsbücher" - wer es verlor, bekam man eine "Ersatzkarte" wie diese, die im August 1943 für Ingeborg Passolt ausgestellt wurde.
Herzloses Schreiben: "Da wir bis heute betreffs Wiederaufnahme Ihrer Arbeit nichts von Ihnen gehört haben, nehmen wir an, dass Sie an einer Weiterbeschäftigung in unserem Betrieb nicht interessiert sind." Wenige Wochen zuvor war Ingeborg Passolt von russischen Soldaten vergewaltigt worden.
Lohnsteuerkarte 1944/46: Seltsam unberührt vom Lauf der Weltgeschichte erscheint diese Steuerkarte - ausgestellt im vorletzten Kriegsjahr, Laufzeit bis 1946
Erinnerung an eine schwere Zeit: Arbeitsbuch von Ingeborg Passolt, geborene Fischer.
Zerstörtes Dresden: Nach den verheerenden Bombenangriffen vom 12./13. Februar 1945 blieb von der barocken Pracht der Dresdner Innenstadt nur noch ein Trümmerhaufen. Nach Kriegsende und Besetzungder Stadt durch die Rote Armee wurden Trümmergrundstücke häufig zum Schauplatz von Vergewaltigungen durch russische Soldaten.
Dresden aus der Luft: Das noch unzerstöre Dresden aus der Luft in einem Postkartenmotiv aus den 1930er Jahren. Hier wuchs Ingeborg Fischer, später verheiratete Passolt, auf.