Kriegsende in Berlin - DER SPIEGEL
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Kriegsende in Berlin "Komm nur nicht her"

"Liebe Else, alle Schauergeschichten, die uns jemals vorgesetzt worden waren, wurden von der Wirklichkeit noch übertroffen…" Eine junge Mutter erzählt in Briefen, wie sie nach der Kapitulation Berlins ums Überleben kämpft. Jahrzehnte später entdeckten ihre Tochter Brigitte und Schwiegersohn Manfred Heyde die Durchschläge dieser erschütternden Korrespondenz.
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Verzweiflungstat aus Hunger: Gegen Zigaretten hatten die Tannhäusers Pferdefleisch getauscht - und sogar gegessen. Hier zerlegen zwei Berliner ein im Endkampf um Berlin gefallenes Pferd.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R77871

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Drei-Generationen-Bild: Diese Aufnahme schickte Friedel (hinten, Mitte) an ihre in Holland lebende Cousine Else. Auf dem Schoß der Oma, Martha Tannhäuser, sitzt der jüngste Nachwuchs der Berliner Familie: Friedels Töchterchen Brigitte, die "kleine süße Dicke". Rechts Großvater Franz Tannhäuser.

Foto: Manfred Heyde
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Evakuierung aus Berlin: Aufgrund der schweren Bombenangriffe auf Berlin wurden im Februar 1945 vor allem Alte, Frauen und Kinder verstärkt aus der Stadt evakuiert - hier warten zwei Kinder am Bahnsteig des Anhalter Bahnhofs auf die Abfahrt des Zuges, der sie in Sicherheit bringen soll (nachkolorierte Aufnahme).

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Endkampf um Berlin: Am 16. April 1945 begann der Angriff der an der Oder und Neiße stehenden Ersten Belorussischen und Ukrainischen Front zum Kampf um Berlin. Die sowjetischen Truppen erreichten am 21. April den äußeren Verteidigungsgürtel und schlossen am 25. April die Stadt ein. Nach harten, verlustreichen Kämpfen kapitulierten die faschistischen Truppen der Berliner Garnison am Nachmittag des 2. Mai.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R85077

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"Plötzlich waren die Russen da": Eine Fahrzeugkolonne mit Panzern der Roten Armee im April 1945 auf dem Weg nach Berlin.

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Feuergefecht: Sowjetische Infanteristen im Straßenkampf im April 1945 in Berlin. Am 2. Mai endeten die erbitterten Kämpfe um die Stadt.

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Gesprengt: Am 2. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation Berlins, wurde der Tunnel der Nordsüd-S-Bahn am Landwehrkanal hinter dem Anhalter Bahnhof gesprengt. Die im Tunnel als Behelfslazarett abgestellten Wagen wurden durch die Sprengung überflutet. Das Foto von 1946 zeigt die Schadenstelle unter der Spree (Blick in Richtung Norden, von Friedrichstraße nach Oranienburger Straße). Die Anzahl der aus dem Tunnel geborgenen Leichen belief sich unter hundert.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R97751

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Lahmgelegt: In Berlin war nach dem Endkampf um Berlin der Verkehr gänzlich zusammengebrochen. Zum einen waren Waggons, Straßen und Leitungen während der Kämpfe zerstört worden. Zum anderen gab es weder ausreichend Kohle noch Strom, um die Wagen vorantreiben zu können.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-J31328

Foto: Das Bundesarchiv/Hofmann
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Ersatzverkehrsmittel: Nach einem alliierten Luftangriff im Februar 1945, bei dem der Nahverkehr mit der Bahn in der Hauptstadt lahmgelegt wurde, nutzten die Berliner Lkw als Ersatzverkehrmittel.

Das Foto, das nachkoloriert wurde, entstand am Askanischen Platz, im Hintergrund ist das "Europa-Haus" zu sehen.

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Nach der Schlacht: Sowjetische Soldaten und ein deutscher Gefallener im Zentrum Berlins. "Alle Schauergeschichten, die uns jemals vorgesetzt worden waren, wurden von der Wirklichkeit noch übertroffen", erzählt Friedel Tannhäuser ihrer Cousine, die mit ihrem jüdischen Verlobten nach Holland geflohen war, in einem Brief von 1946.

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Berlin in Schutt und Asche: Aufgenommen unmittelbar nach Beendigung der Kämpfe um den Reichstag am 2. Mai 1945, Tag der Kapitulation der Hauptstadt.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Georgij Petrussow
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Bombenkrieg: Die verqualmte Wilhelmstraße in Berlin, hier vor dem zerstörten Prinz-Albrecht-Palais, nach einem alliierten Luftangriff im Februar 1945. Frauen haben sich mit Brillen und Tüchern vermummt, um sich vor den dichten Rauchschwaden zu schützen. "Es war eine schreckliche Zeit", erinnert sich Friedel Tannhäuser.

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Posieren vor Trümmern: Friedel Tannhäuser mit ihren Martha und Franz Tannhäuser im ausgebombten Berlin. Die Familie wurde wurde dreimal ausgebombt, beim letzten Bombenangriff verlor sie ihr Zuhause - und mussten mit in die Wohnung des Bruders von Friedels Mutter einziehen. Dieses Foto entstand vor Kriegsende.

Foto: Manfred Heyde
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Lebensmittelknappheit nach dem Krieg: Informationstafeln an einem Berliner Laden über die vorhandenen Waren und die dafür nötigen Kartenabschnitte. Friedel Tannhäuser erhielt als Angestellte 40 Gramm Fleisch, 400 Gramm Kartoffeln, 30 Gramm Nährmittel wie Teigwaren und 7 Gramm Fett.

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Schwarzmarkt: Russen, Briten und Amerikaner handeln 1945 mit der deutschen Bevölkerung vor dem Reichstag in Berlin. Friedel Tannhäuser empörte sich in ihren Briefen an Verwandte, Kollegen und Freunde oft über die "wahnsinnig teuren" Schwarzmarktpreise: "800 Reichsmark für ein Zentner Kartoffeln!"

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Schlangestehen für Essen: Nach dem Luftangriff vom 3. Februar 1945 erfolgt der Verkauf in einem beschädigten Geschäft durch das Fenster. Friedel Tannhäuser klagte in ihren Briefen über das stundenlange Anstehen für Lebensmittel - und manchmal dennoch nichts bekam, wenn es nichts mehr gab, als man selbst an der Reihe war.

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Notversorgung: Die Feuerwehr schenkt an die notleidende Berliner Bevölkerung Trinkwasser aus.

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Nachkriegszeit: Mütter stehen Schlange an einem Stand für Frischmilch in Berlin-Wilmersdorf.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-S74008

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Leben zwischen Trümmern: Nach einem der alliierten Luftangriffe 1945 auf Berlin suchen die Einwohner mühsam einen Weg durch die Zerstörungen, hier in der Stallschreiberstraße.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-J31345

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