Kriegsende in Europa - DER SPIEGEL
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Insel Texel Kapitulation? Egal!

Es war ein Krieg nach dem Krieg: Auf der lange Zeit friedlichen Insel Texel fand noch Wochen nach der deutschen Kapitulation eine absurde wie sinnlose Schlacht statt. Während Europa den Frieden feierte, kämpften Georgier und Deutsche erbittert um jeden Meter - und exekutierten massenhaft Gefangene. Von Christoph Gunkel
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Letztes Bollwerk: Der schwerbeschossene Leuchtturm von De Cocksdorp im Norden der Insel. Hier hielten sich lange georgische Scharfschützen, bis die Deutschen auch dieses letzte Bollwerk einnehmen konnten. Dennoch ging der unerbittliche Partisanenkrieg auch danach noch Wochen weiter.

Foto:

Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"

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Georgische Partisanen: Nach ihrem überraschenden Angriff auf die Deutschen wurden die georgischen Soldaten immer mehr zurückgedrängt. Am Ende versteckten sie sich in Erdlöchern, in den Kiefernwäldern, Scheunen oder in den Minenfeldern an der Küste. Sie veränderten die Lage der Minen so, dass die Deutschen sich nicht trauten, sie dorthin zu verfolgen.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Idylle im Krieg: Bis zum Frühling 1945 wurde die Insel vom Krieg nahezu verschont. Deutsche Soldaten sonnten sich in ihrer Freizeit am Strand, veranstalteten Schwimmwettbewerbe oder fuhren Wasserski - auf dem Propellerstück eines abgeschossenen Flugzeuges.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Eine Insel als Festung: Auf Texel errichtete die Wehrmacht mehr als 500 Bunker und Verteidigungsanlagen, um sie gegen eine Invasion der Alliierten zu schützen. Die Insel wurde Teil des deutschen "Atlantikwalls".

Die Fotos wurden von Het Open Boek Texel zur Verfügung gestellt.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Blutige Kämpfe: Nach dem Angriff der Georgier gegen ihre einstigen deutschen Waffenbrüder stapelten sich die Toten, besonders in der Inselhauptstadt Den Burg. Das Bild zeigt ein Massengrab im Süden der Insel.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Hitlers Ostkämpfer: Georgische Offiziere vor ihrer Verlegung nach Texel in Galauniform am Strand von Zandvoort auf dem holländischen Festland. Die Georgier gehörten zum 822. georgischen Infanteriebataillon - dies war eine gemischte Einheit aus 400 Deutschen und 800 Georgiern. Diese Legionäre wurden, wie andere Einheiten von Hitlers "Ost-Legionen" auch, überwiegend in den Gefangenenlagern rekrutiert.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Schwere Verwüstungen: Ein zerstörtes Arbeiterhäuschen im Polder "Eierland" im Norden der Insel. Holländer, die die aufständischen Georgier mit Lebensmittel oder Unterschlupf unterstützen, bestraften die Deutschen drakonisch - entweder wurden sie erschossen oder ihre Häuser angezündet. Von April bis Mai 1945 starben 117 Texelaner; etliche Häuser wurden während der wochenlangen Kämpfe vollständig verwüstet.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Kriegsopfer auf Texel: Vermutlich starben bei den wochenlangen Gefechten etwa 3000 Menschen, davon 2347 Deutsche. Texelaner wurden gezwungen, die Wehrmachtssoldaten zu beerdigen. Sie mussten die Toten entkleiden, Stiefel ausziehen, Ringe abstreifen und die persönlichen Dinge in Rote-Kreuz-Säcke packen.

Foto: Het Open Boek/"Sondermeldung Texel"
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Georgischer Soldat: Das Foto, aufgenommen etwa im Mai 1945, zeigt einen georgischen Soldaten mit seiner Familie auf Texel, wo er sich während des Aufstandes versteckte.

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Yevgeni Artemidze: Einer der beiden letzten Überlebenden des georgischen Aufstandes auf Texel, Yevgeni Artemidze. Er ist 90 Jahre alt. Dies ist ein Standbild aus dem Dokumentarfilm von Arnold van Bruggen über den Aufstand der georgischen Soldaten.

Foto: Arnold van Bruggen/Rogier Timmermans
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Huug Snoek: Während des Aufstandes kämpfte Huug Snoek auf georgischer Seite. Foto von 2009.

Foto: Arnold van Bruggen/Rogier Timmermans
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